Bittersensor löst Abwehrreaktion auf Bakterien aus

14. Oktober 2012, 15:36

Genetische Unterschiede bei Menschen könnten unterschiedliche Anfälligkeit für Atemwegserkrankungen erklären

Washington - Ein einfacher Geschmackstest könnte zukünftig verraten, wie anfällig jemand gegenüber Schnupfen und Erkältungen ist. Denn unser Körper erkennt Krankheitserreger in den Atemwegen über einen Sensor für den bitteren Geschmack, haben US-Forscher herausgefunden. In Nase und Rachen eingedrungene Bakterien geben demnach spezifische, von diesen Sensoren registrierte Chemikalien ab. Diese lösen die Abwehrreaktion der Schleimhäute aus: Schleim und antibakterielle Substanzen werden abgesondert und die feinen Härchen der Atemwege transportieren die darin eingehüllten Bakterien ab.

Über die Atemluft gelangen ständig Fremdkörper und auch Krankheitserreger in unsere Atemwege - in den meisten Fällen reiche die erste Abwehrreaktion der Schleimhäute bereits aus, um solche Eindringlinge zu beseitigen, erklären Robert Lee von der University of Pennsylvania und seine Kollegen.

Abgeschwächte oder ausbleibende Reaktion

Funktioniert dieser Bittersensor nicht richtig, wie es bei einigen Menschen der Fall ist, dann bleibt diese Reaktion aus oder ist abgeschwächt. Diese auf Genvarianten beruhenden Unterschiede könnten erklären, warum manche Menschen anfälliger für Erkältungen sind als andere, berichten die Forscher im Fachmagazin "Journal of Clinical Investigation".

Nach Ansicht der Forscher könnten die neuen Erkenntnisse einen ganz praktischen medizinischen Nutzen haben: Man könne sehr einfach durch einen Geschmackstest herausfinden, ob ein Mensch voll funktionsfähige Bittersensoren besitze oder nicht. "Das Ergebnis dieses Tests könnte dann anzeigen, ob dieser Patient besonders anfällig für bakterielle Atemwegsinfektionen ist und daher eine stärkere Therapie benötigt als andere", schreiben die Wissenschafter. (APA, 14.10.2012)

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7 Postings
super

und als Arbeitgeber lass ich natürlich alle Bewerber eine "Fruchstsaftverkostung" machen - mit den entsprechenden Bitterstoffen. :)

Und wenn Menschen, die über Jahrzehnte

jährlich mehrfach Schnupfen und Husten bekommen, die von jedem Nieser angesteckt werden, mit Qigong beginnen - und nach 2 Jahren gar keine Erkältung mehr bekommen?

Haben diese Qigong-Treibenden dann Bittersensoren entwickelt? oder hat vielleicht die Energiearbeit dazu geführt, dass ihre Energien gleichmäßig fließen, so dass der Organismus mit Krankheitserregern umgehen kann?

dass es ihnen nicht zu blöd wird. haben sie qigong eigentlich schon als lösung für den nahost-konflikt in erwägung gezogen?

Viel Einfacher

Sie müssen keine Qi-Flüsse bemühen um solche Phänomene erklären zu können. Es reicht eine Mischung aus (ineinander übergreifenden) Punkten:

1) Wenn jemand mit Qi-Gong beginnt, dann geht das meist mit einer allgemeinen Änderung der Einstellung zu seiner Gesundheit und damit auch mit mehr Bewegung, bewussterem Essverhalten, gesünderer Ernährung, usw. einher. Qi-Gong hat da keinen physischen Einfluss, sondern einen psychischen als motivatorischer Katalysator.

2) Geänderte Selektive Wahrnehmung. Vorher nahm man jedes Wehwehchen wahr und ignorierte die guten Tage. Alleine durch die Entscheidung, Qi-Gong zu betreiben, fühlt man sich viel besser, ignoriert die Wehwehchen und nimmt jeden gesunden Tag bewusst wahr.

3) Placeboeffekt

Also ist Qigong doch für was gut.

Generell find ich die Wirksamkeit von Arzneimitteln generell überbewertet.
Da hilft ein gutes Gespräch mit einem Arzt dem man vertraut oft mehr als Chemie.
Es soll ja auch schon Menschen gegeben habe die nach 1 Jahr Antibiotika noch immer nicht gesund waren.

... da ich Bitterstoffe sogar in geringen Mengen erschmecken kann nehm ich an, ich bin weniger anfällig? (Ich werde tatsächlich selten krank, aber das kann auch an anderen Faktoren liegen.)

Geht mir auch so

werden wir Tester für asiatische Produkte - dort ist die Sensibilität für Bitterstoffe gering, dafür können sie "Umami" (=Glutamat) viel besser schmecken als wir.

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