Romney: "Ich werde ein Anti-Abtreibungs-Präsident sein"

11. Oktober 2012, 10:08
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Gestern moderat, heute erzkonservativ: Der republikanische Kandidat fährt einen unklaren Kurs in der Abtreibungsfrage

Washington - Beim in den USA stark umkämpften Thema Schwangerschaftsabbruch hat der republikanische US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney vorerst moderate Töne angeschlagen. Nun rudert er wieder zurück: Vor JournalistInnen stellte Romney am Mittwoch auf einer Wahlkampftour durch den Bundesstaat Ohio klar, dass er ein Gegner von Schwangerschaftsabbrüchen sei. "Ich bin ein Anti-Abtreibungs-Kandidat und ich werde ein Anti-Abtreibungs-Präsident sein", sagte er.

Romney versicherte noch am Dienstag in einem Interview mit der Zeitung "Des Moines Register", dass er im Fall seines Wahlsieges keine Verschärfung des Abtreibungsrechts anstrebe. "Es gibt nach meiner Kenntnis kein Gesetzesvorhaben zum Thema Abtreibung, das Teil meiner Agenda werden würde", sagte er. Der erzkonservative Flügel der RepublikanerInnen hatte den früheren Gouverneur von Massachusetts wegen seiner wechselnden Positionen beim Thema Abtreibung schon immer kritisch beäugt.

Vor und zurück

Im Vorwahlkampf um die republikanische Kandidatur hatte Romney eine harte Linie gegen Abtreibung verfochten. Mehrfach sprach er sich für eine Aufhebung des Supreme-Court-Urteils "Roe vs. Wade" aus dem Jahr 1973 aus, das den Schwangerschafsabbruch in den USA legalisierte. Der erzkonservative Flügel der Republikaner hatte den früheren Gouverneur von Massachusetts wegen seiner wechselnden Positionen beim Thema Abtreibung schon immer kritisch beäugt. In Umfragen liegt Romney bei Wählerinnen allerdings klar hinter Obama zurück, als Grund dafür gilt die republikanische Haltung zu Frauenrechten.

In den vergangenen Tagen war Romney bei einer Reihe von Themen in die Mitte gerückt. Im ersten TV-Duell mit Obama bestritt er vehement, Steuersenkungen zu Gunsten der Reichen durchsetzen zu wollen. Auch in der Einwanderungs- und Gesundheitspolitik trat er gemäßigter auf. MeinungsforscherInnen sehen Romney weniger als vier Wochen vor der Wahl am 6. November im Auftrieb. (APA, red, 11.10.2012)

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