Grüne in Umfrage bei 16 Prozent - Stronach hält bei zehn Prozent

10. Oktober 2012, 21:04
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Würde jetzt gewählt, gäbe es 28 Prozent für die SPÖ - Die ÖVP liegt bei 22, die FPÖ bei 20 Prozent

Wien - Ein Jahr vor der Wahl liegt die SPÖ mit 28 Prozent klar in Führung vor der ÖVP mit 22 und der FPÖ mit 20 Prozent. Das geht aus der in dieser Woche durchgeführten Market-Umfrage für den STANDARD (400 Befragte) hervor. Den größten Zuwachs verbuchen die Grünen: Statt zuletzt 10,4 Prozent rechnet Market mit 16 Prozent für die Grün-Partei. Zum Vergleich: Der FPÖ wird nur ein Zuwachs von 2,5 Prozentpunkten (von 17,5 auf 20) zugetraut.

Gut etabliert in der Hochrechnung ist Frank Stronachs "Team für Österreich": Es kommt in der Hochrechnung bereits auf zehn Prozent. Und acht Prozent sagen sogar, dass sie Stronach als Bundeskanzler haben möchten.

BZÖ stürzt ab

Dem BZÖ droht ein Absturz: Die Partei würde von 10,7 auf zwei Prozent fallen - ebenso groß dürfte der Anteil anderer Kleinparteien (etwa der Piraten, die nicht separat abgefragt wurden) sein.

Einen Trost aber bietet die Umfrage auch für das BZÖ: Obwohl die deklarierte Wahlabsicht derzeit gering ausgeprägt ist, wird BZÖ-Chef Josef Bucher in der (hypothetischen) Kanzlerfrage viel mehr zugetraut: Fünf Prozent wünschen sich Bucher als Kanzler. Das lässt auf ein größeres Wählerpotenzial des BZÖ schließen, erklärt Market-Chef Werner Beutelmeyer.

Kanzlerfrage: Faymann führt

Klarer Favorit für das Kanzleramt wäre Amtsinhaber Werner Faymann: 18 Prozent würden ihn direkt wählen, für weitere vier Prozent käme Faymann am ehesten infrage. Macht 22 Prozent. Auffallend: Die erklärten SPÖ-Anhänger stehen relativ geschlossen hinter Faymann.

Anders bei Michael Spindelegger: Die ÖVP-Wähler stimmen ihm nur zögerlich zu, erst auf Nachfrage wird er bei erklärten ÖVP-Wählern genannt. Insgesamt kommt Spindelegger auf 14 Prozent (neun Prozent spontane Nennung, fünf Prozent bei der Nachfrage). Damit liegt Spindelegger etwa gleich mit FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache.

Zwölf Prozent der Befragten nennen die Grünen-Chefin Eva Glawischnig als bevorzugte Kanzlerkandidatin.

"Selbst Anhänger wissen kaum, wofür Stronach steht"

Die relative Stärke von Stronach begründet Market-Chef Werner Beutelmeyer damit, dass dessen Präsentation viel Aufmerksamkeit bewirkt hat - ob diese bis zur Wahl anhält, sei aber offen: "Wir wissen aus anderen Fragestellungen um Stronach, dass selbst seine erklärten Anhänger kaum wissen, wofür seine Partei steht. Und man weiß, dass er eine One-Man-Show ist - sechs von zehn Wahlberechtigten haben uns geantwortet, dass er an der Parteispitze schwer zu ersetzen wäre." (Conrad Seidl, DER STANDARD, 11.10.2012)

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