Pendler entdecken Park-&-Ride-Angebote in Wiener Außenbezirken

10. Oktober 2012, 08:41
  • In der Leopoldau ist die Auslastung noch mau, in anderen Parkhäusern sind keine Plätze mehr zu bekommen.
    foto: myfriend/wikimedia commons (CC-Lizenz)

    In der Leopoldau ist die Auslastung noch mau, in anderen Parkhäusern sind keine Plätze mehr zu bekommen.

Pröll warnt Wien vor Ausweitung der Pickerl-Zonen, Vassilakou: "NÖ soll verkehrspolitisch umdenken"

Wien - Während sich in Wien in den neuen Pickerlbezirken die einen noch immer aufpudeln und andere wiederum froh über freie Parkplätze in ihrer Wohngegend sind, scheinen sich zumindest die Pendler auf die neue Situation eingestellt zu haben.

Seit die Parkraumbewirtschaftung mit Anfang Okober in Teilen des 12., 14., 16., 17. und im 15. Bezirk ausgeweitet wurde, werden die Park-&-Ride-Anlagen in Wien deutlich mehr genutzt, wie Zahlen, die dem STANDARD vorliegen, zeigen. So waren Erdberg, Hütteldorf, Ottakring und die Spittelau in der ersten Pickerlwoche untertags zu einhundert Prozent ausgelastet. In Siebenhirten lag die Auslastung am 1. Oktober bei 73, am Ende der Woche bei 85 Prozent.

Bei der Anlage neben der U1-Endstation in Leopoldau im 21. Bezirk ist die Auslastung von einem Drittel der Parkplätze nach wie vor eher mau. "Auffällig ist die Zunahme der Auslastung vor allem in Ottakring", erklärt Thomas Keller, Projektkoordinator für Garagen und Park-&-Ride-Anlagen in Wien. Hier sei ein Anstieg von 60 auf 100 Prozent zu vermerken.

Schwarz-Grüne Verstimmung

In die Parkpickerl-Diskussion hat sich nun auch Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll (VP) eingeschaltet. Er richtete der rot-grünen Stadtregierung in Wien via Krone und Kurier aus, er sehe es als "unfreundlichen Akt" gegenüber Niederösterreichs Pendlern an, sollte diese planen, die Parkpickerl-Zonen noch mehr auszuweiten. Auch Robert Hergovich, SP-Geschäftsführer im Burgenland, beklagt das "Chaos", das die Parkpickerl-Regelung in Wien ausgelöst habe. Er forderte Vassilakou auf, dieses "rasch zu lösen".

Die zuständige Wiener Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou konterte im STANDARD-Gespräch, die Burgenland-SP möge sich bei der SPÖ in Wien über das Wiener Regierungsprogramm schlau machen. Und in Richtung Pröll sagt Vassilakou: "Ich weiß, dass Wahlkampf ist." Klimaschutz eigne sich jedoch nicht als Wahlkampfthema, hier müsse das Nachbarland "verkehrspolitisch umdenken". Während Wien in den letzten zwei Jahrzehnten in Öffis investiert habe, seien in Niederösterreich Straßen gebaut worden.

Sie sei durchaus für eine weitergehende Kooperation bei Park-&-Ride-Anlagen zu haben, sagte Vassilakou. Aber: "Es geht sicher nicht, dass Niederösterreich Autoverkehr produziert und Wien ihn erntet." (fern/sufe/stui, DER STANDARD, 10.10.2012)

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Die Grünen haben falsch argumentiert.
Das sag ich als Befürworter der Parkraumbewirtschaftung.
Sie haben sich taktisch selber überdribbelt,
um die erweiterung der Gebührenpflicht durchzubringen.
Es ging nicht um die Schaffung von Parkraum,
sondern um die Reduzierung des innerstädtischen motorisierten Individualverkehrs.
Die jetzt gesetztenMaßnahmen drohen ins Gegenteil zu kippen:
Leere Parkplätze werden sich füllen, weil Anrainer ihre teureren Garagenplätze gegen billigere Parkpickerlparkplätze tauschen werden.
Der Parkplatz vorm Haustor wird zu vermehrten Kurzstreckenfakrten führen.
Die - zweckmäßige - Reduzierung abgestellter Pendlerautos wird ersetzt durch häufigere Kurzstreckenfahrten derAnrainer. War nicht das Ziel und ist nicht gut.

Wien kann seine politik nicht koordinieren

Pendler sollen draußen bleiben, aber P+R Anlagen fehlen in ausreichender Menge
Öffis sind (von draußen) zu wenig, nicht effizient.
Immer mehr Wiener sollen das Auto stehen lassen und öffentlich fahren, aber die Kapazität reicht für maximal 40%.
UND DA WILL MAN WIEN NOCH AUSBAUEN???? Wie sollen die Öffis DAS dann verkraften?

MLiebe Politiker: setzt euch zusammen, macht ein GANZHEITLICHES Konzept, und DANN setzt ABGESTIMMTE Aktionen! NICHT mit irgendwas vorpreschen, dann wird man schon sehen....

wenn die parkgarage hütteldorf zu 100% ausgelastet ist fährt man einfach nach leopoldau, sind eh nur 25 km.

Kendlerstraße ist näher. Spittelau auch.

Kendlerstrasse ist ebenfalls voll.

... oder man fährt mit dem Auto zum nächsten Bahnhof statt nach Wien.

Genau, und wartet am Abend halt mal 30-50 Min. auf den nächsten Zug, wenn man einen gerade versäumt hat ...

..dann schon lieber im Stau ???

Jaaaa, 100 mal lieber. da hat man seine ruhe, sitzt im warmen/kuehlen, kann essen, rauchen, i net surfen... Bin uebrigens noch nie laengst als 20 min im Stau gestanden, trotz regelmaessigigem fahren ueber die West Ausfahrt.

Er richtete der rot-grünen Stadtregierung in Wien via Krone und Kurier aus, er sehe es als "unfreundlichen Akt" gegenüber Niederösterreichs Pendlern an, sollte diese planen, die Parkpickerl-Zonen noch mehr auszuweiten.

Glatzen-Bongo hat Jahrzehnte Steuern von Ex-Wienern likriert, welche durch Rückerstattung der halben Grundstückskosten, wenn binnen 5 Jahren der Hauptwohnsitz in NÖ ist, geködert. Glatzen-Bongo hat nie etwas getan, um Arbeitsplätze, bessere Öffibedingungen oder Parkmöglichkeiten am Stadtrand zu schaffen. Er prahlt damit, dass NÖ eine niedrige Arbeitslosenquote hat, verschweigt aber, wieviele Leute in Wien arbeiten und hier die Stellen besetzen. Jetzt fällt ihm das auf den kahlen Schädel, und sofort rüffelt und droht dieser DDr. Einfaltspinsel Richtung Wien, weil seine politische Unfähigkeit zutage tritt.

Der Bezirk Mödling ist Österreichs reichster Bezirk

und der mit den anteilig am meisten Pendlerpauschale-Bezieher.

...und den meisten gebührenbefreienden Behindertenausweisen in in Wiens Kurzparkzonen geparkten Autos.

Die Pendlerpauschale

ist zu wenig zielgerichtet.

Die Einpendler

können ja P+R nutzen. Aber die Wiener, die vom 19. in den 17. oder vom 22. in den 15. fahren wollen, sind arm dran. Die werden offenbar zum Autoverzicht verdammt, weil die Öffianbindung in ihrem Bezirk so toll ist.

..vom 22. in den 15? S-Bahn. U-Bahn - besorgen Sie sich einen Netzplan. Ziemlich einfach (und schneller als mit dem Auto).

Das ist eine feine Sache,

für Leute, die nur sich selbst transportieren müssen. Wer etwas anderes zu transportieren hat, ist jetzt noch ärmer dran. Macht nix, das sind Minderheiten, und derer nehmen sich eh die Grünen an, und so beißt sich die Katz wieder in den Schwanz.

Aber die Wiener, die vom 19. in den 17. oder vom 22. in den 15. fahren wollen, sind arm dran

Was sagen Ihnen die Wörter "U-Bahn", "S-Bahn", "Straßenbahn", "Autobus"?

Die Wiener, deren Arbeitsplatz in den bisherigen Pickerl-Zonen lag, kommen seit langem damit klar.

Vom 19. in den 17. gibts die S45, die U6 und den 10A.
Wem das nicht bequem genug ist, kann ja einen Parkschein kaufen.
Auch der 22. ist mit 2 U-bahn-Linien gut erschlossen.

und die Alten, Kranken und Gehbehinderten

fahren halt mit dem Taxi, wenn sie sichs leisten können.

Ich glaube kaum,

dass die von Ihnen genannten täglich pendeln müssen. Ihre Polemik ist eine typisch schwarze Seifenblase: Bunt schimmernd, aber bei genauer Betrachtung ziemlich hohl.

die Alten, Kranken und Gehbehinderten, die täglich die A2, die Tangente und den Gürtel zustauen?

Alte und gehbehinderte Menschen trifft man regelmäßig in den Öffis. Ob wer krank ist, sieht man nicht immer auf den ersten Blick.

Warum müssen P&R anlagen von Privaten Firmen

welche Gewinn Orientiert arbeiten betrieben werden?

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