VP-Frauenchefin gegen Gehälter-Offenlegung

8. Oktober 2012, 19:09
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"Schüren der Neidgesellschaft": Schittenhelm gegen offene Gehälter in Kleinbetrieben

Wien - Im Streit um mehr Gehaltstransparenz legten am Montag die Frauenchefinnen von SPÖ und ÖVP nach. "Schluss mit der Geheimniskrämerei beim Lohn", forderte SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Mautz in Richtung von Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner und Wirtschaftskammer-Chef Christoph Leitl (beide ÖVP). "Über das Thema Gehalt soll in Österreich endlich offen gesprochen werden."

Angesichts der hohen Lohndifferenz zwischen Männern und Frauen hatte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek zuvor im Standard gefordert, künftig auch Kleinunternehmen ab 25 Mitarbeitern zu verpflichten, innerbetrieblich die Gehälter nach Verwendungsgruppen offenzulegen - was von Mitterlehner ("nicht administrierbar") wie Leitl ("immer neue Bürokratie") empört zurückgewiesen worden war.

Auf Parteilinie ist ÖVP-Frauenchefin Dorothea Schittenhelm - auch sie lehnt Heinisch-Hoseks Vorschlag ab: "Bei 25 Mitarbeitern wäre das ein Schüren der Neidgesellschaft. Die Privatsphäre der Angestellten würde schwer geschädigt. In den Einkommensberichten steht ja nur das nackte Gehalt, nicht aber, wie lange jemand im Betrieb ist und wie viel Weiterbildung er gemacht hat." Schittenhelm empfielt Heinisch-Hosek, sich lieber dafür einzusetzen, dass mehr Frauen an den Kollektivvetragsverhandlungen für typisch weibliche Branchen wie Handel oder Pflege teilnehmen. (nw, DER STANDARD, 9.10.2012)

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