Freilassung von hungerstreikendem Aktivisten abgelehnt

8. Oktober 2012, 19:10
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Antrag auf Haftaussetzung bis zu Entscheidung über Rajab abgelehnt

Manama - Bahrains Justiz hat einen Antrag des inhaftierten schiitischen Menschenrechtsaktivisten Nabil Rajab abgelehnt, seine Haft bis zur Entscheidung eines Berufungsgerichts auszusetzen. Rajab habe an der Sitzung des Gerichts am Montag teilgenommen, sich aber nicht selbst geäußert, teilte sein Anwalt Mohammad al-Jishi über den Internet-Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Der Leiter des Zentrums für Menschenrechte in Bahrain war Mitte August wegen der Teilnahme an einer verbotenen Demonstration zu drei Jahren Haft verurteilt worden.

Der 48-Jährige war am Freitag in den Hungerstreik getreten, um gegen das Verbot zur Teilnahme an der Trauerfeier für seine kürzlich verstorbene Mutter zu protestieren. Die Justiz hatte ihm zwar die Teilnahme an der Beerdigung erlaubt, ihm aber die ebenfalls zugesagte Anwesenheit bei der dreitägigen Trauerzeit wieder gestrichen, weil er während der Beerdigung zu Demonstrationen aufgerufen habe. Damit habe er gegen seine Auflagen verstoßen, erklärten die Behörden des Golfemirats. Am 16. Oktober steht eine Anhörung vor einem Berufungsgericht an.

Im Februar 2011 hatte es wochenlange Proteste der schiitischen Mehrheit gegen die sunnitische Herrscherfamilie der Al-Khalifa gegeben, die den Inselstaat seit Jahrhunderten beherrscht. Da das Königshaus der Proteste nicht Herr wurde, rief es schließlich saudiarabische Truppen zur Hilfe, die den Aufstand blutig niederschlugen. Dutzende Demonstranten und Aktivisten wurden anschließend zu hohen Haftstrafen verurteilt. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation FIDH wurden seit Beginn der Proteste 80 Menschen getötet. (APA, 8.10.2012)

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