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Wien - Während sich die österreichweit knapp mehr als 1.000 Mitarbeiter im Müllergewerbe seit 1. August über eine 3,2-Prozent-Lohnerhöhung freuen, heißt es für 700 Kollegen in der Mühlenindustrie noch warten. Die Lohnverhandlungen wurden unterbrochen, teilte die Gewerkschaft Pro-Ge mit. Einen neuen Termin gibt es derzeit nicht. Am Donnerstag gibt es zudem die erste Runde der Lohnverhandlungen im Bäckergewerbe bzw. in der Bäckerindustrie, die heiß werden könnte.
Laut Erwin Kinslechner, zuständiger Mühlen-Branchensekretär in der Gewerkschaft, forderten die Arbeitgeber eine neue Lohnkategorie, die 20 Prozent unter dem derzeitigen Mindestlohn liegen würde, für weitere Verhandlungen. Auch werde seitens des Fachverbands der Mühlenindustrie gefordert, die Löhne des Mühlengewerbes zu übernehmen und Zulagen nicht zu erhöhen. Vom Fachverband der Mühlenindustrie war - wegen Besprechungen in der betreffenden Sache - vorerst keine Auskunftsperson erreichbar.
"Unsere weitere Strategie bleibt vorerst intern", hieß es aus der Gewerkschaft. Man gehe davon aus, "dass die Loyalität gegenüber den Mitarbeitern siegen wird". Zuvor ist von den Arbeitgebern freilich der Weg zum Verhandlungstisch wiederzufinden.
Bei den Lohnverhandlungen in der Bäckerindustrie und im Bäckergewerbe, die am Donnerstag starten, werde die Gewerkschaft darauf pochen, mehr Großbäcker vom Kollektivvertrag der Bäckerindustrie zu überzeugen, wo beispielsweise 38,5 Stunden - und nicht wie im Gewerbe 40 Stunden - pro Woche gearbeitet wird.
Die Arbeitnehmervertreter stören sich daran, dass es "viele Bäckereien gibt, die sich selbst als Großbäcker bezeichnen aber nicht mehr handwerklich arbeiten und den Gewerbe-KV anwenden". Nur Ölz und Anker wenden den Bäckerindustrie-KV an. Laut Gewerkschaft gebe es bei diesen Firmen aber keine gravierenden Unterschiede zu anderen Großen wie Ströck, Mann und ähnlichen Bäckereien. (APA, 9.10.2012)
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