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New York - Völlig erschöpft und von den Strapazen gezeichnet hat der Künstler David Blaine seine jüngste Aktion beendet. Nach drei Tagen ohne Schlaf und Essen stieg er am Montagabend im New Yorker Hafen von einer Säule, auf der er sich 72 Stunden lang mit einer Million Volt umgeben hatte.
"Ich liebe euch alle und danke euch", sagte Blaine. "Ich hatte ein wunderbares Team, sonst hätte ich das alles nicht ausgehalten." Auch die Zuschauer hätten ihm Unterstützung gegeben. "Danke, dass ihr alle nach New York gekommen seid - trotz des ewigen Regens." Unmittelbar nach diesen Worten wurde Blaine mit einer Drahtschere aus seinem Schutzanzug geschnitten und zu einer ärztlichen Untersuchung gefahren.
Die letzten Stunden hatte Blaine apathisch gewirkt, oft die Augen geschlossen und sich kaum noch bewegt. Erst in der letzten Stunde wurde er wieder lebhafter. Die letzten Minuten dirigierte er sogar die theatralische Musik mit, die ihn die drei Tage umgeben hatte.
Blaine stand in der Mitte einer großen Kugel, die aus ein paar Stahlträgern gebildet wurde. Durch die Konstruktion floss Strom, aber Blaine hatte keinen direkten Kontakt zu den Trägern. Ständig zuckten allerdings aus mehreren Metallkugeln starke Blitze zu ihm herüber.
Die Aktion war nicht unumstritten - wie jedes von Blaines Projekten. Der New Yorker hatte sich 2003 bei seiner bisher am heftigsten kritisierten Aktion 44 Tage lang ohne Essen über dem Themse-Ufer in London in einer gläsernen Zelle aufhängen lassen. Er musste anschließend wegen Unterernährung ins Krankenhaus. 1999 ließ sich Blaine für sieben Tage in Manhattan lebendig begraben, ein Jahr später hielt er es mehr als 60 Stunden lang eingefroren in einem Eisblock aus. (APA, 9.10.2012)
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Ich sitze täglich 8 Stunden in einer sensorischen Deprivationszelle und wirke dabei auch oft apathisch. Ich werde diese Aktion in ca. 30 Jahren beenden.
Ob ich dann auch die Worte "ich liebe euch alle und danke euch" verwenden werde, bleibt eine Überraschung.
Aber wenns Leute gibt, denen das gefällt, die ihn dafür bewundern und es für Kunst halten dann ist es natürlich auch Kunst.
Das liegt im Auge des Betrachters.
Als ich früher mal kein Fahrtgeld hatte und auch zu stolz war, jemanden darum anzubetteln, bin ich mal 30 Stunden im Winter bei durchgehend -17° ohne Pause, um nicht abzukühlen, eine lange Strecke mit dem Rad gefahren. Dabei ist mir eine Fingerspitze des kleinen Fingers erfrohren.
Täglich befinden sich hunderttausende, wenn nicht Millionen, Menschen auf der Welt in Extremsituationen. Auch in New York...überall.
Nur gibt es keine Inszenierung dazu.
Wenn Blaine echte Kunst machen will, warum zieht er dazu so eine Show ab und lässt sich von Kommerzunternehmen sponsorn ?
Kein Schimmer. Der Unterschied zwischen den Ansichten derer, die selbst 'Kunst schaffen' und denen, die Kunst nur ansehen ist nach wie vor enorm. Sogar als kleiner Hobbykünstler merk ich das immer wieder.
Keine Ahnung was die Leute von solchen Projekten haben. Mir reichts schon einen Pinselstrich so hinzubekommen wie ich möchte. Aber das ist halt wieder nur die persönliche Wahrnehmung, wie bei deiner Fahrradfahrt im Winter...
Wenn ich das richtig verstanden habe ist die wahre Leistung von Blaine's Aktionen in seiner ziemlich einzigartigen Selbstdiziplin zu sehen. Er dürfte wirklich sehr gut darin sein es sehr sehr lange in unangenehmen bzw. schmerzhaften Situationen auszuhalten. Im Prinzip ist das durchaus etwas Aussergewöhnliches und verdient Anerkennung (vgl. mit Spitzensport). Zusätzlich sind seine Aktionen immer ungewöhnlich und optisch ansprechend.
Mit euren Aussagen die sich mehr oder weniger kreativ damit befassen, zu definieren was Kunst zu sein hat und was nicht, reiht ihr euch in eine unrühmliche Tradition von Schwachköpfen und "Früher-war-alles-Besser"-Schwärmern ein, die schon immer Leute wie Schiele, Picasso, Mondrian, Rothko und unzählige andere mit Unkenrufen begleitet haben. Und dabei völlig am Ziel vorbeischießen. Und historisch immer lächerlich wirken.
Hilfestellung von mir: sagt doch einfach "Was der macht gefällt mir nicht." Das wäre wesentlich ehrlicher.
Ihr braucht euer Missfallen nicht auf die Ebene einer allgemeingültigen Nicht-Legitimation bringen. Dieser ewige "Was darf Kunst"-K(r)ampf ist langweilig und wird von den Suderanten auf lange Sicht immer verloren.
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