Nationalfeiertag: Neuer Platz für Gedenken in Krypta gefunden

Peter Mayr, 11. Oktober 2012, 17:46
  • Neuer Gedenkort in der Krypta: Verteidigungsminister Norbert Darabos mit dem für die Traditionspflege zuständigen Generalleutnant, Christian Segur-Cabanac, vor der Gedenktafel des Heers.
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    foto: standard/neubauer

    Neuer Gedenkort in der Krypta: Verteidigungsminister Norbert Darabos mit dem für die Traditionspflege zuständigen Generalleutnant, Christian Segur-Cabanac, vor der Gedenktafel des Heers.

Staatsspitze macht Bogen um den "toten Soldaten" - Der Bildhauer war NSDAP-Mitglied, unter seiner Statue lagen Geheimbotschaften

Wien - Der tote Soldat wird heuer links liegengelassen: Der Bundespräsident und die Regierungsmitglieder werden bei den Gedenkfeiern am Nationalfeiertag erstmals keine Kränze vor der Skulptur in der Krypta des Burgtors niederlegen. "Der Kranz wird bewusst nicht mehr am Fuße des Denkmals des 'toten Soldaten' von Wilhelm Frass niedergelegt", sagt Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) zum STANDARD. Darauf habe er sich mit der ÖVP und der Präsidentschaftskanzlei geeinigt.

Der Hintergrund: Bildhauer Wilhelm Frass war schon als illegaler Nationalsozialist aktiv und später NSDAP-Mitglied. Frass prahlte auch, bei der Montage seines "Soldaten" im Jahr 1935 eine Metallkapsel mit Botschaften versteckt zu haben. Darabos ließ das Denkmal diesen Sommer untersuchen. Zutage kam tatsächlich ein Metallbehälter mit zwei Botschaften darin: Die eine ist eher ein pazifistischer Aufruf (soll aber nicht von Frass stammen), die andere des Bildhauers fällt eindeutig aus: "Möge der Herrgott unser herrliches Volk einig, im Zeichen des Sonnenrades, dem Höchsten zuführen", war darin zu lesen.

An einer Kranzniederlegung in der Krypta will man festhalten - eine andere Stelle musste dafür gefunden werden. "Um die erforderliche Zäsur zu markieren", sagt Darabos. Neuer Ort ist vor der Gedenktafel für die im Einsatz verunglückten, verstorbenen und gefallenen Soldaten des Heeres. Dort stünde die Kranzniederlegung "in einem engeren Zusammenhang zum 26. Oktober 1955, an dem die immerwährende Neutralität beschlossen wurde", sagt Darabos.

Der "tote Soldat" wird bleiben, wo er ist. "Es geht um eine Historisierung und Kontextualisierung des Ortes und nicht darum, Objekte zu entfernen und Geschichte auszulöschen", sagt Heidemarie Uhl, die als Historikerin mitverantwortlich für die Neugestaltung des Heldendenkmals verantwortlich ist. Ende des Jahres soll die Finanzierung stehen, Mitte 2013 das Projekt ausgeschrieben werden- angepeilter Baubeginn: März 2014. Uhl: "Das ist kein Museum, sondern ein lebendiger Gedenkort. Die Herausforderung ist, ihn zum Sprechen zu bringen - in all seinen historischen Schichten." (Peter Mayr, DER STANDARD, 12.10.2012)

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Am Nationalfeiertag haben wir nichts besseres zu tun als des verlorenen Krieges zu gedenken.

Wir sind alle in der Geiselhaft der Ewiggestrigen. Das ist immerhin ein Anfang.

Wir haben nicht verloren. Verloren haben die Nazis.

Noch einer, der an der Opferthese festhalten will.

Na ja, eigentlich habe ich das mit "Geiselhaft" gemeint. Das Denkmal wurde für den ersten Weltkrieg gebaut. In der Zwischenzeit haben die Deutschen noch einen Krieg verloren. Was geht mich das an? Feiertag ist das wohl keiner.

Noch einer, der an der Opferthese festhält.

warum ist die Krypta nicht offen ? Wir könnten uns auf den Helden

drauf setzen, wie andernorts sich die Touris auf den straßenwaschenden Juden draufgesetzt haben...
Ich versteh wirklich nicht, warum diese Held mit seinem langen Mante und seinem Helm so einsam weggesperrt dahinliegen muss.
Ein paar Punksprüche draufsprayen! Macht das ganze etwas lebendiger - oder ist der Typ etwa heilig und darf nicht beschmutzt werden? Was ist denn damit, dass alle 5 Sekunden ein Kind an Hunger stirbt? Ist das KEIN KRIEG?
Conclusio: Away with every Hero! Dann können die Männerbündler auch nicht dauernd "traditionalistisch" aufmarschieren. Braucht doch niemand.

Dieses Standbild dient nur einem Zweck:

Damit die Staatsspitze und Staatsbesuche ab und zu davor in einem etwas antiquirten, anachronistischen Ritual eine Kranz deponieren kann.

Wenn sie das jetzt nicht mehr will oder kann, ist das Standbild überflüssig und deplaziert.

Also räumt es doch bitte in eine Museumsdepot und beauftragt ein neues Standbild, und hört endlich mit diesem peinlichen Eiertanz auf!

Wenn die Herrschaften wüssten

wie egal es mir ist, ob die dort einen Kranz niederlegen oder nicht...

Unser Land ist wirklich ein glückliches, wenn das unser größtes Problem ist...

Wieso verzettelst du dich dann hier? Du musst doch jetzt die Welt retten.

Nau de haum an hockn. Haben warscheinlich Angst, das ein Wiederbetätigungsprozess gegen die Regierung angestrebt wird, weil die bei einem durch ein NSDAP Mitglied hergestellten "Soldaten" einen Kranz nieder gelegt haben!?

Es gibt in der deutschen Sprache kein Adjektiv, dass diese Situation in seiner ganzen Fülle beschreiben kann.

Aber es gibt einen Buchtitel:

"Das Land ohne Eigenschaften"

In ostmongolisch geht's!

dölb hcilgäsnu

Sie meinen die südöstliche Variante.
(Weiter nördlich hieße es "dölbe" statt "dölb")

Ich würde "leidig" nehmen.

doppeldenk

O doch, gibt es

österreichisch

versuchen Sie es halt in einer anderen Sprache

oder gibt es da auch nichts Adäquates?

helfen Sie mir

OK, hier meine Hilfe: Bitte "das" und "dass" üben.

warum?

nur weil Sie ein nicht wirklich durchdachtes posting abgegeben haben?

Sie können ja auch sagen, dass Sie in anderen Sprachen auch kein Adjektiv kennen

Das witzige an der ganzen Show ist ja, dass man natürlich schon vorher wusste, dass der Bildhauer ein glühender Nazi war, aber das störte niemanden. Aber die Metallhülse mit dem raunzigen Pamphlet darin hat natürlich alles geändert.

Ich bin dafür das man einen Kranz niederlegt.
Weil man sollte immer seiner toten gedänken dürfen.
Und sich daran erinnern, welche Fehler sie gemacht haben. Weil es waren auch nur Menschen.

es waren Wahnsinnige, die einem Wahnsinnigen gehuldigt haben!

in vollstem Bewusstsein (!!!) ihrer Taten. Wenn mir heute einer befiehlt, einen Waggon voller zusammengepferchter, unterernährter Menschen, die wie Tiere behandelt werden, an ein Ziel zu bringen, von welchem ich weiß, dass sie dieses nicht mehr lebend verlassen werden, verabschied ich mich von meiner Frau, meinen Kindern und stell mich vors Exekutionskommando - denn für den Tod Tausender kann und will ich nicht verantwortlich sein....

Diese ganze Aktion ist nur ein Spiegelbild dessen, was die österreichische Politik von seinen Soldaten hält ...

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