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Robert Lefkowitz (links) und Brian Kobilka entschlüsselten, wie Zellen Licht, Geschmack oder Licht wahrnehmen können.

Diese Girlanden sind ein 3-D-Modell von Rhodopsin. Das ist eines unserer Sehpigmente und gehört zu den G-Protein-gekoppelten Rezeptoren.
Stockholm/Wien - Wie nehmen Zellen ihre Umwelt wahr, wie verarbeiten sie Reize wie Licht, Geschmack oder Geruch, und wie genau reagieren sie auf Wachstumsfaktoren und Hormone? Diese Fragen gehörten für die längste Zeit im 20. Jahrhundert zu den großen Rätseln der Wissenschaft vom Leben, zu der natürlich auch die Chemie gehört.
Forscher vermuteten, dass es an der Zelloberfläche eine Art Empfangsstation etwa für Hormone geben müsse. Wie diese Rezeptoren tatsächlich aussehen und wie sie arbeiten, blieb bis zu den 1980er-Jahren unklar. Den beiden US-Zellforschern Robert Lefkowitz und Brian Kobilka gelang es, das Innenleben einer wichtigen Familie von solchen Rezeptoren, den sogenannten G-Protein-gekoppelten Rezeptoren (GPCR), zu entschlüsseln. Diese Großtat trug ihnen 2012 den Chemie-Nobelpreis ein.
Dem heute 69-jährigen Lefkowitz und seinem ehemaligen Mitarbeiter Brian Kobilka (57) gelang es in den 1980er-Jahren, das Gen für den sogenannten ß-Adrenozeptor zu identifizieren. Dabei zeigte sich, dass der Rezeptor sehr ähnlich zu einem im Auge ist, der auf Lichtreize reagiert. Das wiederum öffnete den Forschern die Augen, dass es eine ganze Familie von Rezeptoren gibt, die auf gleiche Weise funktionieren. In menschlichen Zellen gibt es knapp 1000 Rezeptoren mit unterschiedlichen Funktionen, die verschiedene G-Proteine als Schalter verwenden. Sie verarbeiten nicht nur viele Sinnesreize, sondern reagieren zum Beispiel auch auf Wachstumsfaktoren und Hormone wie Adrenalin, Histamin, Dopamin und Serotonin.
Diese Schalter machen sich seit langem auch die Mediziner und Pharmakologen zunutze - ohne lange gewusst zu haben, wie sie genau funktionieren: Etwa die Hälfte aller Medikamente entfalten ihre Wirkung durch G-Protein-gekoppelte Rezeptoren. Dank der nun mit dem Nobelpreis ausgezeichneten Erkenntnisse kann man jetzt Rezeptoren noch besser beeinflussen, um medizinische Effekte zu erreichen.
Der GPCR-Signalweg ist so wichtig, dass es zum dritten Mal Nobelpreise dafür gibt: 1994 erhielten Alfred Gilman und Martin Rodbell den Nobelpreis für die Entdeckung der G-Proteine und ihre Rolle bei der Signalweiterleitung. Richard Axel und Linda Buck bekamen ihn 2004 für Arbeiten zum Geruchssinn, der auch auf GPCR beruht. (tasch, APA/DER STANDARD, 11. 10. 2012)
Link
Nobelprize.org: The Nobel Prize in Chemistry 2012
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GlaxoSmithKline Research and Development, May 2010: International Workshop at the Nobel Forum, Karolinska Institutet on G protein-coupled receptors: finding the words to describe monomers, oligomers, and their molecular mechanisms and defining their meaning. Can a consensus be reached?
Kenakin T, Agnati LF, Caron M, Fredholm B, Guidoli D, KOBILKA B, LEFKOWITZ RW, Lohse M, Woods A, Fuxe K.
Welches Mittel gilt es diesesmal zu vermarkten?
Ist das nicht gegen die Statuten??
Als Chemiker finde ich es schade, dass in letzter Zeit fast nie ein Nobelpreis für chemische Erkenntnisse vergeben wird.
Das hier is astreine Medizin oder Biologie(das problem: da gibts keinen nobelpreis).
Vielleicht seh ich das aber auch zu eng...jedenfalls gratulation: Ich vermute es sind sinnvolle entdeckungen für uns alle.
Habe mir dasselbe gedacht. Ist m.M.n. mehr ein molekularbiologisches/biochemisches/medizinisches Gebiet, unter etwas pur Chemischem würde auch ich etwas anderes verstehen. Hier würde eventuell ein Biologie-Nobelpreis von Vorteil sein, wobei dann vermutlich wieder BiologInnen aufschreien könnten, das wäre zu chemisch.
Wie Sie denke ich allerdings auch, dass es dennoch eine sinnvolle und wichtige Thematik ist und vergönne es den beiden vollauf. Bin gerade dabei, mir die Papers der Herren durchzulesen. Sehr interessant.
Der Nobelpreis für Chemie wurde vergeben, aber der ORF - genauer gesagt die ZIB - befasst sich rund 10 Minuten mit der Band "Pussy Riot!" Und da regt sich der Sozialist Wrabetz auf, wenn es heisst, im ORF würde die Information nicht genug gewürdigt. Wofür zahlen wir eigentlich Gebühren?? Naja, vielleicht haben ja der Niko Pelinka und die Laura Rudas, große Fans von "Pussy Riot" und Marionettenzieher von Wrabetz und Faymann, noch nichts vom Nobelpreis ghört!!
Ich muss sagen, ARD, ZDF, NTV und N24 sind deutlich bessere Inforamtionssender als der ORF!
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