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Es sollte gewürzhaft und harzig in Aroma und Geschmack sein, mit bisquitartigem Malzcharakter und herber, zitrusartiger Fruchtigkeit.
Roger Protz ist einer der bestinformierten Bierjournalisten Englands - aber im eben erschienenen "Good Beer Guide 2013" der Campagin for Real Ale (Camra) tut selbst er sich schwer, den Bierstil Pale Ale zu beschreiben. Er versucht es mit einer negativen Abgrenzung: "Ein richtiges Pale Ale sollte sich von einem Bitter unterscheiden, in der Farbe einem India Pale Ale gleichen, ohne Verwendung von Farbmalzen. Es sollte gewürzhaft und harzig in Aroma und Geschmack sein, mit bisquitartigem Malzcharakter und herber, zitrusartiger Fruchtigkeit."
Protz verweist damit darauf, dass die Referenzen für Pale Ale außerhalb des Stils liegen: Es ist ein Verwandter jener kräftig eingebrauten Ales, die ab den 1830er Jahren für die indische Kolonien gebraut wurden - um die lange Schiffsreise um Afrika besser überstehen zu können, wurden jene "India Pale Ales", kurz IPAs, mit viel Malz und extrem viel Hopfen gebraut. Für den englischen Heimatmarkt galt das als zu stark, man braute daher leichtere Pale Ales, speziell in Burton-upon-Trent, wo das leicht schwefelhaltige Wasser für ein besonderes Aroma sorgte.
Es gab ja die Eisenbahn, mit der man Bier aus Burton verteilen konnte - Pale Ale wurde zum Bier des Eisenbahnzeitalters und es wurde in ganz England populär. Und das blieb es bis ins 20. Jahrhundert, als die dunkleren und zumeist noch leichter eingebrauten Bitters den Markt eroberten.
Es waren amerikanische Kleinbrauer, die das Pale Ale vor etwa 30 Jahren wiederbelebten - wobei sich viele Bierfans rasch in die aggressiver gehopften und alkoholreicheren IPAs verliebten. Pale Ale ist ein Bier für Leute, denen die Lager- und Märzenbiere zu wenig Abwechslung bieten, die aber nicht zu Extremen wie dem IPA neigen.
Man muss diese historischen und theoretischen Überlegungen nicht kennen, wenn man das derzeit in Wien angebotene "Florido Pale Ale" verkostet - aber es hilft bei der Einordnung. Dieses Bier hat all die Vorzüge eines britischen Pale Ales, inklusive des leichten Schwefelaromas, das man auch in einem Pale Ale aus Burton finden könnte. Leichter Karamellgeschmack und eine ein wenig nussartige, nicht zu aufdringliche Bittere runden es ab. Gebraut wurde es von Christian Schneider, dem jungen Brauer und Gastronomen im Kadlez-Brauhaus auf der Floridsdorfer Hauptstraße. (Conrad Seidl, Rondo, DER STANDARD, 12.10.2012)
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Ich muss gestehen, dort war ich noch nie. Aber
Transdanubien ist für mich so und so eine fremde Welt.(ich wohne im 6.)
Das Bier jedoch klingt interessant. Kennt hier wer diese Gasthausbrauerei? Wie ist es dort?
In der Brewing Company gibt es neben dem regulären IPA (sehr sehr gut) derzeit auch ein sehr dunkles Imperial India Pale Ale, das schmeckt, als
hätte man ein Stamperl Whiskey hineingekippt. Ein wunderbares aber auch gefährliches Gesöff, weil
es wohl sehr hochprozentig ist.
Und dann fällt noch mir das ebenfalls großartige IPA im 7* ein.
Jetzt fehlt nur noch, dass ö. Brauerein (India) Pale Ales brauen und diese dadurch im Supermarkt erhältlich werden. Aber da werde ich lange warten können...
ich lass mir die gusswerk biere schicken - www.mybier.at
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