Wer holt die Händler zurück in die Stadt

Interview | Verena Kainrath
11. Oktober 2012, 18:12
  • Eine Kunstaktion von Betsabee Romero aus dem Jahr 2007. Trotz Parkplatzmangels sind in Österreichs Innenstädten aber noch wenige Autos im Teich abgestellt worden.
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    Eine Kunstaktion von Betsabee Romero aus dem Jahr 2007. Trotz Parkplatzmangels sind in Österreichs Innenstädten aber noch wenige Autos im Teich abgestellt worden.

  • Bürgermeister sollten Shoppingcenter-Manager sein, sagt 
Handelspräsident Stephan Mayer-Heinisch (li.). Gemeindebundpräsident 
Helmut Mödlhammer sieht Händler vielfach Unverschämtes fordern.
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    Bürgermeister sollten Shoppingcenter-Manager sein, sagt Handelspräsident Stephan Mayer-Heinisch (li.). Gemeindebundpräsident Helmut Mödlhammer sieht Händler vielfach Unverschämtes fordern.

In Innenstädten den roten Teppich ausrollen? Über verödete Ortskerne, Geld, Leere und pokernde Bürgermeister

STANDARD: Herr Mödlhammer, wo gehen Sie einkaufen?

Mödlhammer: Ich kaufe wenig ein, das erledigt meine Frau. Aber habe ich die Möglichkeit, dann natürlich in meiner Gemeinde. Das ist Pflicht eines Bürgermeisters.

STANDARD: Herr Mayer-Heinisch, im Zweifel für oder gegen die kleinen Händler in der Innenstadt?

Mayer-Heinisch: Ich bin ein Wandervogel, gehe dorthin, wo ich am besten bedient werde. Ich erlebe fantastische kleine Händler, aber auch tolle internationale Ketten.

STANDARD: Den Weg durch Österreich säumen verödete Ortskerne. Der Handel lebt auch ohne sie gut ...

Mayer-Heinisch: ... die Städte umgekehrt aber nicht ohne den Handel.

STANDARD: Wird einem da bange?

Mödlhammer: Mir wird sehr bange. Unsere Modellfunktion bei der Erhaltung ländlicher Gebiete steht auf der Kippe. Es ist vielleicht fünf vor zwölf. Wir müssen alles daransetzen, die öffentliche Infrastruktur zu erhalten. Die Leute gehen dorthin, wo sie arbeiten und wohnen können, wo sie ein Umfeld - von Kinderbetreuung bis Pflege - vorfinden. Wir brauchen einen Masterplan für ländliche Gebiete.

Mayer-Heinisch: Die Entleerung der ländlichen Räume ist ein Megatrend. 2050 werden 75 Prozent der Europäer in Städten leben. Viele Gemeinden in Österreich wurden ohne Strategien verwaltet. Durch ungeschickte Raumordnung fand der Handel leichtere Spielwiesen vor der Stadt. Ich selbst habe wenige Bürgermeister getroffen, die um ihn gekämpft haben, und sehr viele, die sagten, dann soll er halt gehen. Es klingt keck, aber: Bürgermeister sollten Shoppingcenter-Manager sein für ihre Städte. Viele aber haben das an irgendeinen Werbeverein delegiert.

Mödlhammer: Ist kein Geld da, ist ihr Spielraum begrenzt - die Wirtschaftlichkeit hat viele veranlasst, Betriebe dort anzusiedeln, wo es am leichtesten ist, günstige Flächen gibt, an Verkehrsadern, mit Ausbaumöglichkeit. Der Handel umgarnte sie. Da wurde übers Ziel hinausgeschossen. Es gibt aber Gegenbewegungen, auch von Betrieben, die zurückwollen in die Orte.

Mayer-Heinisch: Auch der Handel selbst muss sich an der Nase nehmen. Regionalkaiser haben Neues oft verhindert. Heute gibt es sie nicht mehr, und andere Entwicklungen fanden außerhalb statt. Es gibt aber auch Positives: Leoben etwa. Für mich war die Stadt handelstechnisch immer ein No-Go - bis sie ein Public-Private-Partnership-Modell mit Investoren umdrehte. Heute ist Leoben auf fast jeder Speisekarte. Der zuvor fade Hauptplatz ist wieder lebendig.

STANDARD: An welchen Schrauben muss man drehen?

Mödlhammer: Es braucht Anfahrts- und Parkmöglichkeiten. Gibt es Einzugsgebiete, gehen auch kleine Geschäfte wie Nischen gut. Vieles hängt an kreativen Kaufleuten.

Mayer-Heinisch: Auswahl, Anfahrbarkeit, Ambiente sind spielentscheidend. Ich bin nicht per se gegen Citymauten, aber werde ich dort geschröpft und dann im Parkhaus, ist das ein bisserl viel. Das eigentliche Problem jedoch waren die kleinteiligen Strukturen der Gemeinden, die alle Steuereinnahmen auf eigenem Gebiet wollten. Überregionale Steuerverbände hätten da korrigierend gewirkt.

Mödlhammer: Man muss sich stärker abstimmen. Nicht jede Stadt kann eine Tourismusregion, nicht jede eine Industrie- oder eine Einkaufsstadt sein. Die Bürgermeister können Marktentwicklung nicht steuern, aber die Leute darauf aufmerksam machen, das Angebot vor Ort zu nutzen - und es attraktiv machen. Bei mir im Ort gibt es eine Metzgerei, die sich auf Rindfleisch spezialisiert hat. Die Leute kommen dafür zig Kilometer her.

STANDARD: Der Handel lässt sich Engagement in halbtoten Städte oft teuer abkaufen. Geht das nicht in Richtung versteckter Subvention?

Mayer-Heinisch: Ein Henne-Ei-Problem. Händler gehen dorthin, wo Kunden sind. Wo es kippt, wird ein guter Händler verhandeln, seinen Vorteil nutzen und ziehen ...

Mödlhammer: ... da gibt es zum Teil unverschämte Forderungen ...

Mayer-Heinisch: Da gibt es halt immer zwei, einen der fordert und den anderen, der gibt. Ich habe viele Städte erlebt, die jahrelang eine Mittagsöffnungszeit oder gescheite Parkplätze verhindert haben. Irgendwann kamen Fachmärkte vor die Stadt. Und jetzt ist es vorbei. Der Handel ist eine schnelllebige Industrie, fackelt nicht lang herum, weil er unter unfassbarem Druck steht. Ein Unternehmen mit 120 Filialen kann nicht auf die einzelne Stadt Rücksicht nehmen.

STANDARD: Gibt es die Rückbesinnung auf Einkaufen in Ortskernen? Oder wird hier romantisiert?

Mayer-Heinisch: Der Trend geht nicht zu Greißlern aus Großmutters Zeiten zurück. Es entstehen neue Vertriebsformen. Auch die Gastronomie verändert sich. International redet man davon, dass gute Handelsflächen nicht mehr sieben Prozent Gastronomie haben, sondern bis zu 20 Prozent.

Mödlhammer: Jeder wünscht sich ein ruhiges Ambiente, mit Angeboten wie in Einkaufscentern und Preisen nach dem Motto "Geiz ist geil". Aber ein Umdenken ist da. Kundennähe, Beratung sind eine Riesenchance. Es gibt gute Beispiele: Mohn- oder Gemüsegemeinden etwa leben vor, wie es gehen kann.

Mayer-Heinisch: Das ist very nice to have, aber wird die Welt nicht retten. Ich warne davor, sich der Illusion hinzugeben, mit Genussregionen alles wieder umzudrehen. Es gibt einen Grundstock an Versorgung, die der Handel liefern muss. Und der ist von Hamburg bis Belgrad standardisiert. Aber in einer Altstadt die Mauer rausbrechen, um dafür 600 Quadratmeter Verkaufsfläche zu schaffen - da ist nur für Liebhaber was möglich.

STANDARD: Die Begrenzung der Verkaufsfläche hat dort immer wieder zu heftigen Fehden geführt ...

Mödlhammer: Mehr als 250 Quadratmeter waren nicht möglich ...

Mayer-Heinisch: ... und wo hat uns das hingebracht? Nirgendwohin.

Mödlhammer: So ist es. Die Großen haben sich arrangiert, waren dann weg. Der Innenstadtkaufmann konnte nicht mehr erweitern.

Mayer-Heinisch: Er ist dort bis aufs Blut gequält worden.

Mödlhammer: Es muss von Gesetzes wegen mehr Möglichkeiten für jene geben, die sich in Ortskernen ansiedeln. Sie sollen bessere gesetzliche Bedingungen haben als jene auf der grünen Wiese.

Mayer-Heinisch: Zum Beispiel bei den Öffnungszeiten.

Mödlhammer: Aber auch bei der Erweiterung: Flächenbeschränkung weg in diesem Bereich. Parkplätze zu günstigen Bedingungen.

Mayer-Heinisch: In den Innenstädten gehört der rote Teppich ausgerollt. Man darf nur nicht ins Umgekehrte verfallen und die auf der grünen Wiese mit Parkplatzsteuern und ähnlichem Unfug quälen. Man sollte in den Bundesländern einige Musterorte herausnehmen und dorthin alle Kräfte konzentrieren. Dafür braucht es aber eine Politik, die über Wahlperioden hinausgeht. Ich sehe viele Städte, die vielleicht unrettbar sind. Aber die Not ist wohl noch nicht groß genug für solche Veränderungen.

Mödlhammer: Derzeit findet ein Tauziehen und Pokern um Betriebe statt: Wer mehr gibt, kriegt sie.

Mayer-Heinisch: Ein Strickfehler im System.

Mödlhammer: Anderswo in Europa ist es schon fünf nach zwölf, da sind Regionen völlig aufgelassen.

Mayer-Heinisch: Vor allem in Osteuropa. Der Wolf verbreitet sich dort rascher als der Mensch. Das wiederzubeleben, spielt es nicht. (Verena Kainrath, DER STANDARD, 12.10.2012)

Stephan Mayer-Heinisch (58) ist Präsident des Handels- und Einkaufscenterverbands und Ex-Humanic-Chef.

Helmut Mödlhammer (60), ist Bürgermeister von Hallwang und Präsident des Österreichischen Gemeindebundes.

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Höre ich immer wieder! Leoben als "gutes Beispiel"! Ich sehe in den Gassen rund um den Hauptplatz dieselbe Leere als in anderen Städten! Was ist da so toll gelungen?

nette diskussion...

...nur neu ist sie nicht.
in meiner heimat stadt laeuft sie nun seit ueber 30 jahren. innenstadt belebung, wir muessen endlich handeln um die kleinen geschaefte dort halten zu koennen.

komisch ist nur, dass in der zeit vor der stadt der interspar ein riesen zentrum gebaut hat, dahinter hofer, obi und co und sogar einige innenstadt haendler dorthingezogen sind. und jetzt im fruehjahr wurde mit den innenstadt galerien eine neue mega shopping mall eroeffnet, und die letzten die quasio noch in der innenstadt waren dorthin gezogen...

aber seit 30 jahren das selbe gejammer, wir muessen die innenstadt beleben, die kleinen haendler dort halten...

...nur jetzt gibts wirklich keinen mehr :)

Pröll hat NÖ zerstört.

Tja, ist blöd wenn man Fahrrad fährt... daher wohl das plötzliche Interesse an der Nahversorgung.
Aber die Waren müssen erstmal mit dem Lastwagen in die Stadt gebracht werden, damit die Bobos dann umweltschonend mit dem Fahrrad vorfahren können!
Und die Shopping-Center am Rand funktionieren einfach besser.

Was sagens denn zu Postpaketen von Amazon, H&M & Co.?

Sollen sich die Leute ihre Pakete nun am Stadtrand abholen, damit man sie nicht mit dem Postwagen in die Stadt fahren muss?

Shopping-Center am Stadtrand sind blöd. Man muss erstmal eine halbe Stunde hin und halbe Stunde zurück fahren statt nur eine halbe Stunde heim und paar Minuten entfernt ins Geschäft zu gehen. Wenns staut, dauerts noch länger. Sperren die Geschäfte noch dazu um 19h oder früher zu, kanns zeitlich knapp werden, noch an den Rand fahren zu müssen.

Und je länger man braucht, desto eher findet man wieder keinen nahen Parkplatz in der Stadt.

Ein LKW bringt so viele Waren in die Stadt ...

... wie wie viele PKWs, die zum Shopincenter auf der grünen Wiese fahren und dann wieder in die Stadt rein?

Also da bin ich lieber ein Bobo, als so kurzsichtig zu sein wie Sie.

jede stadt hat die selben probleme

unqualifizierte unfähige beamte in ämtern die für genehmigungen zuständig sind keine soziale bzw. wirtschaftliche ausbildung und keine kenntnisse über zielpublikum was diese die masse wollen.

leicht einfach bequem mit gesundem branchenmix einkaufen gehen ohne alkoholiger, bettler oder dreck in den strassen bzw. auslagen (leerstehend) zu sehen.

der mensch kauft mit den augen was er sie sieht und bleibt dort wo er sie sich wohlfühlt in der masse.

missanthropen bzw. einzelkämpfer werden es nie lernen nur miteinander kann etwas positiv bewegen.

deswegen bauen wir unis auch am stadtrand. weil dort keine magazinbettler am eingang auflauern.

aber echt. gestern hat einer zweimal innerhalb von einer minute versucht mich anzubetteln. hält der mich für dement? oder war er es?

"missanthropen bzw. einzelkämpfer werden es nie lernen nur miteinander kann etwas positiv bewegen."

"... ohne alkoholiger, bettler ..."

Einfach geil.

problematik der innenstädte

dort sitzen meistens alteingesessene einzelunternehmerfamilien mit "altem" stammpublikum und wirtschaftsunkompetente immigranten, welche nicht deutsch können bzw. fachwissen haben.

und die paar konzernen ist es egal, obs dort in einer innenstadt aufsperren/zusperren, die setzen die wirtschaftsabteilungen MA 2412 einfach vor die wahl - förderungen oder zusperren!

wenn in den städten am magistrat dazu noch lauter unkompetente menschen sitzen die nicht auf nachhaltigkeit, gewinnorintiert und ausgewogenheit geschult wurden in unserer lahmen bildungspolitik, kann kein konzept ausser bei privaten investoren in ekz aufgehen.

werbemassnahmen in der innnenstadt sind von epus (stammkunden) und immigranten (keine) - wu-studium von nöten!

G3 Shopping Resort..

Leider fällt den Wenigsten auf wie sehr sich der Verkehr und die Wirtschaft durch die EKZ verändert.

Aber jetzt haben wir wiedermal die Möglichkeit - quasi erste Reihe fußfrei - zu beobachten was passiert wenn das G3 Gerasdorf eröffnet..

Schon in der UVP war klar was das Riesen-EKZ für die Anrainer und für die Region bedeutet:
* Der Verkehr in den umliegenden Ortschaften Hagenbrunn, Klein Engersdorf, Gerasdorf usw. ist durch die Eröffnung wieder auf dem gleich hohen Nivau wie vor der Eröffnung der S1/A5
* In der UVP wurden tatsächlich die Verkehrswerte "2025 ohne S1/A5" mit "2025 mit S1/A5 + EKZ" verglichen.. dadurch ist das Kunststück gelungen, dass das EKZ G3 praktisch keinen Verkehrssteigerung mit sich bringt..

Ich frage mich immer wieder warum dann zB Paris - das ja als "Autohölle" bekannt ist dann so eine tolle Geschäftsstruktur hat - egal ob im Zentrum oder in den Banlieus. Ist es vielleicht auch die Haltung der Menschen, denen Individuelles Angebot kleiner Privatgeschäfte und gute Qualität wichtig ist oder die sich mit der Masse zufrieden geben? Nicht, dass es dort nicht auch die Riesensupermärkte usw. gäbe, aber streunen's dort mal durch die diversen Viertel - innerhalb u. ausserhalb der Peripherie und zurück in Wien kommen ihnen nur noch die Tränen, wenn's einkaufen gehen wollen.

Das G3 wird ein Problem für Floridsdorf. Das ohnehin nicht so tolle SCN wird es kräftig spüren und auch das DZ. Wenn dann noch die ersten Zubringer GRATIS Busse fahren wird es um die letzten Geschäfte in Floridsdorf zu Ende sein.

ps

Sämtliche Fachgutachten in der UVP (Luft, Wasser, Lärm, usw) bauten ihre Zahlengerüste auf die verfälschten Verkehrswerte auf.

Kein einziger Politiker hat das aufgezeigt, vielleicht hat es aber auch keiner verstanden..?

Einzig das Umweltbundesamt hat diese erheblichen Mängel aufgezeigt, aber anscheinend auch zu wenig Macht..

Die UVP war eine Farce. Mit den Folgen dieser falschen Entscheidung können sich noch unsere Kindeskinder herum schlagen.
Schöne neue Konsumwelt.

* Da die Kaufkraft gleich eleiben wird, werden die vorhandenen Euros anstatt in den Städten und Dörfern zum EKZ G3 geführt. (mit dem Auto selbstverständlich)
Da können die Korneuburger noch so viele Einkaufsnächte machen.. die meisten Bewohner der umliegenden Dörfer sind schneller im EKZ als in einem Geschäft am Hauptplatz.

Sämtliche Politiker ob Rot oder Schwarz (mehr gibt es in NÖ nicht) haben hier mit gemacht, die Bevölkerung verkauft und auf ganzer Linien versagt.

Das lasche Baurecht und die Flächenwidmung bzw. Gesetzgebung tat das ihrige dazu.

aber hauptsache, die Landesglatze hält das Parkpickerl für einen unfreundlichen Akt.

Dass die Widmung für das G3 ein unfreundlicher Akt, sowohl gegen Wien als auch die umliegenden Gemeinden war, wird schön verschwiegen.

Ich kauf - wenn möglich - nur mehr in Einkaufszenten ein - und zwar aus Protest. In der Innenstadt meiner Heimstadt zahlt man deftige Parkgebühren, durch erweiterte Fußgängerzonen und Verkehrsbeschränkungen muss man elendslange Wege zurücklegen (was grundsätzlich kein Problem wäre, nur hab ich wirklich selten die Zeit dafür), die Ladenöffnungszeiten sind eingeschränkter und es ist in der Regel teurer. Wenn die Politik in Bezug auf Innenstädte immer mehr Einschränkungen verordnet, dann werd ich mein Verhalten danach ausrichten.

So ist es - erst wird die Infrastruktur mit "teuren" Massnahmen ruiniert, dann wundert man sich und versucht halbherzige "Rettungsaktionen".

So isses!

Das Auto ist heute, auch wenn's so manchen Grünstichigen noch so zwickt, wichtiges Hilfsmittel für den Einkauf geworden. Kaufte ich früher fast täglich beim Greissler ums Eck ein, wo ich den Einkauf locker in einer Tasche heimtragen konnte, so kaufe ich heute 1x pro Woche oder noch seltener ein, in solchen Mengen, die ich ohne Auto nicht mehr bewältigen kann. Die Musi' spielt daher dort, wo die passende Infrastruktur fürs Auto angeboten wird, und nicht in den "parkraumbewirtschafteten" Stadtzentren.
"Zurückbringen" wird die Händler niemand mehr, der Zug ist schon lang weg. Auch in der Nach-Auto-Zeit wirds anders aussehen - mit Order über Web und zeitnahem Zustellservice, wenns sein muss sogar mit Elektroautos, fürs Grüne Gewissen! :)

Sie haben Recht! Ich tu dasselbe.

wien...

wie sehen denn die ehemaligen einkaufsstrassen abseits der gängigen noch existierenden einkaufsstraßen aus ?

türkische handyshops, imbissbuden, fetzenläden für einwanderer, wettcafes und bestenfalls ein tschibo. das ist die wirklichkeit.

die 75cent-shops nicht vergessen. 1€ ist marketingtechnisch nicht mehr gut genug.

und die schwachsinnigen politiker machen dann noch eine einkaufsstraße draus, mit dem effekt, dass die einheimischen dort trotz parkpickerl kurzparkzone haben (ottakringer z.b.)

Versteh nicht, was an den EKZs so teuflisch sein soll.

Für Einkäufe: Ich fahr mit dem Auto bis vor die Tür und nachdem die am Stadtrand von Kleinstädten liegen ist auch der Verkeht dorthin kein Problem (mal von Ausnahmen wie Parndorf abgesehen).

Wenn ich ein Eis essen gehe, dann geh ich ins Zentrum, aber ob ich da jetzt dann mein Eis vor eine Bipa Filiae esse, oder ob das einfach ein Platz ohne Geschäftslokae is mir eigentlich egal...

Werd aber sicher nicht mit dem Kinderwagen meine Bierkisten heimführen.

Das geht so leider nicht lange gut. Denn der Eissalon wird zusperren bzw. ins Einkaufszentrum abwandern weil in der Innenstadt zu wenig Frequenz ist, (da der Bipa weg ist.)

Verkehr nimmt abermals zu und die Oma ohne Auto kann sich dann ihr Eis aufzeichnen.

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