Brasilien: Ureinwohner und Fischer besetzen Belo-Monte-Staudamm

Markierung des indigenen Landes und bessere Gesundheits- und Wasserversorgung gefordert

Rio de Janeiro - Mehr als 150 Ureinwohner und Fischer haben am Dienstag im brasilianischen Amazonasgebiet eine der Baustellen des Staudamms von Belo Monte besetzt. Die Arbeiten auf der Baustelle wurden nach Angaben der Demonstranten unterbrochen.

Wie die Sprecherin der Bewegung Xingu Vivo, Maira Irigaray, sagte, wollen sie dagegen protestieren, dass der staatliche Baukonzern Norte Energia seine im Juni während des UN-Nachhaltigkeitsgipfels gegebenen Versprechen noch immer nicht eingelöst habe.

Fährverbindung nicht geklärt

Damals hatte eine Gruppe von Ureinwohnern drei Wochen lang dieselbe Baustelle besetzt, um die Markierung ihres Landes, die Ausweisung aller Nicht-Einheimischen aus ihrem Gebiet sowie die Verbesserung des Gesundheitssystems und der Wasserversorgung zu fordern. Die Demonstranten, die mehreren Ethnien aus der Region angehören, werfen Norte Energia zudem vor, den Fluss aufzustauen, ohne vorher die Frage einer Fährverbindung von einem Ufer zum anderen geklärt zu haben.

Der Staudamm von Belo Monte, durch den der Fluss Xingu auf einer Fläche von 502 Quadratkilometern aufgestaut werden soll, ist der größte derartige Bau in Brasilien. Nach seiner Inbetriebnahme soll er elf Prozent des Stromverbrauchs des Landes sichern. Zwar ist das Land der Ureinwohner nicht direkt betroffen, doch werden sie nicht länger wie gewohnt fischen können. Norte Energia hat nach eigenen Angaben zum Ausgleich 117 Umwelt-, Sozial- und Wirtschaftsprojekte organisiert. (APA, 10.10.2012) 

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