Nexus 7: 32-GB-Version vor dem Start

Japanischer Käufer wurde offenbar unabsichtlich mit neuer Variante beliefert - Erste Händler listen 32-GB-Modell intern

Eigentlich hatte Google sein 7-Zoll-Tablet Nexus 7 vor allem für den Konsum von online gekauften oder in der "Cloud" abgelagerten Inhalten gedacht, womit sich ein umfassender lokaler Speicherplatz erübrigen würde, so zumindest die ursprüngliche Überlegung des Softwareherstellers. Eine Einschätzung mit der man sich allerdings ganz ordentlich getäuscht hat: So kam es nach dem Launch des Nexus 7 zu einem regelrechten "Run" auf die 16-GByte-Variante, während Google beim Hardwarehersteller ASUS vor allem die "kleinere" Ausgabe mit 8 GByte geordert hatte - was prompt zu kurzfristigen Lieferengpässen führte.

Erkenntnisgewinn

So musste der Konzern zur Kenntnis nehmen, dass die eigene Vision der omnipräsenten Cloud-Anbindung für viele KonsumentInnen - nicht zuletzt aufgrund der nur in wenigen Ländern in vollem Umfang verfügbaren Google-Play-.Services (Music, Movies, Books...) - zumindest derzeit noch keine taugliche Alternative zu ausreichend lokalem Speicherplatz darstellt. Und dieser Erkenntnis lässt man nun offenbar Taten folgen: So verdichten sich in den letzten Tagen die Hinweise, dass eine 32-GByte-Variante des Nexus 7 im Anrollen ist.

Spurensuche

Nachdem ein entsprechendes Gerät schon in den vergangenen Tagen in den internen Buchungssystemen diverser Händler aufgetaucht ist, gibt es jetzt mehr oder weniger die "Bestätigung": Ein japanischer Twitter-User hat ein Foto eines Nexus 7 gepostet, bei dem ein freier lokaler Speicherplatz von 27,58 GByte zu erkennen ist. In Kombination mit dem von System und Apps genutzten Platz, kommt das Gerät also auf die besagten 32 GByte.

Bestellt, geliefert.

Der japanische Käufer, dürfte dabei schlicht unbeabsichtigter Profiteur eines Versehen beim Hersteller geworden sein. Wie er selbst betont, hatte eigentlich die 16-GByte-Variante bestellt, dem entspricht auch die Verpackung - darin enthalten dann aber das größere Modell. Sicherheitshalber sei darauf hingewiesen, dass sich solche Aufnahmen mit etwas Aufwand natürlich fälschen lassen, in Kombination mit den diversen von einander unabhängigen Berichten über entsprechende Einträge bei den Händlern kann die kommende Vorstellung eines 32-GByte-Modell aber wohl trotzdem als ziemlich fix angesehen werden.

Preis?

Über den Preis der neuen Variante gibt es derzeit natürlich noch keine gesicherten Informationen. Einer der Online-Händler hat die 32-GByte-Ausgabe um 269 US-Dollar gelistet, dies muss aber nicht zwingend dem finalen Preis entsprechen, werden vor dem offiziellen Produktstart in solchen Systemen doch oft nur Platzhalterpreise eingetragen.

Wann?

Ebenso unklar ist, wann das 32-GByte-Modell kommen könnte: Naheliegend wäre eine Vorstellung parallel zur Präsentation der neuen Nexus-Smartphone-Generation, die laut zuverlässigen Berichten bereits Ende des Monats erfolgen soll. Abzuwarten bleibt, ob es auch eine Ausgabe des Nexus 7 mit UMTS geben wird, entsprechende Gerüchte waren zwar vor ein paar Wochen aufgetaucht, haben sich bisher aber nicht bestätigen lassen.

Einschätzung

Neue Varianten des Nexus 7 würden vor allem eines untermauern: Google ist der Erfolg von Android im Tablet-Bereich wichtiger als die Lukrierung kurzfristiger Einnahmen über den Verkauf der eigenen Inhalte im Play Store. Insofern will man wohl den Rückenwind des bisherigen Verkaufserfolges des Nexus 7 nutzen, um Konkurrenten wie Apple aber nicht zuletzt auch Amazon und dessen - von der Funktionalität im Vergleich zum Nexus 7 deutlich eingeschränkten - Kindle Fire HD Marktanteile wegzuschnappen. Egal ob man dabei zunächst einen Verlust macht oder nicht. (apo, derStandard.at, 09.10.12)

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