Artenschutz: "Die Schlacht verlagert sich ins Wasser"

14. Oktober 2012, 12:02
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Für die CITES-Konferenz im März liegen 68 Anträge vor - Mögliche Weichenstellungen: Mehr Schutz für Haie, weniger für Elefanten

Bangkok - 1975 in Kraft getreten, wird das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES), das den Handel mit geschützen Tieren und Pflanzen reguliert, in regelmäßigen Abständen auf den neuesten Stand gebracht. Auf der nächsten CITES-Konferenz, die im März 2013 in Thailand stattfindet, kann dies strengere Schutzbestimmungen bedeuten - etwa für Eisbären, Haie und Rochen. Aber auch Lockerungen sind möglich, wie es Tansania bei Elefanten anstrebt. 68 Anträge für die Konferenz liegen nun vor, wie die Tierschutzorganisation Pro Wildlife berichtet.

Mehr Schutz ...

"Die Antragsliste ruft ein Déjà-vu hervor", sagt Sandra Altherr von Pro Wildlife. "Doch diesmal könnten Haie und Eisbären endlich einen besseren Schutz bekommen." Die USA haben wieder ein internationales Handelsverbot für Eisbären beantragt. Weil nun auch Russland dieses Verbot unterstützt, stehen die Aussichten für einen Erfolg in Bangkok besser als zuletzt.

Angesichts überfischter Meere stehen bei der nächsten Konferenz fünf Anträge zum Schutz mariner Arten zur Diskussion. "Seit fünfzehn Jahren nehmen wir an den WA-Konferenzen teil. Seit einigen Jahren beobachten wir, dass sich die Schlacht ins Wasser verlagert", sagt Altherr. So könnte nun nach langem Ringen der Handel mit Heringshaien, drei Hammerhai-Arten, Weißspitzen-Riffhaien sowie mit fünf Rochenarten beschränkt werden - darunter die bis zu neun Meter langen Mantarochen. Während Heringshaie ihres Fleisches wegen gefischt werden, landen Hammerhaie wegen ihrer großen, aufrechten Flossen in den Suppenküchen Südostasiens. Rochen wiederum werden befischt, um den Knorpel aus dem Haifischfang zu ersetzen - ein Rohmaterial vor allem für die sogenannte "Traditionelle Chinesische Medizin".

... oder mehr Handel

Konfliktär sieht es bei den Afrikanischen Elefanten aus - was genau genommen heißt: beim Thema Elfenbein. Tansania möchte den Schutzstatus seiner Elefantenbestände schwächen und 101 Tonnen Elfenbein verkaufen. Dem steht jedoch eine Initiative von fünf afrikanischen Staaten gegenüber, die sich gegen jeglichen Handel mit Elfenbein aussprechen, weil sie um ihre Elefantenbestände fürchten. "Jede Lockerung des Handels mit Elfenbein hat zu einer Eskalation der Wilderei geführt", so Altherr, "deshalb wäre ein weiterer Elfenbeinverkauf eine Katastrophe für die Elefantenbestände". (red, derStandard.at, 14. 10. 2012)

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