Oberösterreich: Aufregung um Kamera-Attrappe in Volksschultoilette

10. Oktober 2012, 12:10
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Mithilfe von falscher Kamera sollten Verunreinigungen verhindert werden

Vöcklabruck - Die Direktorin einer oberösterreichischen Volksschule im Bezirk Vöcklabruck hat im Buben-WC eine Kamera-Attrappe installiert. Die Eltern reagierten empört auf diese Maßnahme, berichtete die Gratiszeitung "Heute" am Mittwoch. Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer sagte dazu, dass es sich hierbei um kein geeignetes Mittel handle. Die Entfernung sei von der Bezirksschulinspektorin bereits angeordnet worden.

Die Schulleiterin hatte die "Kamera" angebracht, weil es immer wieder zu groben Verschmutzungen gekommen war und andere Maßnahmen nicht fruchteten. Die Kinder wussten nicht, dass es sich um eine Attrappe handelte. Ein echtes Aufnahmegerät wäre zudem datenschutzrechtlich zu genehmigen, hieß es beim Landesschulrat.

Knabentoilette ist kein Hochsicherheitstrakt

"Das ist ein sehr intimer Bereich", distanzierte sich Enzenhofer von der ungewöhnlichen Erziehungsmaßnahme. "Eine Knabentoilette ist kein Hochsicherheitstrakt." Für die Buben sei eine derartige Vorgehensweise mit Angst verbunden. Er würde in diesem Fall eher vorschlagen, die Kinder mit einer der betroffenen Putzfrauen zu konfrontieren.

Mittlerweile sei aber die Weisung erteilt worden, dass die Attrappe entfernt wird. Es liege nun bei der Schulinspektorin festzustellen, "wie groß der Unmut ist", und das Vertrauen aller Seiten zueinander wieder herzustellen, so Enzenhofer. Eltern hatten kritisiert, dass Siebenjährige durch die Anbringung einer - wenn auch falschen - Kamera psychologisch zu stark unter Druck gesetzt würden. (APA, 10.10.2012)

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