Das Ende der Billigflieger

11. Oktober 2012, 14:35
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Marktanteil rückgängig - In Österreich werden Air Berlin-Tochter Niki und Intersky als Billigflieger geführt

Wien (APA) - Die AUA-Mutter Lufthansa hat heute Donnerstag ihre Tochter Germanwings zu einer Billigairline aufgewertet. Dabei könnte die Blütezeit der Low Cost Carrier bereits vorbei sein, hat das deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) bereits im Sommer in einer Analyse festgehalten. Seit dem Vorjahr seien hier "Sättigungstendenzen" zu erkennen. Lufthansa-Konkurrent Air Berlin verwehrt sich inzwischen dagegen, als Billigflieger tituliert zu werden.

Insbesondere die Luftverkehrssteuer hat die Billig-Carrier in Deutschland Geschäft gekostet, meint das DLR. Die Anzahl der Strecken ging 2011 im Vergleich zu 2010 um rund 50 (10 Prozent) auf 454 zurück. Im Vergleich zu 2009 belief sich der Rückgang sogar auf 12 Prozent. Wobei Ryanair fast 40 Prozent seiner Deutschland-Flüge abgezogen und damit wesentlich zu dieser Entwicklung beigetragen hat. In Deutschland heben 20 Gesellschaften dieser Kategorie ab, aber die Geschäftsmodelle verschmelzen langsam mit jenen der traditionellen Linienflieger.

Ryanair größter Billigflieger Europas

Für Österreich hat DLR für eine Referenzwoche im Jänner 541 Starts von Billigfliegern mit 77.170 Sitzplätzen auf 101 Strecken erhoben. Das wäre der zwölft-größte Markt in Europa. Hier ist Großbritannien unangefochtener Spitzenreiter mit über 7.000 Starts, gefolgt von Italien mit 4.500 Starts. Dahinter folgen mit Spanien (3.800), Deutschland (3.500) und Frankreich (1.700) wenig überraschend die drei anderen großen EU-Staaten. Aber dahinter reihen sich Norwegen (1.300), Irland, Heimat des größten Billigfliegers Ryanair (1.300), sowie die Niederlande und die Schweiz mit je rund 800 Abflügen.

Größter Billigflieger Europas ist laut DLR die irische Ryanair mit 7.400 Starts auf 1.500 Strecken und angebotenen 1,4 Mio. Sitzen. An zweiter Stelle folgt die britische Easyjet mit 6.000 Starts, mit Respektabstand gefolgt von der ebenfalls britischen Flybe. Die flyniki-Mutter Air Berlin führt das DLR auf Rang vier ebenfalls als Billigflieger. Dahinter kommen Norwegian, Aer Lingus (Irland), Wizz (Ungarn), Vueling (Spanien) und die Lufthansa-Tochter Germanwings mit 1.000 Abflügen, die nun auf eine große Billigairline aufgewertet werden soll. flyniki (Niki) wird mit 377 Starts auf Rang 14 geführt, die Vorarlberger Fluglinie Intersky mit 84 Flügen auf Rang 24 von 31 Billigfliegern. (APA, 11.10.2012)

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    In Deutschland macht die Luftverkehrssteuer den Billigairlines zu schaffen.

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