Pfeifenberger: Verkauf der Kärntner Hypo war seit 2000 angedacht

11. Oktober 2012, 15:18
6 Postings

Kärntner Ex-Landesrat kritisiert Haider auch wegen Buwog-Privatisierung - FPK-Spitze "führungsschwach"

Klagenfurt - Der ehemalige Landeshauptmann-Stellvertreter und Finanzreferent Karl Pfeifenberger hat am Donnerstag in Klagenfurt harsche Worte für die Zustände in Kärnten und im Speziellen bei den Freiheitlichen gefunden, denen er selbst angehört hatte. Er zeigte sich überzeugt, dass das "Hypo-Schlamassel" unter seiner Ägide nie passiert wäre. Der inzwischen verstorbene Landeshauptmann Jörg Haider wollte die Hypo schon immer verkaufen, wohingegen er immer gegen den Verkauf der Landesbank eingetreten wäre.

Pfeifenberger war seit seinem Ausscheiden aus der Politik 2005 kaum mehr öffentlich in Erscheinung getreten. Nachdem am Donnerstag öffentlich wurde, dass er im Verdacht steht, sich Geld aus der Kärntner Hypo zugeschanzt zu haben, ging er zum Gegenangriff über.

Kulterer in Nähe zur Bereicherung gestellt

Haider habe die Hypo "schon immer" verkaufen wollen. "Er hat mir Tilo Berlin schon im Jahr 2000 ins Büro geschickt", erzählte Pfeifenberger. Der spätere Hypo-Investor habe damals angeboten, "seine Kompetenz" zur Verfügung zu stellen und "dass das auch für mich nicht so negativ wäre". "Diese Herrschaften sollten zur Rechenschaft gezogen werden", sagte Pfeifenberger. Offiziell über den Hypo-Verkauf wurde übrigens erst 2005/6 geredet.

Auch für die Personalentscheidungen bei der Hypo nach dem Auffliegen der Swap-Affäre im Jahr 2006 fand Pfeifenberger heftige Worte. Der damalige Hypo-Chef Wolfgang Kulterer "wäre in meiner Ära sofort gegangen". Nachsatz: "Und ich hätte nach Kulterer einen gefunden, der die Bank gut führt, und nicht einen, der sich bereichert."

Pfeifenberger erklärte zwar, dass er "keine Abrechnung" mit Jörg Haider machen wolle. Aber auch bei der Privatisierung der Bundeswohnungsgesellschaften (darunter die Buwog) und dem damit verknüpften Verzicht des Landes Kärnten auf sein Vorkaufsrecht für die ebenfalls im Paket enthaltene ESG Villach habe er eine konträre Meinung zu Haider vertreten. "Das war wirtschaftlich ein kompletter Blödsinn", sagte Pfeifenberger. Er habe den Deal aber nicht verhindern können, da Haider "den Buwog-Akt an sich gezogen hat".

Pfeifenberger patzt Ex-Kollegen an

Er wolle sich "nicht in die Reihe der Politiker stellen lassen, die sich alles erlauben", sagte Pfeifenberger. Als Politiker habe er immer korrekt gehandelt. "Ich habe auf die Landesverfassung einen Eid abgelegt", so Pfeifenberger. Für seine freiheitlichen Nachfolger in der Kärntner Landesregierung hatte er kein gutes Wort übrig: Sie seien "visionslos und führungsschwach." "Jeder sichert sich ab bis in die Unterhose, damit er vor der Wahl wieder auf die Liste kommt", so Pfeifenberger.

Diverse Ermittlungen gegen ehemalige Kollegen wollte er allerdings nicht kommentieren. "Das werden die Gerichte erledigen." Fix ist für Pfeifenberger jedenfalls: "Ich lasse mich nicht in diese Reihe stellen." Aus der Partei ist er schon im Jahr 2008 ausgetreten. (APA, 11.10.2012)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Karl Pfeifenberger über Haider: "Er hat mir Tilo Berlin schon im Jahr 2000 ins Büro geschickt."

Share if you care.