Hypo Alpe Adria ringt mit Aktionär Staat

9. Oktober 2012, 17:10
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Verhandlungen über Eigenkapital-Aufstockung bzw. Garantien laufen zäh

Wien - Die Verhandlungen der Hypo Alpe Adria rund um die Auffüllung ihrer Eigenkapitaldecke gestalten sich schwierig. Am Freitag saßen die Banker der Hypo, der die Aufsicht 2,2 Mrd. Euro an frischem Eigenkapital vorgeschrieben hat, wieder mit der Finanzprokuratur zusammen - ein Ergebnis ist nicht in Sicht. 1,5 Mrd. Euro müssen bis Ende des Jahres aufgestellt sein, bei den restlichen 700 Mio. Euro ist theoretisch ein Aufschub bis Ende 2013 möglich.

Die Banker selbst bezweifeln die Berechnungen der Notenbank (sie prüft und errechnet den Kapitalbedarf, die FMA stellt den Bescheid aus) und halten die Kapitallücke für wesentlich kleiner. Das erschließt sich auch aus ihrer Stellungnahme an die Aufsicht. Knackpunkt bei den Differenzen: Die Aufseher beurteilen die (neuen) Hypo-Risikomodelle noch immer kritisch und vermissen valide Begründungen bei der Argumentation der Banker.

Eine gewisse Vorsicht hat auch Eigentümer Staat erfasst, was die Verhandlungen übers Eigenkapital nicht einfacher macht. Angepeilt sind ja Garantien, die die Republik möglichst budgetschonend übernehmen soll; eine Kapitalspritze will man vermeiden. Zudem möchte der Staat möglichst abgesichert sein, dass weiteres Geld nicht nötig wird.

Das aber ist schwierig vorauszusagen, denn die Geschäfte in Südosteuropa laufen schlechter als erwartet und aus dem Verkauf von Beteiligungen ist noch nichts geworden. Nächste Woche gehen die Verhandlungen weiter. (Renate Graber, DER STANDARD, 10.10.2012)

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