Ärger in Sydney wegen Pissoirs in Form eines Frauenmunds

Feministin protestiert gegen Designerstücke in Restaurant - Ähnliche Urinale einst auch in Wien ein Aufreger

Sydney - Mit zwei Pissoirs in Form eines rot geschminkten Frauenmundes hat sich ein Restaurant in Sydney Ärger eingehandelt. Die neu eröffnete "Ananas Bar and Brasserie" entschuldigte sich am Mittwoch für die ungewöhnlichen Urinalbecken und kündigte ihre sofortige Entfernung an. Die Pissoirs sind Designerstücke der niederländischen Künstlerin Meike van Schijndel und finden sich bereits seit Jahren in verschiedenen Etablissements weltweit.

Das französische Edel-Restaurant war vor drei Wochen in Sydney eröffnet worden. Die feministische Autorin und frühere Politik-Beraterin Anne Summers prangerte die knallroten Pissoirs als eine Beleidigung von Frauen an. "Frauenfeindlichkeit ist weit verbreitet, und das ist nur ein Beispiel für Frauenfeindlichkeit", erklärte sie.

Wiener "Opera-Toilet" umgestaltet

In Wien hatten vier Pissoirs der niederländischen Künstlerin im Jahr 2006 heftige Proteste ausgelöst. Angeführt von den Grünen und der SPÖ hatte sich Widerstand gegen die Gestaltung der Urinale in der Opernpassage ("Opera Toilet") gebildet. Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel (ÖVP) hatte daraufhin sogar mit einer Anzeige wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses gedroht. Daraufhin ließ der Betreiber die Muscheln, die immerhin drei Jahre in der Toilette gehangen waren, entfernen und versteigern. (APA, 10.10.2012)

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