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Wien - Betrachtet man die unterschiedlichen akademischen Disziplinen als Sprachen und die Universität als einen Ort, der dem Dialog dienen soll, leuchtet ein, dass Interdisziplinarität das Beherrschen eines gewissen Vokabulars voraussetzt.
Anton Falkeis jedenfalls ist davon überzeugt, dass die Universität der ideale Ort ist, um eine gemeinsame Sprache für die Herausforderungen einer globalisierten Welt zu finden. Er ist der Leiter des neuen Masterstudiengangs "Social Design", der ab diesem Wintersemester von der Universität für angewandte Kunst und dem Konservatorium Wien angeboten wird. Dieser verspricht nichts Geringeres, als Antworten auf die dringendsten Probleme der weltweit stattfindenden Urbanisierung zu finden - nicht bloß mit technokratischem Kalkül, sondern mit künstlerischem Eifer.
Laut UN-Bericht werden die Städte weltweit in den nächsten zwanzig Jahren um 1,5 Millionen Quadratkilometer wachsen, zwei Drittel der Weltbevölkerung werden in ihnen ihre Heimstatt haben und die Sozialgefüge der Städte dadurch "stark unter Druck geraten", sagt Falkeis.
Für den Studiengang beworben haben sich insgesamt 90 Bewerber aus den USA, China, dem Iran und Großbritannien. Von Wien aus sollen sie lernen, in übergreifenden Zusammenhängen zu arbeiten und sich neue Methoden zu erschließen.
"Die urbanen Räume, mit denen wir uns beschäftigen, sind sehr verschieden. Entwirft man beispielsweise Konzepte für Elektromobilität, sind wir in Wien und London mit ganz anderen Bedingungen konfrontiert als in Entwicklungsländern", sagt die 32-jährige Elisabeth Stephan, eine der ersten Studentinnen, die dieses Semester mit dem Master in Social Design beginnt.
Eine große Aufgabe für die Koordinatoren des Masters ist es, die unterschiedlichen Fähigkeiten der Studierenden in Einklang zu bringen, ohne dabei ihre künstlerische Freiheit einzuschränken. Die zukünftigen Studierenden bringen Vorkenntnisse aus den unterschiedlichsten Fächern mit an die Hochschule.
"Meine Kunst soll einen gesellschaftlichen Nutzen haben", sagt Stephan, die zuvor Theater und Kunstgeschichte in New York studiert hat. Bevor die Studierenden in den zur Verfügung stehenden Studios ihre Projekte vorantreiben, absolvieren sie ein Einführungssemester, in dem Urbanismus, Projektmanagement, Soziologie und Kunsttheorie im Mittelpunkt stehen. Auf lange Sicht soll der Studiengang bis zu 50 Studierenden eine Plattform bieten, um künstlerische Kreativität für verschiedene Problemstellungen nutzbar zu machen. Dafür sieht das Curriculum auch Exkursionen in die Megastädte der Welt vor, deren Probleme im Kleinen auch in Wien zu finden sind. (Nicolai Morawitz, Uni-STANDARD, 4.10.2012)
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Und so etwas muss ich gegen meinen Willen mitfinanzieren, während in wichtigeren Bereichen - die Kunstunis haben den meisten Raum, das beste Betreuungsverhältnis und einen vergleichsweise geringen gesellschaftlichen Nutzen, also einen fast schon unverantwortlichen Output - totgespart wird.
Ein paar Meter weiter, an der TU, werden Leute ausgesperrt, die positive Eingangsprüfungen geschafft haben, während entsprechend protegierte Kindlein - die Eskapaden eines Arnulf Rainer sind bekannt - auf unser aller Kosten im exquisiten Kunsthimmel schweben.
Haben Sie sich schon mal überlegt, warum die Kunstunis so ein gutes Betreuungsverhältnis aufweisen?
Offenbar nicht, sonst würden Sie sich nicht über das "Aussperren von Leuten" an der TU mokieren!
Dass Kunst einen "vergleichsweise geringen gesellschaftlichen Nutzen" hat, und ihr ressentimentgeladenes Gelaber von den "protegierten Kindlein" und den Eskapaden eines Arnulf Rainer, das kommentiere ich erst gar nicht weiter.
Da haben Sie das Wesen von Kunst nicht verstanden: Sie definiert sich gerade dadurch, dass sie nicht unmittelbar zum Lebenserhalt notwendig ist (Nutzen). Und genau diese Eigenschaft scheint uns (kultivierten - oder auch nicht...) Menschen wichtige - geistige - Nahrung zu sein.
ein nicht unwesentlicher teil der kunstuni absolventen arbeiten in der (touristischen) kunst- und kulturvermittlung, werbung, architekten gibts usw usf. - tragen also alle durch steuern zur studienplatzfinanzierung (bzw nichtfinanzierung) bei.
ein arnulf rainer wird da keiner, und gut leben von "ihrer kunst" können die allerwenigsten, ich sag mal 1%. also KEINE ANGST, es geht den studenten eh schlecht!
bei den kommentaren hier wenn's um kunst und kultur geht wunderts mich gar nimma so dass die etablierten deutschen printmedien in letzter zeit so hinhauen auf den umgang in österreich mit kultur.
wobei es rainer nie leicht hatte und eine kunstuni nicht mal eine woche besuchte.
http://de.wikipedia.org/wiki/Arnulf_Rainer
protegierte kindlein gibt's überall. das hängt mit der nicht gelebten chancengleichheit der gesellschaft zusammen u die diskrepanz wird immer krasser.
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