Ghana gibt Marine-Schulschiff Argentiniens nicht frei

12. Oktober 2012, 07:47
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US-Hedgefonds hatte "Libertad" an Kette legen lassen, um Rückzahlung von Anleiheschulden zu erzwingen

Accra/Buenos Aires/Washington - Das argentinische Marine-Schulschiff "Libertad" darf den Hafen der ghanaischen Stadt Tema auch weiterhin nicht verlassen. Ein Gericht des westafrikanischen Landes habe einen Einspruch Argentiniens gegen die vorübergehende Beschlagnahme des Dreimasters abgewiesen, teilte die Regierung in Buenos Aires am Donnerstag mit. Der US-Hedgefonds Elliott Associates hatte die "Libertad" vor einer Woche an die Kette legen lassen, um so die Rückzahlung von Anleiheschulden zu erzwingen.

Argentinien sieht darin eine Verletzung der diplomatischen Immunität, die dem Kriegsschiff und seiner 200 Mann starken Besatzung durch die Wiener Konvention garantiert sei. Vize-Verteidigungsminister Alfredo Forti und sein Kollege im Außenministerium, Eduardo Zuain, wurden zu politischen Gesprächen in die ghanaische Hauptstadt Accra entsandt.

Die Elliott-Tochter NML Capital will Anleiheschulden aus dem Jahr 2001 eintreiben. Der vom US-Millionär Paul Singer betriebene New Yorker Hedgefonds hatte sich an der von der argentinischen Regierung vorangetriebenen Umschuldung nach dem damaligen Staatsbankrott nicht beteiligt. Er versucht nun, auf dem Rechtsweg die volle Rückzahlung durchzusetzen. (APA, 12.10.2012)

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    Argentinische Offiziere vor der "Libertad" im Hafen von Tema.

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