Junge Menschen schlafen zu wenig

11. Oktober 2012, 16:48
  • Am Wochenende wird Schlaf nachgeholt.
    foto: rudolf ortner/pixelio.de

    Am Wochenende wird Schlaf nachgeholt.

Jeder fünfte schläft während der Woche weniger als sechs Stunden - Permanentes Schlafdefizit hat ungünstige Auswirkungen auf die Gesundheit

Junge Leute leiden unter permanentem Schlafmangel, was sich ungünstig auf Gesundheit, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit auswirkt. Das ist das Ergebnis einer Studie, die Gesundheitsforscher aus Marburg und Dillenburg an weit über 8.000 Jugendlichen und jungen Erwachsenen durchgeführt haben. Diese schlafen demnach unter der Woche im Schnitt weniger als sieben Stunden täglich. Ulrich Koehler von der Philipps-Universität Marburg und Manfred Betz vom Dillenburger Institut für Gesundheitsförderung und -forschung stellten die Ergebnisse jetzt auf dem nationalen Präventionskongress in Dresden vor.

"Qualitativer guter und quantitativ ausreichender Schlaf gilt als eine der wichtigsten Ressourcen für die Gesundheit, gerade für Heranwachsende", erklärt Koehler, der das Schlafmedizinische Zentrum am Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) leitet. Im Rahmen der Deutschen Azubi-Gesundheitsstudie (DAGS), die von den beiden Wissenschaftlern geleitet wird, wurden 8.850 Auszubildende und Schüler aus Dillenburg, Wetzlar, Korbach, Marburg, Gießen, Fulda, Frankfurt und Wiesbaden hinsichtlich ihrer Schlafgewohnheiten und ihres Gesundheitszustandes untersucht.

Das Resultat: Im Durchschnitt schlafen die Jugendlichen während der Woche etwas mehr als sechseinhalb Stunden pro Nacht und am Wochenende neun Stunden. "Damit schlafen sie deutlich weniger als ältere Erwachsene", erklärt Koehler, "obwohl sie in ihrer Lebensphase eigentlich mehr Schlaf benötigen." Jeder Fünfte schläft sogar während der Woche weniger als sechs Stunden und fast jeder Zweite schläft am Wochenende mehr als neun Stunden.

Unbehandelte Schlafstörungen

Junge Menschen haben einen anderen Rhythmus, sie sind abends lange aktiv und würden morgens mindestens bis acht oder neun Uhr schlafen. Aufgrund des frühen Arbeits- oder Schulbeginns haben viele ein permanentes Schlafdefizit, was sie am Wochenende durch sehr spätes aufstehen auszugleichen versuchen. "Knapp zwei Drittel der Jugendlichen fühlen sich tagsüber nicht ausgeruht und leistungsfähig", berichtet Koautor Betz, "sie leiden zudem verstärkt an gesundheitlichen Problemen wie psychischen Beschwerden, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden und fehlen häufiger am Arbeitsplatz oder in der Schule." Eine starke Tagesmüdigkeit führe auch zu deutlich erhöhter Unfallgefährdung, insbesondere im Straßenverkehr.

"Besonders überrascht hat uns, dass jeder Fünfte angab, in den vergangenen zwölf Monaten unter Schlafstörungen gelitten zu haben", sagt Koehler, "aber nur jeder zehnte Betroffene deshalb in Behandlung war." Hier gebe es großen Aufklärungsbedarf, denn in herkömmlichen Gesundheitsfördermaßnahmen werde das Thema Schlaf bislang nicht berücksichtigt. "Wir hoffen, dass sich das aufgrund unserer Studienergebnisse ändern wird", ergänzt Betz. (red, 11.10.2012)

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...ganz einfach. machen sie es so wie ich

in meiner kindheut (anfang 50er jahre). schaffen sie sich hühner an und gehen sie mit ihnen schlafen bzw. stehen sie mit ihnen auf. fenster und vorhänge offen lassen damit das tageslicht sichtbar bleibt.
.. autofahren und strassenbeleuchtung im winter ab 16:30 einstellen inkl. radio und tv...

Da sieht mans wieder, Arbeit macht krank - kein normaler Mensch würde freiwillig täglich um 6:45 oder früher austehen - eine 30-Stundenwoche bei gleichem Gehalt würd auch reichen, 10-16 täglich lass ich ma einreden

Sich nicht von einem Wecker wecken lassen...

und das nicht nur am Wochenende oder in den Ferien/Urlaub sondern jeden Tag... Das klingt so utopisch und realitätsfern, sowas können sich die meisten doch heutzutage gar nicht mehr vorstellen.

Was umso trauriger ist, wenn man bedenkt was für ein menschliches Grundbedürfniss der Schlaf doch ist.

Und wenn sie schlafen, dann oft zu Vorlesungszeiten ...

Der Artikel meint eigentlich "Schüler" nicht

Studenten, die ja Erwachsene sind.

Die Schulen in Öst. beginnen zu früh. Nachdem die Anreise zur Schule in der Mehrheit der Öst. Gegenden ca. 1h dauert (zum Bus etc. gehen, ca. 30-45min mit den Öffis fahren, dann in der Schule ca. 15-25min auf den Beginn warten) stehen die Schüler viel viel zu früh auf.

Darum gehts.

Das Problem...

ist die Klotze oder das Internet - das hält wach wg. Reizüberflutung.
Ohne dem würden die meisten eh schon um 21 Uhr einpennen ;-)

Also ich bin eigentlich immer müde, egal ob ich jetzt 5 oder 7 Stunden schlaf. Muss ich mir jetzt Sorgen machen? ;D
Ich sag mal, durch jedes unnatürliche wach werden (Wecker) steht man müde auf, da ist es fast egal, wie viel man geschlafen hat.
Wenn ich selbst munter werde, kann ich auch schon nach 5 Stunden ausgeschlafen sein. Umgekehrt jedoch nach 10 komplett hinüber, wenn man mich aufweckt.
Alles unter 4 wird aber dann wirklich problematisch, so ehrlich muss man sein, v.a. wenn sichs über mehrere Tage hinzieht.

ein wesentlicher faktor (neben der schlafdauer) ist auch aus welcher schlaf-phase sie der wecker (oder wer auch immer) holt.

mitten aus dem tiefschlaf werden sie wohl eher unrund in den tag starten ;)

Dafür gibt's Schlafphasenwecker (die sie aus einer günstigen Schlafphhase wecken), oder Lichtwecker, die sie in eine günstige Schlafphase heben bevor sie Sie wecken.

Nieder mit der Diktatur der Frühaufsteher!

ich hoffe für dich, du bist _noch_ wach, sonst muss ich dich einen Heuchler nennen ;-))

Jetzt wiss ma seit Jahren, dass ein Unterichtsbeginn vor 9 Uhr wenig Sinn macht und was hamm a glernt? Nix. Traurig, traurig...

Wieso werden Erkenntnisse nicht umgesetzt und die Unterrichtszeiten an die Schüler und deren natürlichen Schlaf-Wach-Rythmus angepasst?

Man koennte auch ganz einfach am Abend

rechtzeitig ins Bett gehen. Es da hockens bis 3Uhr lieber vorm Fernseher und/oder Internet.

Das bringt nicht viel.

Der Mensch hat in sich eine Art innere Uhr, die permanent läuft. Der Mehrzahl der jungen Leute bringt ein früh ins Bett gehen genau gar nichts. Sie wären trotzdem müde, weil sie von ihrem "natürlichen" Tag-Nachtrythmus einfach um die Zeit nicht aufstehen sollten.

Mit dem Alter ändert sich das im Normalfall, so dass man dann leichter aufkommt.

Lesen sie einfach mal zu diesem Phänomen nach. Das derzeitige Schulsystem ist von dieser inneren Uhr her derzeit für nicht einmal 1/3 der Schüler eingerichtet. Die Mehrheit hat bei einem frühen Start wie derzeit starke Nachteile bezüglich Konzentration etc.

Weil dann die Kinder von berufstätigen Eltern nicht zur Schule gebracht werden können.

Die müssen nämlich selbst spätestens um 9 Uhr zu arbeiten beginnen.

Außerdem müssten dann die Schulen den Kinder ein Mittagessen anbieten, wenn der Unterricht z.B. bis 14 oder 15 Uhr dauert.

Also als wir in der Volksschule Nachmittagsunterricht hatten, sind wir Mittags immer zum Wirt gegangen.

=> Gabs um öS 6.- eine Nudelsuppe, um öS 7.- eine Nudelsuppe mit Würstl.

Wär's wirklich so furchtbar, wenn die Kinder, wie's früher ja auch üblich war, selbst zur Schule marschieren oder mit Bus etc. fahren? Ist es tatsächlich notwendig, daß sie jeden Tag wie Pakete mit dem Auto beim Schuleingang zugestellt werden? Und dafür dann ein Kurs "Selbständigkeit" im Uni-Semester...?

Ich hatte damals auch etliche lange Schultage (Beginn: 08:00, Ende 16:00-18:00, nur am Samstag war schon um 12:00 oder 13:00 Schluss) und außer einem kleinen Buffet, wo man sich mit Semmel, Salzstangerl, Wurst/Käsesemmel oder - wenn man schnell genug war - Leberkässemmel versorgen konnte gab's nichts. Man sich halt einfach von daheim etwas mitgenommen oder ist an Tagen mit Mittagspause gemeinsam irgendwo hingegangen um was zu essen.

bei Erstklässlern stell ich mir das nicht ganz so einfach vor, besonders wenn die schule nicht gerade um die Ecke ist!

was soll daran schwer sein?

meine mutter war bei mir 2 tage mit in der schule und ist mit mir einmalig gemeinsam mit dem bus gefahren....ab dem 4.tag bin ich dann nach der schule zur haltestelle gegangen, hab mich hineingesetzt und bin dann wieder ausgestigen und nach hause gegangen.

das kann man einem 6jährigen ohne weiteres zutrauen.

wenns um 9 anfängt bleibens halt noch länger auf, das bringt gar nix

Der natürliche Rhythmus ist schlafen bei Dunkelheit und Wach bei Helligkeit!

Dann gäbe es auch um 8 uhr keine Müdigkeit!

Wenn's natürlich wäre, würden's Mensch und Tier von selbst so machen.

Ist wohl definitiv nicht der Fall.

Es ist natürlich!!!!

Tiere machen es eh so. Oder zwitschern bei ihnen die Vögel wenn es dunkel ist?

Der Mensch würde es auch tun, wenn er in einer natürlichen Welt leben würde(= kein Strom).

Tiere machen es eh so?

Und Fledermäuse gehen brav bei Sonnenuntergang schlafen? Die Liste können's beliebig fortsetzen.

Real: Manche Tiere machen's so - andere machen's anders.

Aber jedes Tier hat seinen natürlichen Schlaf-Rhythmus und hält diesen auch ein! (In freier Wildbahn ohne menschl. Einfluss).

Nur der Mensch hält ihn nicht ein. Die meisten zu mindest! Und ich weiß auch, dass es für manche nicht möglich ist, aber dieser Teil ist eher gering.

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