"Star Citizen": Galaktisches Comeback des "Wing Commander"-Erfinders

Neue Weltraumsimulation lässt PC-Spieler-Herzen höher schlagen

Fast ein Jahrzehnt hörte man kaum etwas von Chris Roberts. Der Erfinder der kultigen Weltraumsimulation "Wing Commander" brütete im Stillen sein nächstes Projekt aus. Mit dem im April 2011 gegründeten Studio Cloud Imperium Games Corporation will er nun bis 2014 seine nächste Space-Saga umsetzen. "Star Citizen" wird eine Mischung aus "Freelancer" und "Privateer" (beide ebenfalls von Roberts) und "Wing Commander", ein massives Online-Mehrspieler-Erlebnis, in dem sich jede Handlung auf die anderen Spieler auswirkt.

Vom römischen Untergang inspiriert

Die Geschichte der Kampagne wurde von den Ereignissen rund um den Fall des römischen Reiches inspiriert. In der offenen Welt samt dynamischem Wirtschaftssystem werden die Spieler einen Großteil der Zeit im Gespann der Sci-Fi-Fremdenlegion Squadron 42 verbringen. Die Story kann wahlweise alleine oder jederzeit zu zweit (online und offline) erlebt werden. Die Spieler nehmen dadurch Einfluss auf den Spielfortschritt des anderen.

Die Squadron 42 gilt als besonders widerstandsfähige Truppe. Primäre Aufgabe ist es, sich zu beweisen und aufgenommen zu werden. Das Spiel soll sich durch laufende Mini-Updates laufend weiterentwickeln. Ein Beispiel dafür sind neue Galaxien und frische Missionen. Spieler, die ein neues Sternensystem als erstes kartografieren, dürfen es auch selbst benennen. Die Karten können dann gegen Spielgeld an Weltraumkonzerne verkauft und anderen zur Verfügung gestellt werden.

Speziell für PC und VR

Neben der Erkundung der unendlichen Weiten dürfen sich Piloten auch auf physikalisch gerechte Raumschiffschlachten freuen. Jeder kann seine Rolle im Universum selbst bestimmen und so etwa Kopfgeldjäger, Pirat, Händler oder Schmuggler werden.

Roberts entwickelt das Spiel exklusiv für PC. Seiner Ansicht nach machen heute viel zu wenige Studios Gebrauch von den technischen Möglichkeiten moderner Hardware, weil der Fokus auf Konsolen liegt. Ein Trailer basierend auf Spielgrafik gibt einen Ausblick darauf, was die Designern im Sinn haben. Die technische Umsetzung erfolgt mit Cryteks fortschrittlicher CryEngine 3. Zumindest auf modernen PC sei damit ein bislang "unvergleichbarer Detailreichtum" möglich. Um die Illusion zu verstärken unterstützt das Spiel sowohl stereoskopisches 3D als auch die Virtual-Reality-Technologie von Oculus Rift.

Finanzierung

Die Finanzierung des ambitionierten Projekts erfolgt mehrheitlich durch private Investoren. Um das prognostizierte Budget von 12 bis 14 Millionen Dollar zu erreichen, hofft Roberts auch auf die Unterstützung von Fans. Interessierte können das Spiel bereits jetzt schon kaufen und damit die Entwicklung ermöglichen. Anstelle auf Plattformen wie Kickstarter zu setzen, wurde auf der "Star Citizen"-Seite eine eigene Crowdsourcing-Funktion integriert. Rund 2 bis 4 Millionen Dollar sollen auf diese Weise aufgestellt werden. Mit der Ankündigung des Spiels erfolgt ein regelrechter Ansturm auf die Webseite des Projekts, was zeitweise zu Ausfällen führte. (Zsolt Wilhelm, derStandard.at, 11.10.2012)

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