VMware Horizon: Das Smartphone im Smartphone

  • Mit VMware Horizon lassen sich Apps künftig auch unter iOS vom restlichen System absichern - und zentral administrieren.
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    grafik: vmware

    Mit VMware Horizon lassen sich Apps künftig auch unter iOS vom restlichen System absichern - und zentral administrieren.

"Virtualisierung" für Android und iOS- Einheitliches Management mit Desktop und Web

Die Post-PC-Ära ist längst schon angebrochen - davon zeigt sich Softwarehersteller VMware im Rahmen der derzeit in Barcelona abgehaltenen Virtualisierungskonferenz VMworld Europe voll und ganz überzeugt. Statt nur mit dem klassischen Desktop-Client sieht sich die IT-Abteilung von Unternehmen längst mit einer Vielfalt an Gerätetypen konfrontiert - ob man will oder nicht. Meistens sei dabei zweiteres der Fall, immerhin seien all die unterschiedlichen mobilen Plattformen, aber auch Online-Speicher wie Dropbox kaum zentral zu administrieren und stellen damit ein nicht zu unterschätzendes Sicherheitsrisiko dar, wie VMware-Technikchef Stephen Herrod betont.

Horizon Suite

Genau diese Problematik will VMware nun mit einem eigenen Angebot in Angriff nehmen: Mit HIlfe der "Horizon Suite" soll schon bald dem Produktportfolio des Unternehmens eine einheitliche Managementlösung für mobile Plattformen, Web und Desktop-Client hinzugefügt werden. Eine aktuelle Testversion hatte man bei der VMworld Europe bereits mit im Gepäck, und nutzte diese für eine kleine Demonstration.

Möglichkeiten

So ist es damit etwa möglich recht komfortabel einzelne Apps für gewisse NutzerInnengruppen freizugeben, die diese dann auf unterschiedlichsten Plattformen in einer sicheren Umgebung nutzen können. Zudem kann ein zentraler Online-Speicher definiert werden, dessen Daten zwischen den unterschiedlichen Clients automatisch abgeglichen werden. Ähnlich wie Dropbox und Co. - allerdings eben innerhalb der eigenen Infrastruktur und mit strikten Policies zur Wahrung der eigenen Geschäftsgeheimnisse. Wer will kann dann etwa einzelne Dateien an externe Personen weitergeben - allerdings mit einem Ablaufdatum. Auch bietet VMware Horizon Single-Sign-On mit zahlreichen Web-Services.

Mobile Technologisch

Aus einer technologischen Perspektive ist vor allem die mobile Komponente in diesem Konzept spannend: Ermöglicht VMware Horizon doch eine Art Virtualisierung am Smartphone: So können hiermit zwei vollständig voneinander getrennte Arbeits- und Privatsysteme parallel auf einem Gerät betrieben werden, die dann auch wechselseitig keinerlei Zugriff auf die Daten des anderen haben. Die dahinter steckende Technologie hat man bereits im Vorjahr erstmals vorgezeigt, nun auch auf iPhone und iPad ausgedehnt, wie VMware betont.

Wobei diese Behauptung nur zum Teil stimmt, wie Vittorio Viarengo, Vice President "End User Computing" im Gespräch mit dem WebStandard bestätigt. Eine "richtige" VIrtualisierung auf Basis eines Hypervisors ist nämlich nur unter Android möglich. Die Apple auferlegten Beschränkungen zwingen unter iOS zu einer anderen Herangehensweise: Per Horizon Suite zur Verfügung gestellte Apps werden mit einem Wrapper versehen, der sich um Sicherheit - etwa Passwortabfrage und Verschlüsselung der Daten - und Policies kümmert. So kann beispielsweise der Copy & Paste-Austausch mit dem restlichen iPhone / IPad zur Gänze unterbunden werden.

Zeitablauf

Eine Beta-Version der Horizon Suite soll es Ende des Jahres geben, mit einer stabilen Release ist im Zeitraum von sechs Monaten danach zu rechnen, wie Viarengo betont. Dazu passend sollen schon bald die ersten Android-Smartphones mit Horizon auf den Markt kommen, als erste Partner nennt der VMware-Vizepräsident gegenüber dem WebStandard Telefonica und Verizon. Telefonica hatte eine solche Lösung schon im Rahmen des Mobile World Congress im Frühjahr demonstriert, käuflich erwerbbare Geräte ist man bislang allerdings schuldig geblieben. (Andreas Proschofsky aus Barcelona, derStandard.at, 10.10.12)

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