Das "Gschloder" aus dem Urlaub

17. Oktober 2012, 16:56
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Der Wein, der im Urlaub so köstlich war, will zu Hause einfach nicht munden

Wie gar köstlich hat er doch gemundet, der Wein. Getrunken direkt beim Hersteller in einer schattigen Laube, umgeben von schwer tragenden Feigen- und Mandelbäumen.

Nebenan der abgegraste Weinberg, der Weinbauer ein redseliger Mann, die Begleitung entspannt und fröhlich. Der Wein erzählt von langen lauen Nächten, vom Zirpen der Grillen und vom Lärm der Zikaden, er erzählt von Kräutern, Früchten und Blumen und vom Meer. Da nimmt man gerne ein, zwei oder drei Flaschen mit nach Hause, auf dass mit dem Öffnen des Korkens auch die Erinnerung in das Glas fließen möge.

Doch: welche Enttäuschung! Was da im Weinglas schwimmt, erzählt nicht von sonnigen Hügeln, vom salzigen Meer, vom lauen Wind und schon gar nicht von der geselligen Faulenzerei. Was da auf dem heimischen Tisch steht, ist ein "Gschloder", und man fragt sich, warum der Wein zu Hause einfach nicht mundet. Was bleibt, ist nur, ehestmöglich zurückzukehren, um den Wein in seiner Heimat zu trinken, wo er authentisch und köstlich war. (Mirjam Harmtodt, derStandard.at, 17.10.2012)

  • Zu Hause ist der Spitzenwein aus dem Urlaub nur noch zum Wegschütten.

    Zu Hause ist der Spitzenwein aus dem Urlaub nur noch zum Wegschütten.

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