Frischzellen-Kur für die Wiener Börse gefordert

9. Oktober 2012, 17:42
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Ein ganzes Bündel an Maßnahmen soll der Wiener Börse zu neuem Schwung verhelfen

Vor allem Privatisierungen gehörten forciert, sagen Kapitalmarktexperten. Langfristige Veranlagung gehöre zudem gefördert.

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Wien - Seit der Finanzkrise befindet sich der heimische Kapitalmarkt in einer Negativspirale. Handelsvolumen, Marktkapitalisierung und auch die Zahl der Börsengänge sind an der Wiener Börse deutlich zurückgegangen. Um diesen Trend umzukehren, fordern Kapitalmarktexperten ein Maßnahmenpaket und erneut einen Kapitalmarktbeauftragten der Bundesregierung.

"Eine nachhaltig funktionierende Volkswirtschaft braucht einen attraktiven Kapitalmarkt, es geht um die Sicherung von Pensionen und Arbeitsplätze", sagt Werner Hoffmann, WU-Professor und Chef der Contrast Management-Consulting, bei der Präsentation der Studie "Initiative Mercurius: Steigerung der Wettbewerbs- und Leistungsfähigkeit des österreichischen Kapitalmarkts".

Um das Angebot zu verbessern, fordern die Studienautoren unter anderem weitere Privatisierungen - auch von Staatsunternehmen - und einen weiteren Rückzug der Banken aus Industriebeteiligungen. Gleichzeitig müsste durch regulatorische Anpassungen die Attraktivität von Aktieninvestments gesteigert werden - etwa für die Pensionsvorsorge -, durch Steuererleichterungen für langfristige Veranlagungen. Mitarbeiterbeteiligungen sollten gefördert und der Veranlagungsspielraum für Versicherungen und Pensionskassen erweitert werden.

Vorgeschlagen wird eine Differenzierung des Leitindex in ATX-CEE zur Positionierung als Ost-Börse und ein ATX-II, der die Nischenplayer zusammenfasst. (bpf, DER STANDARD, 10.10.2012)

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