Motorola nimmt überraschend Android-Phones vom deutschen Markt

10. Oktober 2012, 11:54
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Nach verlorenen Prozessen gegen Microsoft und Apple sind die Androiden nicht mehr verfügbar

Nachdem Ende September das Landesgericht München ein Urteil im Prozess zwischen Microsoft und Motorola gefällt hat, reagiert Googles eigener Smartphone-Hersteller nun mit einem Verkaufsstopp in Deutschland. Bei dem Verfahren beklagte Microsoft Patentverletzungen, die Motorola begangen haben soll. Auch in einem Rechtsstreit mit Apple, in dem es um die Verletzung von Patenten ging und der kurzzeitig in einem Online-Verkaufsverbot von iPhone und iPad resultierte, musste Motorola eine Niederlage im September einstecken.

Motorola lässt Klage gegen Apple fallen

Der Entschluss von Motorola Mobility wurde allerdings nicht von einem Gericht erzwungen. Wie der Guardian berichtet, hat sich das Unternehmen freiwillig dazu entschlossen, dem Verkauf sämtlicher Android-Geräte Einhalt zu gebieten. Interessant und überraschend war letzte Woche auch die Rücknahme der Klage des Unternehmens gegen Apple - der WebStandard berichtete. Warum es zum Rückzug von Motorola kam, ist nicht bekannt. 

Microsoft kämpft weiter

Grund für den Verkaufsstopp könnte unter anderem ein langsamer Rückzug von Motorola aus Deutschland sein. Das Unternehmen spart im Moment massiv Mitarbeiter ein und will sich nach eigenen Angaben auf weniger Länder konzentrieren. Auf der deutschen Website sind im Moment nur das Motorola Gleam verfügbar und die Vorbestellung für das neue Razr i und Razr HD möglich, Tablets sind keine online. Händler seien davon aber nicht betroffen, diese könnten weiterhin Motorola-Geräte beziehen und verkaufen. Wie lange, ist allerdings eine Frage, die ein Gericht klären wird, denn Microsoft hat angekündigt Verkaufsstopps vor Gericht erwirken zu wollen, bis Motorola eine Patentlizenz erwirbt.

Schließung von zahlreichen Standorten

Laut Areamobile will das Unternehmen seine Androiden überarbeiten. Wann und ob diese wieder auf den Markt zurückkommen, ist nicht klar. Motorola will zudem weniger, dafür High-End-Geräte auf den Markt bringen. Das Unternehmen hat bereits 4.000 Mitarbeiter entlassen und will 90 Millionen US-Dollar aufbringen, um Standorte in verschiedenen Ländern zu schließen. Für eine Stellungnahme zu den Gründen des Verkaufsstopps konnte der WebStandard bei Motorola Deutschland und Motorola Mobility niemanden erreichen. (red, derStandard.at, 10.10.2012)

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    Genauso überraschend wie Motorolas Rücknahme der Klage gegen Apple ist auch der Verkaufsstopp in Deutschland

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