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vergrößern 500x658Wolfgang Tillmans, Beatrix Ruf
Neue Welt
Taschen Verlag
556 Seiten, 29,99 Euro
Wolfgang Tillmans, 1968 in Deutschland geboren, interessierte sich schon in jungen Jahren für Fotografie. Bereits im Schulalter machte er Experimente mit Fotos. In Hamburg begann er sich nach der Matura mit Arbeiten für mehrere Zeitschriften einen Namen zu machen. Es folgte ein Studium in London am Bournemouth & Poole College of Art & Design, und schließlich wurde er mit Fotografien für Magazine zum internationalen Star.
Tillmans hat die Fototechnik erforscht und ihre Grenzen ausgelotet. Seine Motive reichen von Schnappschüssen im Freundeskreis über Kompositionen mit Alltagsgegenständen bis hin zu abstrakten Werken, die ohne Kamera in der Dunkelkammer oder am Kopierer entstanden. Schon früher hat er Zeitgeistströmungen dokumentiert, etwa auf Technopartys, Schwulenparaden und bei Festivals. Immer zeigte er einen sehr intimen und privaten Blick durch die Kamera.
Tillmans Arbeiten waren in Ausstellungen in den USA, Europa, Japan und Israel zu sehen. Internationale Anerkennung kam mit der Verleihung des Turner-Preises. Es folgten zahlreiche Einzelausstellungen in großen Museen wie dem Museum of Contemporary Art in Chicago und der Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof.
In seinem aktuellen Fotoband "Neue Welt" blickt Tillmans über sein privates Umfeld hinaus und versucht herauszufinden, wie die Welt jenseits der gewohnten Pfade aussieht. Quasi als Tourist begibt er sich hinaus und erforscht mit der Kamera die Umwelt. Dabei erscheint die Auswahl von Motiven und Orten zufällig und willkürlich. Er fotografiert sowohl digital als auch analog, die Motive reichen von Menschen über Landschaften und Gebäude bis zu Essen.
Ein zentrales Thema ist die Globalisierung der Gesellschaft und wie sie die Welt verändert hat. So gehören die Verstädterung und die Industrialisierung der Nahrungsmittelproduktion ebenso zu seinen Themen wie "überzüchtete" Autoscheinwerfer. (red, derStandard.at, 9.10.2012)
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