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Österreichs Wirtschaft hat an Dynamik verloren, die Nationalbank erwartet einen Stillstand.
Wien - Österreichs Wirtschaft hat ab der Jahresmitte deutlich an Dynamik verloren. Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) erwartet für das zweite Halbjahr 2012 eine Stagnation der Wirtschaftsentwicklung. Im Unterschied zu anderen Euroraumländern zeichne sich für Österreich jedoch kein Abgleiten in eine Rezession ab.
Gegenüber ihrer letzten Konjunkturprognose vom Juli hat die Nationalbank ihre Wachstumsprognose für das dritte Quartal um 0,2 Prozentpunkte nach unten revidiert. Sie erwartet einen leichten Rückgang des realen BIP um 0,1 Prozent. Für das vierte Quartal wird mit einer Stagnation gerechnet (0,0 Prozent). Aufgrund der starken Dynamik zu Jahresbeginn ergibt sich für das Gesamtjahr ein Wachstum von 0,8 Prozent.
Österreich sei wieder verstärkt in den Sog der internationalen Konjunkturabschwächung geraten. Die Perspektiven für die Weltwirtschaft hätten sich weiter eingetrübt. Österreich bekomme dies trotz guter Fundamentaldaten als exportorientierte Volkswirtschaft über den Außenhandel deutlich zu spüren: Seit dem zweiten Quartal 2011 stagnieren demnach die nominellen Güterexporte, real sinken sie.
Dieser Trend hat sich laut Nationalbank im dritten Quartal 2012 mit einem Plus von nur 0,1 Prozent (nominell, saisonbereinigt, gegenüber dem Vorquartal) fortgesetzt. Vor allem die Ausfuhren nach Italien, Tschechien, Ungarn, Slowenien, Spanien und Kroatien sind zurückgegangen. Auch Wachstumsimpulse aus der Industrie fehlten, begründeten die Notenbanker die Rücknahme ihrer bisherigen Prognosen.
Laut Nationalbank bestehen für die vorliegende aktuelle Wirtschaftsprognose aber nicht nur Abwärtsrisiken, sondern angesichts der jüngsten Fortschritte zur Lösung der Krise in Europa erstmals auch Aufwärtsrisiken: "Bei einer nachhaltigen Stärkung des Vertrauens erscheint eine deutlich raschere Erholung der Wirtschaft durchaus möglich", heißt es Prognose. Andernfalls wird im Falle einer neuerlichen Verschärfung der Krise eine technische Rezession nicht ausgeschlossen.
Fehlende Wachstumsimpulse aus dem Export belasteten nicht nur die Produktionspläne der Betriebe, sondern führten auch zu Kürzungen oder Verschiebungen der Investitionspläne. Davon ausgenommen sei nur der Wohnbau, wo steigende Immobilienpreise und die hohe Zahl an Baubewilligungen auf eine Belebung der Investitionstätigkeit hoffen lasse.
Stabilisiert wird die Konjunktur derzeit durch den privaten Konsum. Gestützt werden die Haushaltseinkommen durch das nach wie vor ungewöhnlich kräftige Beschäftigungswachstum. Die Kaufkraft profitiert auch von sinkenden Inflationsraten, die seit Jahresbeginn unter dem Wachstum der Tariflöhne liegen.
Laut Nationalbank steht jedoch in den kommenden Monaten eine Abschwächung der Arbeitsmarktdynamik und ein Steigen der Arbeitslosenzahlen bevor, was sich gemeinsam mit dem niedrigen Verbrauchervertrauen dämpfend auf den Konsum auswirken dürfte. Auch Einzelhandelzahlen und Pkw-Neuzulassungen würden nahe legen, dass das Konsumwachstum moderat ausfallen wird. (APA, 12.10.2012)
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Ein einfaches Beispiel aus der Volkssschule um den Unfug in dem Artikel zu zeigen: Ein Auto fuhr vor einer Minute eine Geschwindigkeit von 50km/h. Das Auto fährt auch aktuell (=jetzt) eine Geschwindigkeit von 50km/h.
Sehr schwierige Frage: Steht das Auto aktuell still?
Antwort vom Wirtschafts"experten": Ja!
Den "Experten" absichtlich in "", weil das ansich ein Depp ist, wie man an der Erklärung erkennt: Ja, das Auto steht still. Weil es nicht noch schneller gefahren ist, als in der Minute davor.
Problem: Der Wirtschaftler kennt den Unterschied zwischen Geschwindigkeit und Beschleunigung nicht. Das sind unsere "Wirtschaftsexperten". Prost & Mahlzeit.
Im System mit fast immer positiven, mit dem Kreditmarkt nicht voll gekoppelten Zinsen* muss die Wirtschaft wachsen oder schrumpfen. Null Veraenderung ist da ein extrem instabiler Drahtseilakt. Die Krise arbeitet sich langsam aber sicher nach Nordeurpa vor.
*Beil voller Kopplung waeren Zinsen negativ wenn Kreditangebot hoeher als Kreditnachfrage. Im gegenwaertigen System wird bei dieser Konstellation allerdings Geld aus der Realwirtschaft gezogen -> Situation wie in Griechenland droht.
Systemkoforme "Loesung": Kreditnachfrage erhoehen, Ueberschuldung durch Schulden bekaempfen
wachstum als alleinseeligmachende wahrheit.
seit sozialdemokratische parteien, sowie etwas später auch konservative parteien dies angenommen haben, stand dem wachstum auf pump nix mehr im weg.
nebeneffekt - nicht nachhaltig, müll, energieverbrauch, co2ausstoß usw. ging ebenso in die höhe. der ökolog. fußabdruck jedes einzelnen wird in wachstumsjahren immer größer.
ich hab nix gegen wachstum, aber diesem alles unterzuordnen ist wie sie richtig festhalten eben nicht nachhaltig.
zumindest nicht in der derzeitigen form.
weltweite verteilungsgerechtigkeit und nachhaltiges, umweltfreundliches wirtschaften, bzw. umweltfreundliche energiesysteme sollte mE an erster stelle stehen. wachstumsgläubigkeit etwas weniger stark gewichtet werden.
wachstum bedeutet höherer energieverbrauch, höherer konsum, höherer co2-ausstoß, mehr müllaufkommen usw.
in unserer wachstumsgläubigen gesellschaft wird diese ebene immer mehr ausgeblendet.
ich hab nix gegen wachstum, aber das augenmerk primär auf wachstum auszurichten und dem alles unterzuordnen, halte ich für falsch.
die gläubigkeit geht bei uns soweit, dass wir uns masslos überschuldeten um ja nicht vom wachstumspfad abzutriften.
und dieser weg ist alles andere als nachhaltig, was einzelne volkswirtschaften in der eu bereits massiv zu spüren bekommen.
wenn sich bei der apa und beim standard jetzt schon journalisten mit wirtschaftthemen beschäftigen dürfen, die nicht den unterschied zwischen einer funktion und ihrer ersten ableitung kennen, dann wundert mich in dieser welt gar nix mehr.
beim Standard in den letzten Tagen.
Alles muss mehr werden, noch schneller ersetzt werden, noch länger arbeiten für noch einen größeren Fernseher neu bestellten Wohnzimmer - zur Not auf Schulden.
Hätten wir einen Umweltminister in der Regierung - müsste der eigentlich eine Jubel-Presseaussendung machen.
...ob die Wirtschaft jetzt um 0,5% wächst oder um 0,5% schrumpft ist eine Zahlenspielerei aber auch schon nicht mehr.
Und á la long müssen wir ein Wirtschaftssystem haben, das stabil ist. Und ein öffentliches Budget, dass nicht gleich zum Kollabieren anfängt, weil kein Wachstum da ist.
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