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In die Ermittlungen rund um die Begleitumstände eines der größten Rüstungsgeschäfte Tschechiens, der Anschaffung von 107 Pandur-Radpanzern von Steyr vor rund fünf Jahren, ist neue Bewegung gekommen. Die tschechische Antikorruptionspolizei nahm Sonntagnacht den 37-jährigen Geschäftsmann und Lobbyisten Marek Dalik fest. Dieser war 2006-2009 wichtigster Berater von Premier Mirek Topolánek, dessen Regierung über die Anschaffung der Radpanzer entschied.
Die Polizei wirft Dalik vor, er habe Vertretern von Steyr im Jahr 2007 versprochen, das Rüstungsgeschäft zu vermitteln, wofür er 18 Millionen Euro Provision verlangt haben soll. Zwei Jahre später entschied die Regierung tatsächlich, 107 Pandur-Radpanzer für 14,4 Milliarden Kronen (580 Millionen Euro) zu kaufen. Unklar ist noch, ob Dalik die Provision für sich oder für einige an dem Regierungsbeschluss beteiligte Politiker verlangte. Deshalb wird gegen ihn nicht wegen Korruption, sondern wegen des Verdachts auf Betrug ermittelt.
An den Ermittlungen ist seit zwei Jahren ein gemeinsames österreichisch-tschechisches Team beteiligt. Entscheidend für Daliks Festnahme sollen laut Oberstaatsanwaltschaft neue Erkenntnisse aus einem Verhör gewesen sein, das vergangene Woche in Österreich stattfand. Dem Vernehmen nach bestand Fluchtgefahr. (Robert Schuster, DER STANDARD, 10.10.2012)
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