EU hat Bedenken gegen Paket-Fusion

10. Oktober 2012, 17:20
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Der Weltmarktführer UPS will den niederländische Logistikkonzern TNT Express übernehmen

Amsterdam/Brüssel - Die EU-Wettbewerbshüter haben bei der geplanten Übernahme des niederländischen Logistikkonzerns TNT Express durch den US-Konkurrenten UPS ernsthafte Bedenken, berichtet die Financial Times. Die Europäische Kommission stehe kurz vor dem Ende ihrer Prüfung und werde eine Liste von Beanstandungen erstellen, heißt es.

Eine formelle Beschwerde stehe bereits nächste Woche an. Dem Bericht zufolge fordern die Marktaufseher Veräußerungen von Beteiligungen oder andere Zugeständnisse, um die Bedenken auszuräumen. EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia hatte im Juli eine Untersuchung der 5,2 Milliarden Euro schweren Übernahme auf den Weg gebracht, weil diese den bereits überschaubaren internationalen Paketdienstsektor weiter einzuengen drohe.

UPS würde Status ausbauen

UPS würde seinen Status als Weltmarktführer ausbauen und käme nach der TNT-Übernahme auf einen Jahresumsatz von rund 45 Milliarden Euro. Von der Fusion erwartet man sich Einspareffekte zwischen 400 und 500 Millionen Euro jährlich.

TNT Express, das 2010 aus der Aufspaltung der niederländischen Post in einen Brief- und einen Paketdienst hervorging, beschäftigt rund 82.000 Mitarbeiter. Bei UPS mit Firmensitz Georgia arbeiten weltweit 400.000 Menschen. (Reuters, red, DER STANDARD, 11.10.2012)

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