Spanien wird weiter herabgestuft

11. Oktober 2012, 12:29
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Der Ausblick ist negativ, die sozialen Spannungen werden steigen

Madrid/New York - Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat die Kreditwürdigkeit Spaniens gleich um zwei Stufen von "BBB+" auf "BBB-" gesenkt. Damit befindet sich die Kreditwürdigkeit der viertgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone nur noch eine Stufe über dem sogenannten Ramschniveau. Auch der Ausblick bleibe negativ, teilte S&P am Mittwochabend mit. Es droht also eine weitere Herabstufung.

Die verschärfte Rezession beschränke die Handlungsmöglichkeiten der Regierung, schreibt S&P. Die steigende Arbeitslosigkeit und Ausgabenkürzungen würden die soziale Unzufriedenheit schüren und die Spannungen zwischen der Zentralregierung und den Regionen verschärfen.

BB+ droht

Der negative Ausblick bedeutet, dass Standard & Poor's die Bonität Spaniens noch weiter auf BB+ senken könnte. Der Ratingagentur zufolge droht eine erneute Herabstufung, wenn die politische Unterstützung für die von der Regierung vorangetriebenen Reformen schwächer wir0d. Gleiches gilt, wenn Spaniens Zinsen an den Kapitalmärkten wegen mangelnder Hilfe durch die anderen Länder der Euro-Zone über ein tragbares Niveau hinaus ansteigen.

Durch die Herabstufung bewertet S&P die spanische Kreditwürdigkeit nun wie Moody's. Auch diese Bonitätswächter prüfen, ob weitere Senkungen nötig sind. Die dritte große Agentur Fitch stuft Spanien mit BBB ein und damit eine Note höher als die Konkurrenz.

BIP erneut deutlich geschrumpft

Spanien kämpft seit geraumer Zeit mit massiven wirtschaftlichen Problemen, die Arbeitslosenquote beträgt fast 25 Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt des hoch verschuldeten Staates schrumpfte auch im dritten Quartal deutlich.

Für die Rettung der spanischen Banken haben die internationalen Geldgeber bereits bis zu 100 Mrd. Euro zugesagt. Einen Antrag auf Hilfe aus dem europäischen Rettungsfonds ESM für das gesamte Land hat die Regierung um Ministerpräsident Mariano Rajoy bisher noch nicht gestellt.

Die Krise hat in den vergangenen Wochen zudem zu vermehrten Überlegungen spanischer Regionen zur Abspaltung von Madrid geführt. Katalonien will nach den Regionalwahlen am 25. November ein Unabhängigkeitsreferendum abhalten. (APA/Reuters, 11.10.2012)

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Spanien ist doch schon längst Ramsch-Niveau

Ein Land was nach dem Euro-Rettungsschirm lechzt und nur von anderen EU-Mitgliedern vor dem Staatsbankrott gerettet wird, ist Ramsch. bzw. "D" wie Default. Alles andere ist eine zu positive Bewertung die einfach nicht der Realität entspricht.

Sturzflug Europas

„WIR müssen die Eurokrise um jeden Preis bewältigen.“ Das beschwört die europäische Politik, um so die Zustimmung der Völker zu allen Härten und materiellen Einbußen zu gewinnen. Mit einer radikalen Sparpolitik, einer durchgreifenden Verarmung der Massen treten Europas Regierungen den Beweis an, dass fortan solide gewirtschaftet wird. An der massiven Absenkung des Lebensstandards führt kein Weg vorbei, wenn das europäische (?) Geld gerettet werden soll. Die finanzkapitalistischen Investoren, von Staaten, also von den Steuerzahlern mit gigantischen Kreditsummen aus ihrer Krise herausgekauft, können gelassen in die Zukunft blicken.

Die US-amerikanischen Rating-Agenturen erklären der Eurozone Tag für Tag den Krieg und schütten Öl ins Feuer. Die EU reagiert darauf stets mit betreter Selbstzerfleischung und Geisselung der eigenen Mittelschicht.

Wie impotent kann sich ein Staatenbund nach aussen noch präsentieren?

Angesichts des US-amerikanischen Defizits und deren Rating wäre es doch wohl nicht ungerechtfertigt darauf einmal lautere Kritik zu äussern?

Möglicherweise sind die aber gar nicht so impotent, wie Sie meinen.

Möglicherweise ist ihnen gerade die derzeitige Lage der ersehnte Anlass, alle Restbestände des europäischen Sozialstaates endgültig zu schleifen und die Löhne europaweit auf "Weltniveau" zu bringen.

Da ist es dann ausgesprochen hilfreich, wenn das zu verarztende Publikum das ausgemacht Grundböse ganz woanders und möglichst weit weg verortet. Etwa bei den Bilderbergern, den USA, den faulen Griechen oder jeder x-beliebigen anderen Scapegoat.

Beim "Washington Consensus" handelt es sich um kein Geheimabkommen. Da braucht's keine Verschwörungstheorien.
Es ist gar nicht so schwer zu sehen, was die neoliberale FI mit sich bringt. Es reicht schon, die Augen nicht zu verschliessen.

Das ESM-Penis-Gleichnis

Zuerst haben wir gerätselt. Wie werden aus 80 Milliarden dann im ESM plötzlich 700 Milliarden? Und plötzlich war es klar. Man muss den Menschen die komplizierten Dinge nur im RTL II - Sprech erklären. Der EMS wächst auf Komando, wie dein Ding, Alter.
http://tinyurl.com/9w4cmjj

Dieses Gleichnis ist gut, habe es gleich weiterleiten müssen.

Und wieder ist S&P im Auftrag von Goldman-Sachs unterwegs....

...denn Goldman hat mehrere Mrd US $ derzeit in britischen Banken in Wetten gegen den Euro investiert.....

Und das macht alles so viel Sinn....

Die Rache für die Ankündigung eine Finanztransaktionssteuer einführen zu wollen?

Real und Barca verkaufen...

...sind zusammen 1,2 Mill. € wert ;-)

mill. oder mrd.?

alleine einzelspieler der beiden mannschaften sind 2 stellige millionenbeträge wert,... ;)

werden wohl milliarden gemeint sein,...

ja die einzelspieler sicher. ich als fussballlaie kann aber gewaltige schulden dieser vereine selbst net ganz ausschliessen......

klar - gerade barca dürfte bis über beide ohren verschuldet sein,...

aber da alleine ein messi um die 50 mio. wert sein dürfte, kann mit den 1,2 "mil." im vorposting schon nicht mehr "millionen" gemeint sein ;)

ich will jetzt nicht äh wie nennt man das? ;-)

wenn der messi und die anderen spieler 200 mio wert sind und der klub mit 198 mio € verschuldet ist, ist der klub (theoretisch, ohne werbewert etc.) 2 mio wert.

ah. korinthenkacken nennt man das! ;-)

Ohne EU und Euro sind wir alle verloren und werden im Elend versinken!

Seht Euch doch nur mal Schweden an - die hängen über dem Abgrund!

Oder Norwegen! Völlig im Arsch!

Naja, und die Schweiz erst. Es könnte kaum schlimmer sein.

so ein topfen ohne jede begründung/sachkenntnis vorgetragen. und grün zu rot steht 3:1. ächz. DAS sind genau DIE wähler, die den populismus wählen!

Na, dann lassen sie uns mal an Ihrer Sachkenntnis teilhaben. Weil, nur rumzupflaumen macht noch keinen Fachmann. Höchstens einen Faymann.

tja. sie postulieren, dass es diesen 3 ländern gut/besser geht, weil sie nicht an €/EU teilnehmen?

Was erwarten Sie denn? Die Leute urteilen danach, was hinten rauskommt für sie. Und was da herauskommt, ist ein Riesenhaufen Scheiße.

Dagegen wird schwerlich helfen, wenn man ihnen pastellfarben auspinselt, wie sich in ein paar Jahrzehnten from now (angeblich) alles in Wohlgefallen auflösen werde. As on the longer run, we all are dead.

Außerdem haben die Leute so ihre Erfahrungen gemacht mit derartigen "Prognosen" in den letzten Jahren und Jahrzehnten.

Hic Rhodos, hic salta.

Oder Island, höchste Lebensqualität.

Jawoll!

Ich kann mich noch sehr gut an den EU-Wahlkampf erinnern, danke!

Und Sie glauben, dass wir jetzt ausserhalb der Zone besser dran wären? Ich denke, nicht. Selbst die Schweiz mit ihrem Franken hat Probleme.

ja ja, der Ederer 1000 er!

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