Schäuble: Herabstufung Spaniens Missverständnis

12. Oktober 2012, 08:15

Das Missverständnis gehe auf "die Schaffung unrealistischer oder unzutreffender Erwartungen" auf den Finanzmärkten zurück

Madrid/Berlin/Tokio - Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat die Herabstufung der spanischen Kreditwürdigkeit durch die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) kritisiert. Die Entscheidung basiere auf einem Missverständnis, das durch "die Schaffung unrealistischer oder unzutreffender Erwartungen" auf den Finanzmärkten geschürt worden sei, sagte Schäuble am Freitag in Tokio vor der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank.

Verunsicherung

S&P hatte die Senkung der Bonitätsnote von "BBB+" auf "BBB-" unter anderem mit Zweifeln an der Bereitschaft in Europa begründet, die spanischen Bankschulden zu vergemeinschaften. Hintergrund sind Pläne für eine europäische Bankenaufsicht, die Voraussetzung für eine direkte Rekapitalisierung maroder Banken in Euroländern durch den Rettungsfonds ist. Die Bankenaufsicht dürfte jedoch noch nicht im Jänner 2013 komplett stehen. Dies sorgt an den Märkten für Verunsicherung.

Die Jahrestagung solle auch dazu dienen, "das Unverständnis" auf den Finanzmärkten weiter auszuräumen, sagte Schäuble. "Wir werden sehr intensiv erklären, was wir machen, warum wir es machen und warum wir es nicht machen." Seinem Eindruck nach hätten die Teilnehmer des Treffens "sehr positiv zur Kenntnis genommen, dass wir in Europa erhebliche Fortschritte gemacht haben" bei der Überwindung der Krise. Schäuble und Bundesbankpräsident Jens Weidmann hatten am Donnerstag an den Beratungen der Finanzminister und Notenbankchefs der führenden westlichen Industrieländer (G7) teilgenommen. (APA, 12.10.2012)

Share if you care
14 Postings
Warum Missverständniss ?

Wenn die Ratingagenturen sonst auch nur politische Instrumente sind, aber da hat S&P recht. Die geben der Austeritätspolitik genau das Rating was diese Politik verdient-"fast schon Ramsch" Tragisch ist nur, dass Schäuble nicht mal im Ansatz fähig ist, das zu begreifen. Und immer noch an Wunder glaubt. Nicht nur er.

Diese Politik hat in den 30er Jahren nicht funktioniert und wird wieder nicht funktionieren. Nichts dazu gelernt, die Herrschaften.

Spiel's noch einmal Sam, spiel es! Und zwar mit allem Drum und Dran.

Gäbe es keine verpflichtung per gesetz, dass pendionsfonds, Versicherungen und krankenkassen einen teil in staatsanleihen anlegen müssen, hätten schon wesentlich mehr staaten finanzielle probleme.

Außerdem halte ich die meinungen von ratingagenturen für zutreffend. Niemand von uns normalos würde orivat staatsanleihen kaufen, oder?

Und basht nicht immer die ratingagenturen, bast die regierungen, die das schlamassel verschuldet haben, keiner hat sie dazu gezwungen sich zu 60, 70, 80 % zu verschulden.

Bei unternehmen sagt man schlechter unternehmer.
Bei länder sagt man scheiß ratingagenture, warum? Es sind doch unfähige regierungen und politiker....

In irgendwas müssen die halt auch investieren....

...wo sollen die auch hin mit dem ganzen Geld. Und bis vor einigen Jahren dachten alle (sie wohl auch), dass europäische Staatsanleihen konservativ sind.

Ansonsten bin ich Ihrer Meinung. Allerdings gehören die Ratingagenturen auch gebasht für viele Dinge, die sie tun.

es ist ja ein wunder, dass ueberhaupt noch jemand die empfehlungen der ratingagenturen beruecksichtigt. denn deren kompetenz durfte ja in der naeheren vergangenheit mehrfach angezweifelt werden.
und der rest duerfte kueenstlich erzeigte panikmache sein, beruhend auf der tatsache, dann man sich entweder wichtig machen oder geld damit verdienen will. vermutlich ne mischung aus beidem. denn als die usa herabgestuft wurden, ist die welt auch nicht zusammen gebrochen. aber bei den kleinen volkswirtschaften in suedeuropa (mindestens im vergleich zu den usa), wird sofort zeter und mordio geschrien. dabei ist deren zustand doch hinlaenglich bekannt. ruhe zu bewahren scheint einigen wohl zu langweilig zu sein...

Das Problem ist, dass es kaum Alternativen gibt?!

Es gibt halt 3 dominante Unternehmen. Und jeder kann sich halt keinen eigenen Research zu Unternehmen/Staaten leisten. Dann ist das einfachste, du schaust dir halt diese Noten an.

Weil sie weniger lügen als unsere regierungen.

Vergleichen sie einfach die aussagen von politik und ratingagenturen. Ratingagenturen liegen bei 99% richtig.

Regierungen liegen zu 99% falsch, treten dir ins gesicht und werfen dir vor der nächsten wahl 100 € in den fressnapf und kaufen sich die stimme. Dann kommt die nächste watschn....

Also die Ratingagenturen liegen/lagen sicher nicht....

...in 99% der Fälle richtig :-)

die geister die man rief wird man nicht mehr los. es ist doch ein wahnsinn, wenn private unternehmen soviel macht haben. vor allem ist es erschreckend dass diese ratings so viel gewicht haben. meiner ansicht nach müßte man diese ratingagenturen verbieten - eine staatlich getragene amerikanische und europäische sollten reichen.

...nicht verbieten,sondern verklagen...

tja - wenn ich mal aus der werbung zitieren darf:

"die geschichte des globalen geldsystems ist eine geschichte voller missverständnisse"

Ein Test?

Schauen wir mal, ob sie überhaupt noch reagieren?

Absurder Druck

Ratingagenturen machen einen absurden Druck:

Als "marktwirtschaftliches" Instrument drängen und drängen sie nur so darauf, dass Verluste "vergemeinschaftet" werden, zuerst im Land (WARUM "muss" ein Staat IRGENDWEN auffangen?! Er fängt ja auch Bäcker und Elektriker nicht auf! Wenn Banken zu groß sind, gehören sie zerschlagen oder stärker reguliert, aber doch nicht "aufgefangen"!), dann in der EU... also auf so eine Art quasi-kommunistische Risikoübernahme, nur, dass es eben nicht mal ein "Volksbetrieb" ist, sondern Privaten gehört.

Auch stufen Ratingagenturen Banken HINAB anstatt hinauf, weil sie mal AUFGEFANGEN wurden, was völlig UNLOGISCH ist, denn der Staat hat dann ja gerade BEWIESEN, dass diese Banken wichtig für ihn sind.

;-)

".... Entscheidung basiere auf einem Missverständnis ...."
aber ja, was sonst, alles was um den t€ passiert ist ein miss.....

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.