Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
Testosteron gilt als das Männlichkeitshormon schlechthin - es steht für Aggression und Imponiergehabe. Wissenschaftler um den Ökonomen Armin Falk von der Universität Bonn konnten nun zusammen mit Kollegen der Maastricht University überraschend zeigen, dass das Geschlechtshormon auch soziales Verhalten fördert. In Spielsituationen erwies sich, dass Probanden nach Gabe von Testosteron deutlich seltener logen als Personen die nur ein Placebo erhielten. Die Ergebnisse sind nun in der Fachzeitschrift"PLoS ONE" erschienen.
Das Hormon Testosteron steht für typisch männliche Attribute: Es sorgt für die Ausbildung der Geschlechtsmerkmale, fördert die Libido und steigert den Muskelaufbau. Frauen verfügen ebenfalls über dieses Geschlechtshormon, doch in viel geringerem Maß. "Dem Testosteron wird immer wieder nachgesagt, dass es aggressiv macht sowie riskantes Verhalten und Imponiergehabe steigert", berichtet der Neurowissenschaftler Bernd Weber vom Center for Economics and Neuroscience (CENS) der Universität Bonn. Neuere Studien deuten jedoch darauf hin, dass das Geschlechtshormon auch das Sozialverhalten fördert.
"Der Nachteil vieler Studien ist jedoch, dass sie lediglich den Testosteronspiegel der Probanden mit deren Verhalten vergleichen", schildert Erstautor Matthias Wibral. Dieser Ansatz gebe aber lediglich statistische Zusammenhänge wieder und erlaube keine Einblicke in die Ursachen des Verhaltens. "Denn das Testosteron beeinflusst nicht nur das Verhalten, sondern das Verhalten umgekehrt auch den Hormonspiegel." Die Wissenschaftler des CENS suchten deshalb nach einem experimentellen Ansatz, der auch Rückschlüsse auf Ursache und Wirkung erlaubt.
In einem Verhaltensexperiment wurden von 91 männlichen Probanden 46 mit Testosteron behandelt, indem das Hormon als Gel auf die Haut aufgetragen wurde. Endokrinologen des Bonner Universitätsklinikums überprüften am Tag danach, ob bei ihnen der Testosteronspiegel im Blut tatsächlich höher war als in der Placebogruppe. Die anderen 45 Testpersonen bekamen lediglich ein Placebo-Gel. "Weder die Probanden selbst, noch die durchführenden Wissenschaftler wussten, wer Testosteron bekommen hat und wer nicht", so Wibral. Damit sollten mögliche Einflüsse auf das Verhalten ausgeschlossen werden.
Dann folgten die Verhaltensexperimente: Die Testpersonen führten ein einfaches Würfelspiel in separaten Kabinen durch. Je höher die gewürfelte Augenzahl, desto größer war der Geldbetrag, den es als Belohnung gab. "Diese Versuche waren so konzipiert, dass die Probanden lügen konnten", berichtet Prof. Weber. "Niemand bekam in den abgeschirmten Kabinen mit, ob sie tatsächlich die gewürfelte Zahl in den Computer eingaben - oder eine höhere, um mehr Geld zu bekommen." Allerdings konnten die Wissenschaftler im Nachhinein feststellen, ob die verschiedenen Testpersonengruppen geschummelt hatten oder nicht. "Statistisch ist die Eintrittswahrscheinlichkeit für alle Würfelzahlen von eins bis sechs gleich hoch", erläutert der Neurowissenschaftler. "Wenn also bei diesen Zahlen ein Ausreißer nach oben vorkommt, ist dies ein klares Indiz, dass Probanden gelogen haben."
Die Forscher verglichen die Ergebnisse der Testosterongruppe mit der Kontrollgruppe. "Dabei zeigte sich, dass die Probanden mit den höheren Testosteronwerten deutlich seltener logen als die unbehandelten Testpersonen", berichtet Falk, zusammen mit Weber einer der Direktoren des CENS. "Dieses Ergebnis widerspricht klar dem eindimensionalen Ansatz, dass Testosteron zu antisozialem Verhalten führt." Wahrscheinlich steigere das Hormon den Stolz und das Bedürfnis, ein positives Selbstbild zu entwickeln. "Vor diesem Hintergrund reichten offenbar ein paar Euro als Anreiz nicht aus, das Selbstwertgefühl aufs Spiel zu setzen", so Falk. (red, derStandard.at, 14.10.2012)
Link
PLOS One: "Testosterone Administration Reduces Lying in Men"
Grazer Forscher: OMVs besitzen die Antigene in der natürlichen Anordnung
Forscher stellen anhand von neuronalen Markern bei Säuglingen ab fünf Monaten bewusste, wenn auch verlangsamte, Wahrnehmung fest
Eiweiß stellt Stoffwechsel im Muskel um und verhindert Ansammlung von Laktat
Deutsche Forscher entschlüsseln die sehr stabile Struktur Proteins C4BP aus der menschlichen Immunabwehr
Untersuchung mit Kryo-Elektronenmikroskop zeigt: höhere Lebewesen haben auch komplexer aufgebaute Proteinfabriken
US-Forscher: Größe und Vernetzung des Hippocampus geben über Mathe-Lernfortschritt Auskunft
Interaktion mit der Umgebung formt das Gehirn
Molekularbiologin Angelika Amon befasst sich mit zellulären Ursachen der Krebsentstehung - 300.000-Euro-Auszeichnung gemeinsam mit Ivan Dikic erhalten
Forscher stellen mithilfe gentechnischer Methoden sogenannte Nanobodies her
US-Wissenschafter verglichen die neuronale Aktivität im Hippocampus von Ratten, die sich in der realen und einer virtuellen Welt fortbewegten
Öffnungs- und Schließmechanismus genauer untersucht - Ionenkanäle sind wichtige Angriffspunkte zahlreicher Medikamente
Schweizer Forscher klären Mechanismus: Ist der Proteinkomplex mTORC1 dauerhaft aktiv, kommt es zur Erkrankung des Muskels
Kinder und Jugendliche sammeln Staub für die Wissenschaft - Salzburger Molekularbiologen wollen damit die Hintergründe für die Entstehung von Allergien untersuchen
Fluoridhaltige Zahnpasta kann auch die Kraft beeinflussen, mit der sich Erreger an Zahnschmelz-Oberflächen anheften
Wiener Wissenschafter klärten Mechanismus auf, wie bakterielle Infektionen nach vorhergehender Ansteckung mit Viren fatale Auswirkungen haben können
Schmelzabsprengungen nehmen zu, sagen Zahnmediziner - Schuld daran ist unser kaum abgenutztes Gebiss
Forscher stellen bei Experiment fest: Ballt man die Hand zur Faust, kann das die Gedächtnisleistung verbessern - Links und rechts unterschiedlicher Effekt
Neue Erkenntnis über neuronale Prozesse nach Verletzungen
Listerien gelten normalerweise als gefährliche Erreger - Die Bakterien können aber auch genutzt werden, um eine Art nukleare Sprengköpfe in Krebszellen einzuschleusen
Udo Saldow fördert die Erforschung der endometrialen Stromasarkome an der Med-Uni Graz
Forscher kommen Ursachen des Kartoffelchips-Effektes näher - Snacks regen im Gehirn Areale an, die für Belohnung und für Sucht zuständig sind
Forscher fanden heraus, wie die Bildung von Killer T-Zellen reguliert wird
Forscher identifizieren die entscheidende Hirnregion: Der Nucleus accumbens gehört zum Belohnungszentrum des Gehirns
Es gibt auch sehr starke und potente Männer mit niedriger Testosteronspiegel. Bei Transexuellen
(Mann --> Frau) wird der Testosteronspiegel mit Medikamente drastisch gesenkt, ihre Potenz leidet aber normalerweise nicht darunter.
wenn ich durch mehr testosteron selbstbewusster bin, so hab ichs einfach nicht nötig in sozialen situationen zu lügen.
das würfelexperiment ist aber wohl schwachsinn. weil dort allein aufgrund der idealen statischen verteilung, ohne wirklich durch eine kamera die würfel gesehen zu haben, auf lüge/wahrheit zu schliessen ist ja komplett wertlos.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.