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Kiwipflanzen erreichen in kurzer Zeit eine beachtliche Größe.
Die Kiwi gilt zu Recht als die pelzigste unter den Löffelfrüchten. Jetzt im Oktober hat das lange Warten endlich ein Ende, inschallah, und die Kiwiernte samt folgendem Verzehr kann beginnen. Doch langsam. Zuvor möchte die Pflanze natürlich herangezogen werden.
Dazu hat die Gärtnerin im Jahr vor dem Vorjahr die kleinen, schwarzen Samen aus der Frucht herausgefitzelt, gut gereinigt und für ungefähr einen Monat im Eiskasten verschwinden lassen. Danach sollten sie keimfähig sein. Wem das zu umständlich ist, der kauft sich fertige Kiwianzuchtsamen im Fachhandel. Die Samen streut man am besten auf ein Aufzuchtsubstrat. Normale Gartenerde ist wahrscheinlich zu nährstoff-, bakterien- und pilzreich. Die Keimlinge würden das kaum überleben.
Bei Kiwisamen ist es zudem ratsam, sie nicht zu tief in das Substrat einzubringen, denn sie brauchen ein wenig Licht zum Keimen. Nach ungefähr einer kompletten Mondphase sollten sich aus den Samen gesunde Keimlinge gebildet haben. Dann geht es rasch.
Kiwipflanzen erreichen in kurzer Zeit eine beachtliche Größe, die Triebe arbeiten sich daumendick in einen massiven Spalier hinein. Ist der nicht massiv gebaut, so sind die Pflanzen in der Lage, diesen recht bald zu sprengen.
Die weißen Blüten sind im Frühsommer hübsch anzusehen, können aber alleine nichts ausrichten. Kiwis, Actinidia chinensis, sind diözisch. Das bedeutet, dass eine Pflanze nur Blüten eines Geschlechts trägt. Wer also ernten möchte, sollte danach trachten, stets ein Weibchen neben ein Manderl zu setzen, um so für eine fruchtbringende Befruchtung zu sorgen.
Kiwis stammen ursprünglich aus dem südlichen China. Populär wurden sie in Neuseeland, wo sie 1904 das erste Mal eingesetzt wurden und ab 1910 Früchte lieferten. Die gängigste Sorte, Hayward, benannt nach ihrem Züchter Hayward Wright, wurde in der Bay of Plenty im großen Stil angebaut und von dort in die ganze Welt verschifft.
Mittlerweile kommen die meisten Kiwis im österreichischen Handel allerdings aus Italien. Da Kiwis ein subtropisches Klima brauchen, dem Weinbau nicht ganz unähnlich, stehen sie auch mit Weingärten und Olivenhainen im Contest um die besten Platzerln des Landes. Diese finden sich an den Nordosthängen des Apennin, südlich von Bologna.
Wenn man bei Imola den Blinker rechts rausgibt und in die Ausläufer des Apennin fährt, sich langsam in Richtung des entzückenden Brisighella schlängelt, passiert man endlose Kiwihaine. Die Kulturlandschaft nimmt es dort locker mit jener der Toskana auf, mitunter sind die Hügel noch schroffer und die Vegetation noch parzellierter als jene der Gegend rund um Pienza oder Asciano.
Wer hier in Österreich auf seiner Terrasse oder auf seinem Balkon kein Weinbauklima hat, muss trotzdem nicht auf seine selbstgezogenen Kiwis verzichten. Dazu braucht es erst einmal Windschutz, gut wasserdurchlässige Erde, regelmäßige Düngergaben und einen großen Pflanztrog, der an einer Südwestwand mit massiven Kletterhilfen steht.
Da Kiwis am alten Holz blühen, kann man erst im zweiten Jahr mit einer Ernte rechnen. Dieser Rhythmus bleibt laut gängiger Literatur auch bestehen, man spricht hier von Alternanz. Das bedeutet, dass auf ein ertragreiches stets ein ertragarmes Jahr folgt.
Die heftig austreibende Pflanze muss man im Sommer in ihre Bahnen lenken, die Neutriebe auf fünf bis sieben Blätter kürzen. Was das Erntegewicht betrifft, so betreibt die Kiwi eine Art Nullsummenspiel. Je weniger Früchte man am Strauch behält, desto größer werden diese.
Nach der letzten Ernte und dem Verzehr hat man letztendlich auch genug vitale Kraft, den Strauch im Winter zu normieren, also auf ein für die Rahmenbedingungen erträgliches Maß zurückzuschneiden. Die Löfferln, die haben dann Urlaub. (Gregor Fauma, Rondo, DER STANDARD, 12.10.2012)
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Erschöpfend war das Nichtstun des Sommers, jetzt aber darf Gregor Fauma umso intensiver garteln
Er schmeißt ganz normal von Dezember bis März die Blätter weg. Am Wichtigsten ist viel Wasser, meiner steht praktisch in der Alten Donau und "explodiert" nahezu, ich muss jedes Jahr stark zurückstutzen. Und Düngung oder Pflanzenschutzmittel braucht er auch nicht.
ausgepflanzt werden. zb "jenny", "starella" oder "weiki", wobei die erstgenannte selbstfruchtend ist. dh dass sie bei den beiden anderen eine sorte des anderen geschlechts (in dem fall männlich) brauchen, um dann auch früchte ernten zu können.
ein geschützer standort ist auf jeden fall kein schaden. sonne muss sein.
ergänzend:
die männlichen pflanzen bühen zahlreicher als die weiblichen, die blüten sind kleiner und gelblicher als die grossen weissen der damen. besonders bei hummeln und wildbienen sind kiwiblüten sehr begehrt.
zurückschneiden sollte man bei jungen pflanzen (also in den ersten 5 jahren) eigentlich eher gar nix. düngen nur, wenn die blätter gelblich werden (eisenmangel).
geerntet werden sollten heimische kiwis nach dem ersten frost, geniessbar sind sie bei lagerung im trockenen dunklen dann 8 bis 12 wochen später. am besten natürlich frisch aus der schale.
das alles weiss ich, weil ich bei freunden kiwis wachensen sehen und bald wieder miternten (und zur belohnung auch ein paar nach hause mitnehmen) darf :-)))
Dann halten die Kiwis länger. Bei Bedarf ausreifen kann man sie ab besten im luftdichten Plastikschüsserl zusammen mit Äpfeln, nach spätestens drei Tagen (aufpassen, danach werden sie sehr schnell weich und muffig) sind sie perfekt, besser als die aus dem Supermarkt.
Einziger Nachteil des Kiwistrauches: bei hohen Temperaturen im Sommer duftet er dezent nach Kanal :-) allerdings ist sein Schatten perfekt kühl zum drunter Dösen.
schon hier im (rand-)pannonischen klima (wien) ist es zu trocken für kiwis. wer sich dazu entschließt welche zu pflanzen, sollte emsiges wässern einkalkulieren, besonders im sommer wo der wasserbedarf am höchsten ist. sonst gibts kaum eine ernte. kiwis kommen aus niederschlagsreichen gebieten mit weit mehr als 1000 mm im jahr und hoher niederschlagshäufigkeit.
wer sich das antut und ihnen einen sonnigen platz spendiert, wird sich hingegen reicher ernte und ausnehmend schmackhafter früchte erfreuen (nicht zu spät reifende sorte vorausgesetzt). in südfrankreich sind mir beide pflanzen vertrocknet.
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