Bei Tieftauch-Experiment verunglückter Taucher aus Traunsee geborgen

12. Oktober 2012, 09:54
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Bad Ischler mit Such- und Berge-Roboter aus Wasser geholt - Tauchverbot wieder aufgehoben

Traunsee/Attersee - Der Leichnam eines 42-jährigen Sportlers, der am Wochenende bei einem Tieftauch-Experiment im Traunsee (Bezirk Gmunden) ums Leben gekommen ist, wurde in der Nacht auf Freitag geborgen. Die Einsatzkräfte orteten den Mann aus Bad Ischl im selben Bezirk kurz nach Mitternacht, mit einem Such- und Berge-Roboter wurde der Tote aus dem Wasser geholt. Das teilte die Pressestelle der Polizei Oberösterreich mit.

Der Gemeindearzt stellte als Todesursache Ertrinken fest und schloss Fremdverschulden aus. Nach der Bergung, an der Wasserretter aus Oberösterreich und Salzburg, die Feuerwehr sowie die Polizei beteiligt waren, wurde ein nach dem Unfall verhängtes Tauchverbot wieder aufgehoben. Die Bezirkshauptmannschaft hatte es in einem Umkreis von 100 Metern rund um die Unglücksstelle verhängt.

Sicherheitsvorkehrungen versagten

Der 42-Jährige galt als erfahrener Tieftaucher. Bei dem Experiment hatte es sich um einen österreichischen Rekordversuch gehandelt. Ziel war es, die tiefste Stelle des Traunsees mit 192 Metern zu erreichen. Mehrere Ärzte waren in das Vorhaben involviert und das Prozedere bis ins kleinste Detail geplant.

Während des Abstiegs wurden mehrere Flaschen gemäß den speziellen Tiefenanpassungen der Gasgemische verwendet. Ein eigenes Prüfprotokoll sollte klarstellen, wann sie zu wechseln sind. Sicherheitstaucher konnten dem Bad Ischler allerdings nur in eine Tiefe von 60 bis 70 Metern folgen. Am tiefsten Punkt hätte eine Boje angebracht werden sollen.

Fast zeitgleich war im Attersee ein 44-jähriger Hobbytaucher tödlich verunglückt. Der Mann aus Thalheim bei Wels war mit seinem Bruder unterwegs und bekam beim Aufstieg aus einer 45 Meter Tiefe Probleme mit der Luftversorgung. Sein Begleiter überließ ihm sein Mundstück, konnte den 44-Jährigen aber nicht fixieren. Der Mann entglitt ihm und sackte ab. Er konnte nur mehr tot geborgen werden. (APA/red, 12.10.2012)

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    Bojen kennzeichneten das Tauchverbot im Umkreis der Unfallstelle.

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