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Der im Dezember drohende Weltuntergang beschäftigt auch Theaterdramaturgen. Sie bereiten dem Planeten Erde derzeit gern den Kehraus; im Kosmostheater in Form einer Science-Fiction-Revue, in die sämtliche Krisen-Phänomene verwoben sind. Und das ist ein Stück weit das Problem von "Krisenpalast 2012".
Die Produktion will zu viel, sie spricht alles an - quetscht Themen wie Ökokrise, Finanzkrise oder Globalisierung unter das Apokalypse-Dach, wo man dann alsbald den Überblick verliert, aber dennoch mit der komödiantischen Interpretation historischer Figuren (von Erich von Däniken bis Carolyn Christov Bakargiev) bei Laune gehalten wird.
Regisseurin Tanja Witzmann hat das Stück gemeinsam mit ihrem Team, darunter die Schauspieler Sissi Noé, Alexander Braunshör und Kajetan Dick, in Improvisationen erarbeitet. Vor einer angekritzelten Quantenwundertafel (Bühne: Goldmund Friedl) unternehmen drei "ausgewählte Durchschnittsmenschen" Expeditionen durch ein Krisenlabor ("Und wir sind auch schon ganz aufgeregt!").
Sie schütten bunte Flüssigkeiten auf eine Glasscheibe, die dann unter händischen Verwischungen schöne Urknallbilder auf die große rückwärtige Leinwand projiziert; sie nehmen in der Meteoritendiskussionsecke Platz und diskutieren dort im Modus einer wichtigtuerischen Fernsehsendung, ob etwa Gott die Welt erschaffen haben könnte. Später schlüpft eine in einen Astronautenoverall und dreht mit "Stanley Kubrick" die Mondlandung.
Die vom Ensemble recherchierte Materialfülle (sie ist enorm) mündet in Nichterzählbarkeit bzw. in ein wucherndes Kaleidoskop von Schauplätzen, Figuren und Theorien. Tipp: zwei Drittel der Daten einsparen, den Stephen-Hawking-Auftritt weglassen und generell weniger auf den Overkill setzen. (afze, DER STANDARD, 10.10.2012)
Kosmostheater, bis 19.10.
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