Milizen greifen ehemalige Gaddafi-Hochburg in Libyen an

9. Oktober 2012, 10:55
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Granaten auf Bani Walid abgefeuert - Noch keine Einigung über Wahl des neuen Ministerpräsidenten

Tripolis - Regierungstreue Milizen haben Granaten auf die libysche Stadt Bani Walid abgefeuert. Das meldeten lokale Medien am Dienstag. Offiziell nicht bestätigt wurden Medienberichte, wonach durch den Beschuss drei Menschen ums Leben gekommen sein sollen.

Bani Walid war während des bewaffneten Aufstands im vergangenen Jahr eine der letzten Hochburgen der Anhänger des früheren Diktators Muammar al-Gaddafi gewesen. Die Stadt wird seit der vergangenen Woche von Milizen aus der Nachbarstadt Misrata belagert. Hintergrund ist der Tod eines jungen Mannes aus Misrata, der vor einem Jahr das letzte Versteck von Gaddafi entdeckt hatte. Er war diesen Sommer nach Bani Walid verschleppt und dort gefoltert worden. Später starb er an den Folgen der Misshandlungen.

Weiter kein Ministerpräsident

In Tripolis gibt es unterdessen weiter keine Einigung über die Wahl eines neuen Ministerpräsidenten. Abgeordnete erklärten, das Parlament habe am Montagabend entschieden, sich auf einen oder mehrere Kompromisskandidaten zu einigen und dann abzustimmen. Mustafa Abu Shagur, der vom Parlament im September zum Regierungschef gewählt worden war, hatte keine Mehrheit für das von ihm vorgeschlagene Kabinett erhalten und daraufhin sein Amt verloren. (APA, 9.10.2012)

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