Spitzensteuersatz steigt leicht in der Krise

11. Oktober 2012, 13:44
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Österreich bleibt Hochsteuerland, 13. und 14. Gehalt wirken mildernd

Wien - In der Wirtschaftskrise ist es modern, den Spitzensteuersatz zu erhöhen. Der höchste Steuersatz für Einkommen ist 2012 im internationalen Schnitt um 0,3 Prozent gestiegen, geht aus der am Donnerstag veröffentlichten jährlichen Untersuchung der Unternehmensberatungsgesellschaft KPMG hervor.

Das war in den vergangenen zehn Jahren aber erst der dritte Anstieg, hält das Unternehmen fest. "Der Aufwärtstrend ist das Ergebnis einer mangelnden wirtschaftlichen Erholung und steigender Schulden", schreibt KPMG-Partnerin Verena Trenkwalder. Teils habe es neue Steuersätze für Spitzenverdiener gegeben, teils wurden temporäre Steuern erhoben, um Budgetlöcher zu stopfen.

Reichen-Solidarität

Führend war Frankreich, wo der Steuersatz für Besserverdienende mit Einkommen über 250.000 Euro im Jahr von 41 auf 45 Prozent angehoben wurde. In Spanien stieg ab Jänner 2012 für Einkommen über 300.000 Euro dieser von 45 auf 52 Prozent.

Österreich liegt mit einem Spitzensteuersatz von 50 Prozent nach wie vor im europäischen Spitzenfeld, hält KPMG fest. Allerdings betrage die höchste effektive Besteuerung in Österreich 44 Prozent, wenn man die günstige Besteuerung von 13. und 14. Gehalt und den Gewinnfreibetrag berücksichtige, erinnert das Unternehmen.

Griechen höher besteuert als Österreicher

Höhere Spitzensteuersätze gebe es nur in Aruba mit 58,95 Prozent, gefolgt von Schweden mit 56,6 Prozent, Dänemark mit 55,4 Prozent und den Niederlanden mit 55 Prozent. Wie Österreich verlangen auch Belgien, Großbritannien, Japan und Senegal 50 Prozent. Allerdings greife in Österreich der Höchststeuersatz im internationalen Vergleich schon bei einem relativ niedrigen Einkommen von 60.000 Euro.

Die effektive Steuerbelastung inklusive Dienstnehmeranteilen zur Sozialversicherung liege in Österreich für Einkommen von 100.000 Dollar (77.585,54 Euro) bei gut 38 Prozent. Weltweit die höchsten Werte haben Belgien, Griechenland, Kroatien, Italien und Deutschland. (APA, 11.10.2012)

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