Die Tricks der Sandmännchen

11. Oktober 2012, 13:44

Wenn es darum geht, ihre Kinder zum Schlafen zu bringen, werden Eltern kreativ. Doch wie lernen Kinder schlafen?

Das Thema Kinderschlaf polarisiert und weckt Emotionen - vielleicht gerade weil es so alltäglich ist. Man kennt die Jungeltern mit den dunklen Schatten unter den Augen, die mit matter Stimme von durchwachten Nächten berichten. Die kreativen Verzweifelten, die irgendwann zu Schlafhilfen mit zweifelhaftem Nutzen greifen. Die seltenen Berichte jener, deren Kinder brav ein- und durchschlafen. Und die neiderfüllten Blicke derer, die dieses Glück nicht haben. Wer damit angeben kann, dass sein Kind selig ein- und durchschläft, gilt insgeheim oft als die bessere Mutter oder der bessere Vater. Man unterstellt diesen Eltern, den Dreh mit der Erziehung raus zu haben.

Honigmilch und Autorunden

"Unsere Meinung, wie Kinder einschlafen sollen, spiegelt Annahmen über die Natur des Kindes und seine bestmögliche Förderung wider", so Herbert Renz-Polster in seinem 2009 erschienen Buch "Kinder verstehen." Hinter jedem "Schlafarrangement" blitze auch ein Stück Erziehung hervor.

Wie eine Gesellschaft mit dem Thema Kinderschlaf umgeht, erzählt auch etwas über ihren generellen Umgang mit Kindern. Was wir "gut" und "normal" finden, sei jedenfalls nicht unabhängig von sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen. In den Ländern des Südens ist es üblich, dass Kinder bis spätabends am familiären und sozialen Leben teilnehmen und lange aufbleiben. Gleichbleibende Routinen und ritualisiertes Einschlafen sind dort weniger verbreitet als in westlichen Ländern

In Europa und den USA geht man eher davon aus, dass Kinder in ihrem eigenen Bett einschlafen sollen - und das möglichst immer zur gleichen Zeit. Ein Grund dürfte sein, dass in diesen Ländern die abendliche Freizeit vor allem rund um die Paarbeziehung oder die Erholung der Erwachsenen organisiert ist. Spätabends herumtollende Kinder sind da nur ein "Störfaktor".

Das eigene Zimmer

Welcher Stil der bessere ist, lässt sich nicht pauschal sagen. "Schlafstile sind je nach vorherrschender Lebensform mit bestimmten Vor- und Nachteilen verbunden", schreibt Renz-Polster. "Die Frage, ob Babys besser in einem eigenen Zimmer schlafen, wurde erst aktuell, als es überhaupt mehrere Zimmer in den Häusern gab. Und schon viel früher hatte das Einschlafen der Kinder auch etwas damit zu tun, wie und wo die Mütter arbeiteten."

Müde, entspannt, gehört

Doch welche Zutaten brauchen Kinder, um gut und gerne einzuschlafen? In der ersten Zeit nach der Geburt stellt sich diese Frage nur bedingt: Säuglinge finden fast in allen Lebenslagen den Schlaf. Nach einigen Wochen kommt es dann auf die richtigen Bedingungen an. Herbert Renz-Polster sagt, dass es drei Dinge braucht, damit das Sandmännchen seine Arbeit tun kann: Müdigkeit, Entspannung und Mitbestimmung.

Während Müdigkeit irgendwann von selber kommt, müssen die Bedingungen für Entspannung aktiv erzeugt werden. Wie ergibt sich Entspannung bei Kindern? Renz-Polster: "Wenn ihre Bedürfnisse befriedigt sind. Sind sie müde, satt, warm und geborgen - schwupps, sind sie weg." Das klingt banal, ist aber keinesfalls selbstverständlich, wenn die Eltern gestresst und mit dem Kopf wo anders sind. 

Der richtige Zeitpunkt

Mit "Mitbestimmung" meint Renz-Polster, den richtigen Zeitpunkt zu erwischen, in dem das Kind selbst auf den "Schlafzug" aufspringen kann. "Wenn Kinder müde werden, so werden sie das in Wellen. Etwa alle 50 Minuten tritt ein kleines Kind von einer aktiveren Phase in eine beruhigte Phase ein." Könne das Kind selbst bestimmen, wann es schlafen soll, so sucht es sich in seiner "Tiefphase" von selbst die Brust oder mache es sich bequem. Kinder zum Schlafen zu bringen ist also nicht zuletzt eine Frage des richtigen Timings. (lima, derStandard.at, 11.10.2012)

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unter tags knallt man sie mit dem kokainderivat ritalin voll, und am abend gibts 2 valium als sandmänchen.......zumindest wenns nach bayer ginge...

mostzutzl... what else!

1. Erster Ruhe/Unruherhythmus wird bereits in der Schwangerschaft übernommen.

2. Schon Stunde vor zubett gehen jegliche Aufregung vermeiden.
Und 3. So wie poster weiter unten: ists bei den Eltern auch fad, dann gibts keinen Grund zu glauben, man versäumt etwas, wenn man um 7 schon schlafen geht.... Und die Angst, die Eltern könnten etwas ohne einen unternehmen, wo man was verrsäumt oder gar ohne einen würde die Welt untergehen, tja, ich frag mich, inwieweit das auch durch das Verhalten der Eltern beeinflusst ist....
Kinder können nicht abschalten wie Erwachsene.

mit einem sixpack und einer stelzen

er is aber auch schon älter :o)

Ich frage mich manchmal, wie ich mich selbst zum Schlafen bringe, wenn ich während längerer Stressphasen nachts wach im Bette liege... ;-)

Also wir erwarten gerade unser erstes Kind...

...aber in meiner Kindheit war das Schlafengehen nie ein Problem. Meine Eltern haben uns aufbleiben lassen solange wir wollten. So haben wir schnell gelernt, dass man ziemlich müde ist in der Früh wenn man zu spät schlafen geht und haben uns eigenverantwortlich um unsere Schlafzeiten gekümmert. Hat immer gut funktioniert und ich denke, dass ich diese stressfreie Variante darum auch bei unserem Kind anwenden werde.

Prinzipiell gute Idee, funktioniert aber erst ab Volksschulalter, wenn sich die Kinder alleine beschaeftigen in den Abendstunden. Bis 23:30 einen ueberdrehten 2jaehrigen beschaeftigen, das ist nicht lustig.

Da gibt's bei mir in der Familie den Riesenkonflikt ...

... die jungen Eltern zelebrieren das abendliche Insbettbringen mit Geschichten und Kuscheln und Stofftierspielen, kann locker über eine Stunde dauern.

... die Älteren kommentieren dann ausgiebig die Unfähigkeit der jungen Mutter, die zu schwach sei, um das Kind "wie es richtig ist" mit ein paar Ohrfeigen ins Bett zu dreschen: "Dann rearts hoit, des is normal"

Wie immer bei solch absurden Geschichten

wäre das goldene Mittelmaß wohl das Vernünftigste.

Aber wer will in der heutigen Zeit schon Vernunft einfordern.
Und beim ersten Kind sei's den Eltern gegönnt, wenn sie so einen Pallawatsch ums schlafen gehen machen. Spätestens beim zweiten (vor allem wenn dieses Zeitnah kommt) erledigt sich das eh von selbst.

mit dem guten, alten schnapszutz ;-)

Wie lernen Kinder schlafen?

Durch einen sorgenfreien Tag, ohne die hässlichen Grimassen der Erwachsenen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Herb... nz-Polster

Nur falls sich irgendwer dafür interessiert, was Herrn Renz-Polster zum Experten im "Kinder verstehen" macht.

Lieber Standard, ein Buch zu schreiben macht einen nicht zum Experten, hoffentlich war mans schon vorher. Solche Informationen möchte ich eigentlich nicht beim Zeitunlesen googeln müssen.

Da sein, Geduld haben, selber nichts mehr vor haben aber auch ein Einsehen haben, wenn das Kind eben noch nicht müde ist.

Ich habe, seit ich Papa bin, keine 20:15 Film mehr gesehen, meine Kleine geht um die Zeit (ungefähr) ins Bett.

Vorher natürlich das Abendritual (Umziehen, Zähneputzen,....) immer der gleiche ablauf, ab und zu leicht variiert.

Wichtig ist zumindest bei uns, auch die Vorbereitung. Was wird gespielt, wie wird gespielt, dann wird noch Tee getrunken, bei Hunger noch eine Kleinigkeit gegessen,...

dann eben zum richtigen Zeitpunkt ins Bett gehen.

also unsere kleine ist jetzt 7 monate alt.

in der nacht ist es nie ein problem. sie schläft bei uns im bett und da hat sie selten probleme mit dem einschlafen und durchschlafen. nicht mal beim zahnen...

ihr rhythmus ist auch so gegen 19.00 - 19.30 uhr einzuschlafen.

interessant oder manchmal traurig finde ich die reaktion mancher freunde, die selbst kinder haben: die verstehen einfach nicht, dass wir am abend nicht auf einen cafe kommen, weil unsere kleine schlafen will.

die bestehen felsenfest darauf, dass wir sie einfach quängeln und schreien lassen sollen, damit sie lernt wie die erwachsenen zu leben (ist übrigens ein zitat von diesen).

und ich verstehe das nicht, ist mir doch der schlafrhythmus meiner kleinen wichtiger

Naja

ich habe halt oft das Kind samt (Reisebett, wenn nötig) mitgenommen - und schon ging beides: Schlafen des Kindes und eigenes Café-Trinken, wo es auch nichts machte, wenn es dann doch Wein und Bier wurden und länger gedauert hat.

lg
Dimple

@dimple

sie schläft nicht alleine in einem bettchen ;)

@kl41
nö, aber wenn es rundherum laut ist, dann wacht sie auf bzw. kann gar nicht einschlafen, da die umgebung/die menschen interessanter sind als das schlafen, beginnt aber gleichzeitig zu quängeln und immer wieder zu schreien, weil sie schlafen will = sie hält sich vom schlafen durch neugierde ab und gleichzeitig will sie schlafen.

da hilfts tragetuch. wenn unsere zwerge einmal eingeschlafen sind dann schlafen sie, egal wie viele leute rundherum wie laut waren, sie konnten (und können nach wie vor nicht) aber nicht alleine einschlafen, darum das tragetuch.

ähm - gehen Sie dann auch um 19.00 Uhr ins Bett?

an der natur orientieren

meine 3 haben sehr unterschiedliche schlafbedürfnisse und auch manchmal anwandlungen nachts herumzuwandern.
gute erfahrung hab ich mit der einfachen regel (für mich) gehabt:
in der nacht ist es finster, leise und langweilig.
da verpassen sie nichts, wenn sie im bett liegen :)

ich empfehle ..

"algorithmen und datenstrukturen". wirkt beim papa und beim junior. mein kleiner kennt zwar keine bäume dafür weiss er wie ein b-tree funktioniert ;)

ernsthaft: ich kenn viele eltern, die extrem viel aufwand betreiben um ihre kinder zum einschlafen zu bewegen und auch darauf bestehen, dass die kinder zu einem bestimmten zeitpunkt ins bett gehen. wir haben einfach nie wirklich drauf geschaut und unseren mann nie gestresst, da wir beide eher nachtmenschen sind und wir kein problem haben wenn er noch länger rumkrebst. er hat e ziemlich schnell angefangen zeichen zu geben, wenn er müde ist -> dann milch, vorlesen, kuscheln und weg isser :) ist für uns eine strategie die funktioniert.

naja, wenn er dann mal um 8 in der Schule sein muss, wird er wohl früher ins Bett müssen....

muss nicht unbedingt sein ..

.. meine einzige bedingung für freie wahl er einschlafzeit war, dass mein kind morgens nicht grantig ist .. es hat seinen eigenen wecker bekommen .. und ganz schnell ist es von selbst draufgekommen, dass man länger schlafen kann, wenn man früher zu bett geht .. keine probleme beim einschlafen, keine probleme beim aufstehen und morgens kein grantiges kind .. ach ja, und um 22.00 uhr hatte es dunkel und mucksmäuschenstill zu sein - ohne ausnahme.

Das kommt aber auch auf das Kind an, ob das so funktioniert. Mein Kind durfte auch immer aufbleiben so lange sie wollte, aber seit sie in die Schule geht muss ich schauen, dass sie, wenn am nächsten Tag Schule ist, rechtzeitig ins Bett geht. Mein Kind ist nicht grantig, wenn sie zu wenig schläft, sie tut sich schwer in der Früh aufzustehen aber sobald sie mal auf ist, ist sie topfit den ganzen Tag lang. Es gibt also keine direkten Auswirkungen, die sie dazu bringen könnten früher ins Bett zu gehen. Allerdings wirkt es sich nach einer Zeit aus, denn schläft sie länger zu wenig, schwächelt sie dann körperlich, am Ehesten durch Kopfweh.
Also diese "Selbstregulierung" funktioniert nicht bei allen Kindern, leider.

Um die Wette anstarren xD

Uns "beneiden" unsere Freunde, weil unsere Tochter seitdem sie ca 8 Wochen alt ist, zwischen 19:15 und 19:30 schlafen geht und zwischen 06:30-07:00 aufwacht. Ab der ca 14. Woche auch ohne 1-2-mal-in-der-Nacht-aufwachen-und-trinken.

Diesen Rhythmus hat sie uns angedeutet, wir haben es geschnappt und ausnahmlos unterstützt. Das heißt, einer von uns war immer da, um sie zwischen 19:15 und 19:30 ins Bett zu bringen (wir haben sie nie schreien lassen und auch an schlechten Tagen hat sie spätestens um 20 Uhr geschlafen).

Das funktioniert prima - bei uns. :)

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