"Oh Yeah, She Performs": Ton ab, Leder an

Ansichtssache | Stephan Hilpold
11. Oktober 2012, 17:00

Vier heimische Musikerinnen und eine Kamera: Ein Jahr mit Gustav, Clara Luzia, Teresa Rotschopf und Luise Pop auf, hinter und vor der Bühne. "Oh Yeah, She Performs" wird demnächst bei der Viennale vorgestellt. Bei uns zeigen die Protagonistinnen Haut

Aufeinandertreffen werden sie im Film nie, dennoch sind ihre Wege eng miteinander versponnen. In der österreichischen Musikszene hat sich in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe junger Musikerinnen in die erste Reihe gespielt - und das meist in Eigenregie. So etwas wie Vorbilder, wie man in einem männlich dominierten Bereich Fuß fassen kann, gibt es in diesem Land kaum. Komposition und Produktion erfolgten meist in Eigenregie.

Indiebereich und Mainstream

Gustav, Clara Luzia, Teresa Rotschopf und Vera Kropf von der Formation Luise Pop sind die Musikerinnen, denen sich Mirjam Unger seit 2008 an die Fersen geheftet hat. Sie hat ihnen zugeschaut, wie sie im Probekeller die ersten Töne aufnahmen, sie ist mit ihnen über staubige Landstraßen und Großstadthighways gedonnert, hat sie daheim vor ihrer Blümchentapete ausgefragt. Als langjährige Moderatorin (ZickZack, X-Large, Connected, Homebase) hatte sie bemerkt , dass da etwas im Entstehen war, Gustav und Clara Luzia waren Vorreiterinnen, dann kamen andere hinzu: im Indiebereich genau so wie Mainstream.

"Oh Yeah, She Performs" ist denn auch kein Film über ein bestimmtes Genre geworden, zu sehen sind vier ganz unterschiedliche Musikerinnen, die sich unterschiedlich einordnen und unterschiedliche Wege gehen. Was die vier aber eint, ist, dass sie tagtäglich um ihren Platz auf der Bühne kämpfen. Das machen viele ihrer männlichen Kollegen auch. Ihnen hat man dabei aber schon öfter zugesehen. (Stephan Hilpold, Rondo, DER STANDARD, 12.10.2012)

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foto: irina gavrich

Mirjam Unger

STANDARD: Was ist der Reiz an einem Musikfilm?

Mirjam Unger: Oh Yeah, She Performs! baut die Brücke zwischen meinen zwei Berufen, zwischen meiner Radioarbeit, die naturgemäß immer viel mit Musik zu tun hatte und meiner Filmarbeit. Musikfilme, die ich mag, z. B. die Filme mit den Rolling Stones oder Scorseses the Last Waltz oder auch Shut up and sing mit den Dixie Chicks, sind Zeugnisse von Rebellion und gesellschaftspolitischen Veränderungswünschen.

STANDARD: Klingt Musik von Frauen anders als jene von Männern?

Unger: Nein. Und ja. Das heißt Frauen rocken und rollen und senden fette Bässe aus genauso wie ihre männliche Kollegen. Und dennoch: Die Stimmen und Stimmungen sind oft anders, die Messages oft unterschiedlich ...

STANDARD: Was drücken Sie persönlich über Mode aus?

Unger: Ich schätze Mode als Ausdrucks- und Kunstform. Ich bewundere eine Lana Del Rey oder einen David Bowie, die durch Mode bzw. Kostüme so viel auszudrücken vermögen. Ich selbst kleide gerne andere ein, um sie zu filmen oder zu fotografieren. Bei mir selbst halte ich es eher schlicht und klassisch und beobachte die modischen Bewegungen mit Interesse, aber aus einer gewissen Distanz.

STANDARD: Was assoziieren Sie mit Leder?

Unger: Leder hat für mich hauptsächlich mit Taschen und Schuhen zu tun. Beim Shooting fühlte sich diese zweite Tierhaut am Körper ungewohnt an.

STANDARD: Bitte ergänzen Sie: Mode ist ...

Unger: ... Selbstausdruck. Spiel- und Visitenkarte für gesellschaftliche Zonen.

Mirjam Unger ist Filmregisseurin, Moderatorin und Fotografin und lebt in Wien. 2007 brachte sie ihren preisgekrönten Dokumentarfilm "Vienna's Lost Daughters" in die Kinos. Er erschien auch im Rahmen der STANDARD-Edition "Der österreichische Film".

Mirjam Unger trägt eine Lederjacke von Calvin Klein, Lederhose und Overknees sind von Hermès.

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Viel erwartet- hoch enttäuscht

Wir haben uns von dem Film sehr viel erwartet. Und so stapften 40 Schülerinnen und Schüler im zarten Alter von ca.14 Jahren ins Kino. Der Anfang war ganz viel versprechend, dann aber verliert man den Faden, döst etwas weg (was sehr angenehm war) und dann geht es nur noch ums Rauchen und tw. Trinken, was, wie mir scheint, sehr oft gefilmt wurde. Selbst das anschließende Gespräch mit der halben Band von Clara Luzia konnte diesen Flopp nicht mehr wett machen, wurde sogar noch bestätigt. (Drogen? Mh.. Naja, ab und zu.) Aber vielleicht ist das ja wirklich so in der Musik-Szene. Empfohlen vom bmukk für Schüler der Unterstufe. Wie wunderbar!

Da lob ich mir halt Leut wie Calexico im Vergleich. Erst kürzlich wieder einmal im Konzerthaus wunderbar zu beobachten. Joey Burns betritt die Bühne, schnappt sich die Akustische, John Convertino setzt sich ohne große Gesten ans Schlagzeug, eine vollkommen unspektakulär wirkende Truppe rundherum erscheint. Und los geht's. Ohne Bramburi. Dafür mit echter Musik.

Hast du die Band von Clara Luzia schon mal erlebt? Auch international gibts wenig Indie Bands auf dem Level. Du kannst jetzt jede Band der Welt mit Burns/Convertino vergleichen und sagen wie cool die beiden doch agieren. Ja und? Sind natürlich wahnsinns Musiker, soll jetzt deshalb jede Band diese Wüsten-Coolness übernehmen? Das paßt doch nicht zu den hier präsentierten Künstlerinnen. Schau dir ein Clara Luzia Konzert an, was da an Leidenschaft und Feinsinnigkeit umgesetzt wird und völlig authentisch vermittelt wird, das läßt sich eh nicht toppen. Eine gute Band bringt dir einfach eine spezielle Art von Wahrnehmung, eine Gedanken und Gefühlswelt, greifbar nahe, welche das auch sein mag. Von Sigur Ros bis Hole, von Santigold bis Foo Fighters.

mein Gott na, diese Möchtegern-Inszenierungen....wie peinlich...

wenn diese frauen die oesterreichische pop/rock musik representieren,bin ich froh dass wenigstens die amis wissen wie das wirklich geht.
die habens ja auch erfunden.

http://www.youtube.com/watch?v=wsk5dLMO9-8

warum schauen die alle,...

...als wüden sie gerade ihren ersten eigenen schlaganfall beobachten?

weil sie laut photograf, extra blöd schauen sollten

ziemlich fade photostrecke...schade

nur Gustav

Meine damit vor allem ihre Stellungnahme. Sie ist die einzige, die aus sich keine Marken-Gretl machen lässt.

warum engagiert ihr nicht den adi weiss, der wär doch viel cooler!

Das Rondo ist die sinnloseste Zeitungsbeilage ever.

Sie sind leider alle mehr mit vorwurfsvoll schauen (ihr Mainstreamler! Ich gebe euch was ihr wollt aber ES IST IRONISCH!) beschäftigt als damit, gute Musik zu machen. Obwohl, Clara Luzia geht. Gustav aber gar nicht. Um das auszuhalten muss man mit 39 Semestern interkultureller Kommunikation mariniert und in der entsprechenden Szene sozialisiert sein.

Allerdings danke dafür, dass Soap&Skin hier nicht vorkommt.

Gustav ist die Einzige die ich tatsächlich RICHTIG spannend finde

So unterschiedlich können Vorlieben und Wahrnehmungen sein.
:-)

geh halt weinen. gustav ist super! (lg von einem mit 0 semestern. all you need is brain, nicht szene)

Ja, wäre auch schade, wenn es anders wäre ;) Ich mag aber nicht, wenn man sich selbst SO ernst nimmt. Deshalb auch mein Seitenhieb auf Soap&Skin, die sich selbst für das Wichtigste seit der Erfindung des Feuers hält. Gustav ist da IMHO nicht weit hinten.

Ich wein nicht, ich hör mir den Quatsch einfach nicht an.

die neidhammeln hier sind echt ein spass! warum kann man davon ausgehen, zu wissen, wie ihr ausseht? hihihihi...oje, besser doch nicht vorstellen...wüürg, laaangweilig..bieder??

hört doch einfach auf, so durchschnittlich zu sein;)

Verpackt in toter Tierhaut

...und das soll sexy sein?

Dabei gibt es doch schon so tolle atmungsaktive Produkte wo
kein Tier leiden musste,
keine Kinder in der giftigen Kloake die Tierhaut gerben mussten.
was wirklich nachhaltig ist und mit guten Gewissen angezogen werden kann.

P.S. Es gibt sogar einen veganen Mode-Laden in Wien.
http://derstandard.at/134374439... es-fashion

...und das soll sexy sein?

Nix ist so sexy wie a schwoaze Lederjackn.
Scho goa net vegan.
:-)

Amen

eins ist aber sicher ... der Tod ...
und ob leiden oder nicht hängt von keiner Lederjacke ab.

manche werden für's blöd schauen gezahlt :-))) a ned schlecht

stimmt, 90% der österreichischen politiker ;=)

Edles Leder, das an wunderschönen Frauen total unsexy ausschaut - muss man auch mal zsammbringen.

Noch schlimmer ist,

dass noch keine Kuh (wenn es den Leder ist), eine sinnloseren Tod gestorben ist, als es für das Utensil von Foto 5 der Fall war.

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