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Die Tageszeitung "Kurier" kündigt Personalabbau, Integrierten Newsroom und Relaunch an.
Wien - Änderungen beim "Kurier": Die Geschäftsführung hat ein Maßnahmenpaket erstellt, "das für uns der einzige Weg ist, den 'Kurier' zukunftsfähig und profitabel aufzustellen", sagte "Kurier"-Geschäftsführer Thomas Kralinger. Die Maßnahmen reichen von Personalabbau, der völligen Neuaufstellung von Produktionsweisen und Arbeitsprozessen inklusive einem Relaunch der Zeitung über die Errichtung eines integrierten Newsrooms bis zur Erhöhung der Abo-Preise. Die Belegschaft wurde Freitagvormittag über die geplanten Einsparungen, die im "hohen einstelligen Millionenbereich liegen" sollen, informiert.
Vom Personalabbau seien 25 Mitarbeiter betroffen, die man vor allem durch Nichtnachbesetzungen und natürliche Abgänge einsparen will. "Aber es wird auch Kündigungen geben", räumte Kralinger ein.
Ziel sei es, die Qualität zu erhalten und sogar auszubauen und gleichzeitig die Kosten im Griff zu haben, sagte "Kurier"-Chefredakteur Helmut Brandstätter. Er äußerte Verständnis für die Notwendigkeit der Maßnahmen: "Redaktionelle Unabhängigkeit funktioniert nur über finanzielle Stabilität. Wenn die Kosten steigen, die Einnahmen aber nicht, muss man reagieren." Momentan sei es leider nicht möglich, die Einbußen bei den Werbeeinnahmen im Printbereich durch zusätzliche Online-Einnahmen auszugleichen, auch wenn der "Kurier" in Summe stabil dastehe und in den vergangenen zwei Jahren vor allem seinen Markenwert habe ausbauen können.
"Gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen OC&C Strategy Consultants habe man daher Arbeitsprozesse, Organisationsstrukturen und Produktionsweisen durchleuchtet." Eines der Ergebnisse ist, dass der "Kurier" laut Brandstätter als erste Redaktion des Landes seine Print- und Onlineredaktionen mit integrierten redaktionellen Abläufen zusammenlegt. "Jeder Ressortchef wird für die Marke 'Kurier' und für die Berichterstattung aus seinem Bereich in Print, Online und Mobile verantwortlich sein", so Brandstätter. Es werde lediglich zwei verschiedene Chefs vom Dienst geben.
Möglich ist das laut Brandstätter nur in einem integrierten Newsroom. Ob dieser am bisherigen "Kurier"-Standort in Wien-Neubau oder aber, wie medial kolportiert, in der Muthgasse in Wien-Döbling nahe der "Kronen Zeitung" liegen wird, stehe noch nicht fest - "auch wenn ich es für besser hielte, wenn wir rausgehen".
Darüber hinaus soll ein Relaunch ab 6. November helfen, die Qualität zu steigern und zeitgleich Kosten zu senken. Der "Kurier" soll sowohl im Printformat als auch online optisch klarer, einfacher, übersichtlicher und aufgeräumter werden, so Brandstätter. Den Print-Relaunch verantwortet "Kurier"-Artdirektor Helge Schalk, das Online-Design der renommierte Zeitungsdesigner Lukas Kircher.
Im Frühjahr 2013 werden auch die Abonnementpreise erhöht, was den Vertriebskosten Rechnung tragen soll. In den folgenden Jahren soll eine jährliche, reguläre Preiserhöhung die Entwicklung der Vertriebskosten abbilden, so Kralinger. Nachgedacht wird beim "Kurier" auch über Paid Content im Internet sowie über eine Erhöhung der Tablet-Abopreise. Im Einzelhandel sieht der "Kurier"-Geschäftsführer am ehesten bei der Samstagsausgabe die Möglichkeit einer Preiserhöhung. Überlegungen gibt es auch, in der Produktion wieder stärker mit der Mediaprint-Schwester "Kronen Zeitung" zusammenzuarbeiten, etwa bei einer gemeinsamen TV-Beilage.
Um sich zukunftsfit zu machen, will der "Kurier" neben den geplanten Restrukturierungen und Einsparungen ab nächstem Jahr auch eine Lehrredaktion aufbauen. Mindestens ein Drittel der jungen Journalisten soll dabei Migrationshintergrund haben. Hier wolle die Zeitung eine Vorreiterrolle einnehmen, da Journalisten mit Migrationshintergrund in österreichischen Redaktionen noch immer viel zu unterrepräsentiert seien, erklärte Brandstätter.
Kralinger und Brandstätter wollen nicht von einem reinen Sparpaket sprechen, sondern von einem Strukturkonzept, das dem "Kurier" in Anbetracht der Marktentwicklung helfen soll, erfolgreich in die nächsten fünf bis zehn Jahre zu gehen. Bestimmt werde es in den kommenden Jahren aber noch "weitere Nachschärfungen" geben müssen, räumte Kralinger ein. Nun gehe es darum, Mut zur Veränderung zu zeigen und aktiv Herausforderungen anzugehen, bevor sie über über einen hereinbrechen. "Ich bin völlig davon überzeugt, dass wir erfolgreich sein werden", sagte Kralinger.
Erleichterung würde der Abschluss eines neuen Journalisten-Kollektivvertrags bringen, da das generell hohe Gehaltsniveau samt steiler Progressionskurve die Verleger in einer schwierigen Marktsituation übergebührlich unter Druck setze, meinte Kralinger. Unterstützung für die Zukunft der Zeitungen erhoffen sich die Medienmanager auch von der Politik, etwa bei der Einführung eines modernen Leistungsschutzrechts und bei der Bewusstseinsbildung, dass Information etwas wert ist. (APA, 12.10.2012)
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"Generell hohes Gehaltsniveau" ist eine glatte Lüge. Beim Kurier mag es zwar noch einige "alte" Journalisten mit dem (wirklich) guten, alten Journalisten-KV geben, aber ich glaube nicht, dass irgendein Neueinsteiger beim Kurier in den letzten Jahren diesen KV bekommen hat.
Von anderen Zeitungen weiß ich, dass Berufsanfänger oft nur einen Pauschalistenvertrag oder (bei manchen Gratis-Wochenzeitungen) einen Handels-KV bekommen. Und diese Verträge sind miserabel, davon kann man (gerade in Wien) eigentlich nicht leben.
(wirklich) guter kv: ist die arbeitgeberseite beim damaligen abschluss zur unterschrift genötigt oder gar erpresst worden? oder war das (damals) ein gutes geschäft? und kann es so sein, dass zeitungen (vor allem der kurier) von unfähigen menschen geführt werden, die nicht ihre eigene nicht-qualifikation, sondern das böse internet (online) für ihr eigenes scheitern verantwortlich machen? wenn dann brandy & co (was hat der eigentlich bei n-tv zusammengebracht?) erklären, der kv sei schuld an der (finanziellen) situation des blattes, dann sollten selbst konrads & co munter werden. das mit den berufseinsteigern (handels-kv oder gleich gar keiner) wird auch die "qualität" des kurier festigen...
qualität steigern??? nachdem die redaktion vor 2 jahren zerschlagen wurde und raika/övp-mannen die ruder übernommen haben, ist die qualität ohnedies am boden...da würde eine steiegerung leicht fallen...aber nur "lehrlinge" als (billige) journalisten einzusetzen, die man morgen, wenn sie dann doch was können (und kosten!), wieder vor die tür zu setzen, das hat keine zukunft. und brandys glaubwürdigkeit ist ohnedies enden wollend...hat der nicht erst kürzlich getwittert, dass der aus/umzug keinesfalls stattfindet...braucht er ein neues dienstauto? der a7 zu klein/alt/langsam???
Die tun so, als ob sie ihre Online-Redaktion derzeit nach dem korrekten Kollektivvertrag zahlen würden. Dabei gab's grad neulich eine gegenteilige Meldung. Also Billiggehälter plus Kündigungen UND gleichzeitig soll die Qualität gesteigert werden. Soll man da lachen oder weinen?!
"Kurier" plant Kündigungen
Gibts kein Geld mehr vom Werner für "Anzeigen". Es ist eh bald Wahlkampf - ein bissl müssts noch durchhalten, dann gibts wieder Kohle von allen möglichen Seiten.
Ich lass schon meinen Volksempfänger warmlaufen und freu mich auf die Propaganda, schließlich hab ich die mit meinen Steuern mitfinanziert.
Aufzeichnung eines ziemlich informativen Panels zur Situation rund um die Novellierung des Urheberrechtsgesetzes, die Wünsche nach einem Leistungsschutzrecht, Festplattenabgaben usw.: http://youtu.be/pKb6ALpOw00
Was da die Kralingers und Brandstätters von sich geben - das klingt mir nicht nach Pfeifen im Wald, sondern nach blanker Panik. So schlimm ist's um den Kurier schon bestellt? War mal ne passable Zeitung, bevor sie in den letzten zwei Jahren zum putzigen VP-Biedermeierblättchen gestutzt wurde.
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