Schlaf schön, Patti!

  • Musikerin Patti Smith mit ihrem Lieblingsbuch von James Joye: "Finnegan's Wake".
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    foto: jork weismann

    Musikerin Patti Smith mit ihrem Lieblingsbuch von James Joye: "Finnegan's Wake".

  • Schauspielerin Kimberly Campbell in ihrer Lieblingssuite.
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    foto: jork weismann

    Schauspielerin Kimberly Campbell in ihrer Lieblingssuite.

  • Schauspieler Scott Caan mit seinem Lieblingshund "Dot".
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    foto: jork weismann

    Schauspieler Scott Caan mit seinem Lieblingshund "Dot".

Fotograf Jork Weismann ist mit seinem Buch "Asleep at the Chateau" etwas gelungen, wovon andere träumen: Er hat mächtige Menschen in einem legendären Hollywood-Hotel als Schlafende porträtiert

Es gibt Dinge, die kann sich das Chateau Marmont am Sunset Boulevard sparen: den in Los Angeles deplatziert wirkenden Accent circonflexe eines französischen Châteaus etwa; und gerne auch die Gegenwart von Britney Spears. Die hat nämlich Hausverbot in diesem falschen Loire-Schloss und echten Nobelschuppen in West Hollywood. Weil sie sich wieder einmal - Oops! ... she did it again - wie ein Gör das Essen ins Gesicht schmierte.

Dabei "ermutigen wir unsere Gäste sogar dazu, wild zu sein", sagt Phil Pavel, langjähriger Manager des legendären Ausgedingehauses der Vertriebenen und Untriebigen: Nur hier konnten Jean Harlow und Clark Gable ungestört ihre Affäre fortsetzen, wiewohl Harlow gerade frischvermählt ihren Honeymoon zu zelebrieren gehabt hätte. Und nur hier ließ man den rebel without a cause, James Dean, aus dem Hotelfenster kraxeln, damit er nicht zu spät zum Dreh mit Natalie Wood erschien.

Aber abgesehen von einem Mindestmaß an Tischmanieren legte das Marmont auch immer wert auf ein viel wichtigeres Detail: Wer hier ein- und ausging, wurde niemals fotografiert. Nicht beim Absturz vom Hoteldach wie Jim Morrison, nicht beim Motorradfahren durch die Lobby wie es Led Zeppelin tat, und schon gar nicht beim Drogenblues, der John Belushi in seinem Zimmer das Leben kostete. Das Schloss der vermeintlich unkaputtbaren Träume wusste sich stets der Ablichtung zu entziehen: Tragischerweise fuhr hier auch Helmut Newton 2004 gegen die Wand, und damit in den sicheren Tod.

Unbelastet von der Schwere dieser Geschichten richtete der österreichische Fotograf Jork Weismann einen Zweizeiler an André Balasz, den Chef der Standard Hotel Group, zu der auch das Marmont gehört: "Habe Annie Leibowitz mit geschlossenen Augen fotografiert. Kann ich eine Serie mit Schlafenden im Marmont machen?" Die Antwort von Balasz: "It's perfect, let's do it!"

Rund zweieinhalb Jahre kam Weismann immer wieder ins Chateau und setzte sich mit Ikonen wie Patti Smith ins Einvernehmen. 80 inszenierte Porträts von Schlafenden sind so entstanden. Weismann dazu: "Das Licht im Chateau hat mir die Arbeit leicht gemacht. Schwieriger war es für die Fotografierten. Viele wollten ihre Macht auch im Schlaf nicht abgegeben." (Sascha Aumüller, Rondo, DER STANDARD, 12.10.2012)

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6 Postings

james bittet um ein c.

Pennende Promis im Promi-Hotel

Wozu das?

Why not?! =)

Muß alles einen Grund haben? =)

Viell enthält der letzte Satz einen Hinweis...? ^^

Ich glaube eher, dass

speziell in den USA in der Kunst nur wenig ohne Promifaktor geht. Selbst im Indiebereich: Was, oder besser: wo wäre Gus van Sant ohne Matt Damon oder Sean Penn? Gregory Crewdson ohne Tilda Swinton oder Kevin Spacey? Uswusw.
Ich finde diese Fixierung auf Prominenz und Glamour schade und auch langweilig.

Ok, so kann ich das auch nachvollziehen - auch, wenn ich das anders sehe. =)

tolle idee und jetzt interessiert mich das leibowitz portait. gratulation.

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