VW tüftelt emsig am Billig-Auto

11. Oktober 2012, 15:36
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Geht es nach Experten, liegt die Zukunft der Autobauer in günstigen Modellen. VW soll nun emsig an einem solchen arbeiten

Paris/Duisburg - "Billigautos" nach dem Vorbild der Renault-Tochter Dacia stehen vor einer erfolgreichen Zukunft. Zumindest wenn man dem CAR-Center Automotive Research der Universität Duisburg-Essen glaubt. Besonders in den Krisenländern Südeuropas und in wachsenden Märkten Osteuropas, Asiens und Südamerikas hätten die Fahrzeuge, die ein gutes Drittel günstiger seien als konventionelle Autos, großes Potenzial, prognostizierte CAR-Chef Ferdinand Dudenhöffer jüngst: "Fasst man die (...) Entwicklungen zusammen, werden um das Jahr 2030 weltweit 25 Millionen Billigautos verkauft. Im Jahr 2011 waren es noch 6,5 Millionen".

Dudenhöffer ist überzeugt: "Wer Marktführerschaft im weltweiten Automarkt erringen will, kommt nicht ohne Billig-Auto aus." Als Musterbeispiel für den Erfolg gilt ihm Dacia. Die Marke kam 2004 mit dem Logan auf den Markt und hat mittlerweile auch einen Kombi, einen Pick-up, einen Kleinwagen, einen SUV und einen Van im Angebot. "Dacia ist durch diese Vielfalt zum erfolgreichsten Autobauer in der Geschichte des Automobils geworden. Noch nie hat es ein Hersteller geschafft, in weniger als zehn Jahren praktisch von Null über 800.000 Fahrzeuge pro Jahr zu produzieren", so Dudenhöffer.

Konkreter Fahrplan

Konzerne wie Toyota, GM, Ford oder VW hätten für diesen Trend kein passendes Konzept in der Schublade, kritisierte Dudenhöffer und könnte - was VW betrifft - nicht ganz recht haben. So verkündet "Auto Bild" die Gründung einer neuen Billigmarke des Wolfsburger Autobauers bis Mitte 2015. VW habe sehr wohl einen konkreten Fahrplan für drei sogenannte Low-Budget-Modelle.

Demnach könnten die Varianten Limousine, Kombi und Mini-Van in drei Jahren zu Preisen zwischen 6000 und 8000 Euro auf den Markt kommen, verlautet das Blatt und stellt folgende Spekulationen an: In den Billig-Autos könnten ältere Motoren zum Einsatz kommen, die aber trotzdem die EU-Abgasnorm erfüllen. Um die Anschaffungskosten gering zu halten, verzichte VW möglicherweise auf Ausstattungen wie Kopfairbags oder eine Klimaanlage. Anstelle des neuen modularen Querbaukastens greife der Konzern auf die ältere und bereits abgeschriebene Plattform-Technik zurück.

Auch in Europa sei die Einführung eines in China oder Indien gebauten Mini-Wagens denkbar. VW betonte indes laut „Welt.de", man untersuche laufend den Einstieg in interessante Fahrzeug-Segmente und mögliche neue Märkte. "Natürlich gibt es Prüfungen. Es gibt aber keinerlei Entscheidung", hieß es zu den im Auto-Magazin geäußerten Überlegungen. (rb, derStandard.at, 11.10.2012)

  • So günstig wie ein Spielzeugauto wird ein Billig-VW natürlich nicht.
    foto: epa/singer

    So günstig wie ein Spielzeugauto wird ein Billig-VW natürlich nicht.

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