Cross-Border-Deals lasten auf Tiwag

Die Tiwag muss für die Umstellung ihrer Depot-Absicherung künftig rund fünf bis sechs Millionen Euro locker machen

Innsbruck - Immer weniger Freude dürften die Verantwortlichen des Tiroler Landesenergieversorgers Tiwag mit den vormals abgeschlossenen Cross-Border-Geschäften haben. Muss die Tiwag doch für die Umstellung ihrer Depot-Absicherung künftig rund fünf bis sechs Mio. Euro locker machen, berichtete die "Tiroler Tageszeitung" (Dienstagsausgabe). Notwendig machte das die Herabstufung der Deutschen Bank durch die Ratingagentur Moody's, bei der die Tiwag ihre Depots besicherte. Tiwag-Chef Bruno Wallnöfer war am Dienstag vorerst nicht erreichbar.

"Deshalb entschlossen wir uns zu einem kompletten Systemwechsel bei unseren Garantieverpflichtungen", zitierte die "TT" Wallnöfer. Die Tiwag habe sich bei den Depotbanken unter anderem US-Staatsanleihen und Wertpapiere mit bester Bonität ausgeliehen bzw. selbst gekauft und an die US-Trusts als Sicherheit verpfändet. Wallnöfer bedauerte die Steigerungen bei den Kosten, betonte aber, dass diese nach wie vor unter den möglichen Zinszahlungen liegen würden, gesetzt den Fall die Tiwag hätte 2003 rund 200 Mio. Euro aufnehmen müssen - so groß war der vom Landesenergieversorger lukrierte Barwertvorteil. Die Haftungen der Tiwag für die Depotbesicherung beliefen sich laut "TT" 2011 auf 334 Mio. Euro.

Die Tiwag übertrug mit Leasing-Transaktionen 14 Kraftwerke für bis zu 90 Jahre an US-Trusts und mietete sie wieder zurück. Weil die Cross-Border-Geschäfte in Amerika als Kauf gewertet wurden, lukrierten die US-Investoren Steuervorteile. Die Tiwag erhielt davon einen Barwertvorteil in Höhe von 202,6 Mio. Euro. Das Volumen der Transaktion betrug rund drei Mrd. Dollar. (APA, 9.10.2012)

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