Österreicher greifen zu Fairtrade-Schoko

11. Oktober 2012, 15:26
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Acht Prozent mehr nachhaltige Schoko. In Österreich wurde 2011 100 Millionen Euro mit fair gehandelten Waren umgesetzt

Wien - Fairtrade-Produkte aus benachteiligten Weltregionen haben 2011 in Österreich erstmals die Umsatzmarke von 100 Mio. Euro erreicht. Gegenüber 2010 handelte es sich dabei um eine Steigerung von 15 Prozent, sagte Hartwig Kirner, Geschäftsführer von Fairtrade Österreich, am Mittwochabend vor Journalisten in Wien. Zudem gebe es Parallelen zwischen bäuerlichen Familienbetrieben und solchen in Entwicklungsländern, meinte Bauernbund-Chef Jakob Auer.

Die Notwendigkeit von Genossenschaften für Kleinbauern gebe es weltweit. In Entwicklungsländern seien diese aber noch nicht weiträumig vorhanden, kritisierte Kirner. Fairtrade vertreibt nur Produkte von in Genossenschaften organisierten Bauern.

Das in Österreich gesicherte Eigentum an Grund und Boden als Produktionsmittel brauchen auch Bauern auf der südlichen Welthalbkugel, so Kirner. Bauern, egal ob hierzulande oder in Nicaragua, bräuchten "einen entsprechenden Preis, dass sie ihre Familie ernähren, Ernteausfälle ausgleichen und vor allem reinvestieren können", so Auer und Kirner unisono. Weltweit seien Kleinbauern das Rückgrat der Landwirtschaft.

Liebe zu Kaffee

Das Fairtrade-System garantiert laut Kirner einen Mindestpreis für die vertriebenen Produkte Kaffee, Tee, Bananen, Orangen, Kakao, Reis, Baumwolle und Blumen. In Österreich wurden mit fair gehandelten Bananen im Vorjahr 25,1 Mio. Euro (plus vier Prozent zu 2010), 18,2 Mio. Euro mit "fairer" Schokolade (plus acht Prozent), 18,7 Mio. Euro mit Kaffee (plus sieben Prozent) umgesetzt. Weltweit stieg der Umsatz auf drei Mrd. Euro - wobei alleine auf Großbritannien eine Mrd. Euro entfiel; laut Kirner "wegen des dort besonders großen Charity-Gedankens".

Auer lieferte noch Zahlen zum Selbstversorgungsgrad landwirtschaftlicher Produkte in Österreich: Von Milch und Fleisch produziert die Alpenrepublik mehr als ihre Bürger verbrauchen können. Beim Getreide sind es laut dem ÖVP-Abgeordneten zum Nationalrat 88 Prozent, beim Obst (das auch hierzulande wächst) 52 Prozent bzw. bei Gemüse 61 Prozent. Bei Eiern liege der Selbstversorgungsgrad bei 75 Prozent. (APA, 11.10.2012)

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