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Mit einer einleitenden Keynote von VMware-Chef Pat Gelsinger wurde am Mittwoch die VMworld Europe 2012 eröffnet. Wenige Wochen nach dem US-Pendant sind rund 8.000 TeilnehmerInnen ins spanische Barcelona gepilgert, um sich drei Tage lang über die neuesten Entwicklungen in Fragen Virtualisierung zu informieren, und in zahlreichen Sessions und Workshops weiterzubilden. Den Umfang der US-Ausgabe der VMworld - die heuer bereits 22.000 BesucherInnen anzog - kann man damit zwar nicht ganz erreichen, für einen rein auf Europa fokussierten Event kann sich die Zahl trotzdem durchaus sehen lassen.
Ein entscheidender Unterschied: Gelsinger, der seinen Job als CEO gerade erst vor wenigen Wochen angetreten hat, führte in Barcelona alleine durch das Programm, in den USA teilte er sich diese Aufgabe noch mit seinem Vorgänger Paul Maritz. Dieser ist übrigens zwischenzeitlich die Treppe zum Mutterunternehmen EMC hochgefallen, wo er an der strategischen, technologischen Ausrichtung des Gesamtkonzerns feilen soll. Wem der Name Gelsinger bekannt vorkommt: Vor seinem Wechsel zu VMware war er viele Jahre lang in führender Rolle beim Prozessorhersteller Intel tätig.
Die Keynote selbst barg wenig Überraschungen - entsprach sie doch weitgehend dem, was schon vor einigen Wochen in San Francisco verkündet wurde. So dominierte also die Vorstellung der vCloud Suite, die künftig das "Zentrum eines Software-definierten Rechenzentrums" bilden soll. Übersetzt bedeutet dies, dass die vCloud Suite für alle denkbaren Aufgaben im Rechenzentrum verantwortlich sein soll - vom Server über Storage bis zu Netzwerk und Sicherheit.
Darin enthalten das Update auf vSphere 5.1, VMwares "Cloud Operating System". Dieses kann - laut dem Hersteller - gegenüber der Vorgängerversion mit rund 100 konkreten Verbesserungen aufwarten. Darunter etwa die Unterstützung von bis zu 64 virtuellen CPUs für eine virtuelle Maschine (VM) oder auch ein neues VM-Format, das unter anderem größere virtuelle Maschinen aber auch geteilte Grafikbeschleunigung ermöglicht.
Für viele der Anwesenden aber wohl noch wichtiger: Das von Maritz eingeführte, und vielen AnwenderInnen geradezu verhasste vRAM-Lizenzmodell wurde wieder eingestampft, was auch umgehend für Szenenapplaus sorgte. Statt über den virtuell genutzten Speicher wird nun - wie schon in früheren Versionen der Software - wieder über die Zahl der genutzten CPUs abgerechnet.
Dazu ist es mit vSphere Motion jetzt auch möglich VMs live zu migrieren, die sich keinen gemeinsamen Storage-Bereich teilen. Bei vSphere Data Protection gibt es neue Funktionen für einfaches Backup, Recovery und Replication. Und vSphere Replication soll für günstigen Disaster-Schutz suchen.
VMware besteht übrigens darauf, dass die VMworld nicht einfache eine "Hauskonferenz" des Unternehmens ist, statt dessen will man den Event als eine allgemeine Virtualisierungsveranstaltung positioniert wissen. Entsprechend ist auch die direkte Konkurrenz anwesend, und macht sich schon mal frech bemerkbar: So hat Red Hat nahe des Flughafens sein Logo in ein Feld schneiden lassen - so dass die TeilnehmerInnen schon aus dem Flugzeug gleich auf den Linux-Spezialisten hingewiesen werden, der mit KVM auch im Virtualisierungsumfeld eine immer wichtigere Rolle einnehmen will.
Apropos Konkurrenz: Die VMworld steht nicht zuletzt im Zeichen immer größer werdender Herausforderungen für VMware. Konnte man in den letzten Jahren nicht zuletzt über einen über Jahre aufgebauten Innovationsvorsprung eine beeindruckende Marktdominanz aufbauen, haben die Mitbewerber mittlerweile technologisch deutlich aufgeholt. Vor allem Microsoft hat mit der aktuellsten Ausgabe von Hyper-V so manche Funktion integriert, die es bei VMware auch gerade erst frisch gibt, etwa die zuvor erwähnte Live-Migration mit nicht-gemeinsamen Storage.
Trotzdem gibt sich Gelsinger zuversichtlich was den Wettbewerb mit Microsoft anbelangt. In der Pressekonferenz nach der Eröffnungskeynote betonte er, dass sich Microsoft seit Jahren in einer endlosen Aufholjagd befindet. Und mit der eigenen Innovationskraft werde man dafür sorgen, dass dieser Abstand auch in Zukunft bestehen bleibe.
Als größte Stärke von VMware erweist sich so vor allem das umfangreiche Ökosystem von Drittanbietern, das sich über die Jahre rund um die Lösungen des Unternehmens gebildet hat. Und dieses will das Unternehmen natürlich hegen und pflegen - wofür die VMworld wiederum den optimalen Rahmen bietet. (Andreas Proschofsky aus Barcelona, derStandard.at, 09.10.12)
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... die mir bisher noch niemand beantworten konnte: ich würde gern eine App für das Iphone schreiben, gibt es da kostenlos verfügbare VM's, auf denen man eine Apple-Entwicklungsumgebung (sinnvoll) einrichten und betreiben könnte?
ist ja kein vergleich aller verfügbaren hypervisors - sonst kämen da noch powervm, integrity virtual machines und sonstige hinzu.
weiters: ich hab xen unter rhel5 im produktiven einsatz, aber bis jetzt noch nie einen (citrix) xenserver produktiv laufen sehen.
bei 6% marktanteil kein wunder; rhel hält fast mit, hyper-v nascht eher bei 25% anteil, den löwenanteil macht wohl EMC (vmware).
Danke. Leider ist das Programm sehr voll, seh also praktisch nix von Barcelona (oder überhaupt der Realität jenseits des eiskalten Konferenzzentrums). Aber ab und zu so ein verblüffend starker Sonnenstrahl ist schon nett, zugegeben ;)
apo
Mit VMWare kannst Du mit Serverfarmen komplette IT-Infrastrukturen virtualisieren, vom Desktop-PC bis zum Datacenter-Server.
VirtualBox ist ein nettes Produkt, aber kann nicht mehr als einen zweiten (ja auch mehrere) Computer auf einem vorhandenen Computer virtualisieren.
VMWare ist ein vollkommen eigenständiges Betriebssytem (ein sogenannter Hypervisor), Virtualbox benötigt immer ein Wirt-Betriebssystem.
die workstation und der de facto eingestellte server sind aber nun nicht gerade die aushängeschilder bzw. das weit verbreitete etwas - im allgemeinen redet man von vcenter, vsphere und eventuellen zusatzfunktionen wie ha, drs, orchestrator und wie auch immer nach bedarf eingerichtetem.
die resourcen wären es auch nicht - auf maschinen der 20- bis 40-core-klasse fällt ein kleines OS mehr oder weniger sowieso nicht auf - sondern es geht mehr um stabilität und minimalismus. nicht umsonst ist esxi so klein gehalten, unnötige funktionen bergen eben auch (sicherheits)lücken und bringen keinen mehrwert.
und um andi erschöpfend zu antworten: esxi ist auch kostenlos, und kann schlicht für den industriellen einsatzzweck (viel) mehr.
Du hast völlig recht - nur das mit den Ressourcen kann man nicht so stehen lassen - es macht einen signfikanten Unterschied ob man einen Windows Server als Wirt-System nutzt oder ESX direkt läuft - der natürlich ist der Stabiltätsvorteil hier unbestritten.
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