Schwarzes Glas in Meteorit enthält Spuren des Marsbodens

Ansichtssache
13. Oktober 2012, 18:00
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foto: science/aaas

Washington/Rabat - In einem "jungen" Meteoriten aus der marokkanischen Wüste haben Forscher schwarzes Glas gefunden, das Spuren vom Mars enthält. Der Tissint-Meteorit war im vergangenen Jahr in Marokko eingeschlagen. Es handelt sich dabei um einen sogenannten Shergottiten, also magmatisches Gestein, das dunkle Minerale wie hier Olivin enthält. Dieses 1,1 Kilogramm schwere Fragment gehört dem Natural History Museum in London.

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Glaser am Mars? Also gab es intelligentes Leben?

wie kann man

die herkunft so genau feststellen? was macht es genau dem mars zuordenbar?

Die Schlüsselarbeit wurde 1983 in 'Science' veröffentlicht:
http://www.sciencemag.org/content/2... 1/4611/651
Im Wesentlichen geht es darum, daß Gaseinschlüsse im Meteoriten EET79001 dieselbe Zusammensetzung aufweisen wie die Marsatmosphäre (gemessen von den Viking-Landern 1976)
http://www.boulder.swri.edu/~hamilton... /gases.gif

Und, ganz frisch,...

...durch neue Messdaten von 'Curiosity' gerade eben erst bestätigt:
http://mars.jpl.nasa.gov/msl/multi... ageID=4847

Olivin ist gruen...nicht dunkel...

Mit Gruss an den Autor... (sagt ja schon der Name...nur wenn der Anteil an Eisen ueberwiegt kanns schon mal rötlich werden...aber dunkel...nie und nimmer! ;-))

Vielleicht etwas ungeschickt formuliert, aber im Prinzip paßt's schon:
http://de.wikipedia.org/wiki/Mafi... e_Minerale

warum gehört der stein nicht den afrikanern?

der mars ist wie ein kleiner bruder - der kann spucken und mit steinen werfen......

Das hat die Erde auch schon ein paar Mal. Das letzte Mal vor ca. 65 Mio. Jahren. Da hat sie ordentlich gespuckt ... und dabei nicht nur sich selbst angesabbert.

Na, wenigstens hats dieser

"Afrikaner" in die EU geschafft.

<< sarcasm off>>

Das erinnert mich wieder daran, die neu eröffnete Meteoritenausstellung im

Naturhistorischen Museum zu besuchen.....ist sicher super geworden.....

sperrt aber erst am 14.11. auf!

Ausgezeichneter Tip! :)

Das Naturhistorische Museum in Wien hat eine der größten und umfangreichsten Meteoritensammlungen weltweit und mit Prof. Köberl als Direktor stehen die Chancen auch sehr gut, daß das Zeug nicht verstaubt, sondern auch entsprechend wissenschaftlich aufgearbeitet wird:
http://de.wikipedia.org/wiki/Chri... %C3%B6berl

Gibt's Bilder von der neuen Sammlung?

Da hast Du mich jetzt, glaub' ich, etwas missverstanden. Die Meteoritensammlung gab's natürlich schon bevor Köberl Direktor geworden ist. Nur wird jetzt halt wieder intensiver damit gearbeitet und Teile der Sammlung werden auch dem "normalen" Besucherpublikum neu präsentiert.
Die Wiedereröffnung des "Meteoritensaals" ist für 14. November geplant
http://www.nhm-wien.ac.at/ausstellu... ritensaals
Das Tissint-Bruchstück, das hier in Bild 2 zu sehen ist, dürfte wohl eines der Prunkstücke der neuen Ausstellung werden.

weißt du ob man marsmeteoriten eindeutig einem marskrater zuodrnen kann.

bei manchen kann man ja das alter ziemlich genau abschätzen (kraterzählung)

und wenn man an hand der "weltraumverwitterung" dann auch noch weiß wie lange der im all war, zählt man 1 und 1 zusammen und kann ca. sagen ob das von diesem impaktereignis stammt

Ich würde sage nein. Da es einfach zu viele Krater gibt die da passen würden. Was möglich sein müsste ist die Gesteinsart am Mars mit dem Meteoriten zu vergleichen, da kommt dann vielleicht eine Region heraus, von der der Meteorit stammt. Im übrigen es gibt einige private Sammler in Österreich die ebenfalls sehr große Meteoritensammlungen haben. Das NHM als solches hat ca. 1700 verschiedene Meteoriten, wobei Köberl an sich eher ein Impaktforscher ist als Meteoritenforscher. Am geologischen Institut der Uni. Wien gibt es derzeit niemanden Dezitierten der sich damit alleine beschäftigt.

Ich hab nochmal genauer nachgesehen. Es gibt neben 'Zunil' inzwischen bereits eine Liste mit 5 potentiellen Ursprungskratern für Marsmeteoriten:

http://www.mars.asu.edu/christens... s_2005.pdf
(pdf mit 4,5MB; interessant ist in diesem Zusammenhang v.a. Abschnitt 2.4)

http://www.agu.org/journals/... 2600.shtml

Puhh! Kniffelige Frage!

Man kann das Alter bestimmen wie lange ein Marsmeteorit der kosmischen Strahlung ausgesetzt war ('cosmic-ray exposure' (CRE) Alter), sprich den Zeitpunkt bestimmen zu dem das Stück aus der Marskruste herausgeschlagen wurde.
Für den Nakhla-Typ sind sehr einheitliche CRE-Alter bekannt (~11Ma), man nimmt also einen gemeinsamen Verursacher an, aber ein passender Marskrater ist nicht bekannt.
Shergottite, wie z.B. Tissint, haben unterschiedliche CRE-Alter (~0,5-19 Ma, also mehrere Impaktereignisse). Ein möglicher Kandidat für Shergottite wäre der Krater 'Zunil' im Gebiet 'Cerberus Fossae':
http://en.wikipedia.org/wiki/Zunil_(crater)

Bild 5

In diesem "Schotterfeld" einen einzelnen Stein als anders als die übrigen überhaupt zu erkennen ist schon beeindruckend!

gab da mal eine doku, arte glaub ich, da ging es um den 1. asteroiden bei dem man vorhersagen konnte er trifft die erde, dann und dort. war asteroid http://de.wikipedia.org/wiki/2008_TC3

da hat man dann auch einige bruchstücke gefunden.
war hauptsächlich eine arbeit von studenten ;-). die sind in der suchellipse im abstand von 100 metern, glaub ich,durch die wüste gelatscht.

wenn sie glaubten etwas gefunden zu haben, funkten die den prof an, der ist dann mit dem jeep hin und hat das teil untersucht und gegebenenfalls eingesammelt.

die antarktis, ist auch ein dankbares gebiet, zT kaum niederschlag und super kontrast (schwarz, weiß), da sticht so ein steinchen schon hervor.

viel bewunderswerter finde ich, dass man da was gefunden hat.
überhaupt ein interessanter fall.
http://de.wikipedia.org/wiki/Neus... eteorit%29

Kommt das nach den Analysen eh in den Buntglascontainer? ;-)

Ah, gell Spucki, mir ist so fad...

Dem Felsen muß es so langweileilig geworden sein auf dem Mars, dass der abgehauen ist, oder was? Hat der Mars nach uns mit Steinchen geworfen? Vielleicht ist die Entstehungsart des Meteoriten ähnlich wie des Planeten, aber, dass Planeten selbst mit Meteoriten um sich werfen ist doch sehr weit hergeholt...

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