Zahl der Konfessionslosen in den USA stark gestiegen

9. Oktober 2012, 13:52
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Weniger als die Hälfte der Amerikaner Protestanten

Washington - Abkehr von den großen Kirchen: In den USA ist die Zahl der Konfessionslosen in den vergangenen zwei Jahrzehnten laut einer Studie stark gestiegen. Einer von fünf US-Bürgern fühlt sich demnach keiner althergebrachten Religionsgemeinschaft zugehörig. Diese Menschen seien jedoch nicht alle Atheisten, so die am Dienstag veröffentlichte Studie des Pew Research Center. Viele würden trotzdem an Gott glauben oder beten.

Im Jahr 1990 hätten sich noch etwa acht Prozent als konfessionslos bezeichnet, heute seien es 19,6 Prozent. Bei jungen Menschen unter dreißig sei die Zahl der Konfessionslosen mit knapp dreißig Prozent besonders hoch. Dabei könne es sich um eine Reaktion auf den Aufstieg der religiösen Rechten handeln, sagte der Politikwissenschaftler Robert Putnam der "Washington Post" am Dienstag.

Zudem bekennen sich zum ersten Mal weniger als die Hälfte der Amerikaner zum protestantischen Glauben. Diese Entwicklungen haben nach Ansicht von Experten auch Auswirkungen auf Politik und Gesellschaft, die immer mehr polarisiert wird. Die USA bleiben aber trotzdem traditionell religiös: Insgesamt fühlten sich rund 79 Prozent einer Religionsgemeinschaft zugehörig, so das Pew Center. (APA, 9.10.2012)

  • Obwohl die meisten Kirchen einen Mitgliederrückgang zu beklagen haben, bezeichnen sich noch immer vier von fünf US-Amerikanern als einer Religionsgemeinschaft zugehörig.
    foto: epa/michael reynolds

    Obwohl die meisten Kirchen einen Mitgliederrückgang zu beklagen haben, bezeichnen sich noch immer vier von fünf US-Amerikanern als einer Religionsgemeinschaft zugehörig.

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